Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) – Symptome – Beschwerden

Folgende Symptome und Beschwerden können auf eine Dehydratation (Flüssigkeitsmangel) hinweisen:

Allgemeine Symptome

Leitsymptome
Diese Leitsymptome lenken den Verdacht auf einen Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) und werden oft zuerst bemerkt:

  • Zunehmende körperliche Schwäche: Tritt häufig im Rahmen einer schleichenden oder plötzlichen Austrocknung auf.
  • Nachlassende geistige Leistungsfähigkeit: Verwirrtheit, Lethargie oder Konzentrationsprobleme treten besonders bei älteren Menschen früh auf.
  • Trockene Achselhaut: In Studien bei älteren Menschen eines der zuverlässigeren Anzeichen.

Hauptsymptome (primäre Symptome)
Diese Hauptsymptome prägen das klinische Bild eines Flüssigkeitsmangels (Dehydratation):

  • Orthostatische Hypotonie (Schwindel/Schwäche beim Aufstehen): Bei ca. 20 % der über 65-Jährigen, symptomatisch bei ca. 16 % 
  • Mundtrockenheit: Häufiger, aber begrenzt aussagekräftig
  • Obstipation (Verstopfung): Typisch bei chronischer Dehydratation
  • Muskelsymptome (Krämpfe, Schmerzen)

Begleitsymptome (sekundäre Symptome)
Diese Begleitsymptome sind weniger charakteristisch und können auf Komplikationen hinweisen:

  • Harnwegsinfektionen (z. B. Blasenentzündung): Erhöhtes Risiko durch konzentrierten Harn
  • Nierenversagen (akut oder chronisch): Durch verminderte Durchblutung der Niere bei Wassermangel
  • Thromboembolien, Myokardinfarkt (Herzinfarkt), ischämischer Insult (Schlaganfall durch Durchblutungsstörung): Mögliche Folge der erhöhten Blutviskosität (Zähflüssigkeit des Blutes) bei Flüssigkeitsmangel
  • Darmkomplikationen: Divertikulitis, Ileus (Darmverschluss)
  • Hyperthermie (erhöhte Körpertemperatur) trotz Flüssigkeitsmangel
  • Heiserkeit, Mundschleimhautentzündung: Durch verminderte Speichelproduktion

Unspezifische Symptome
Diese unspezifischen Symptome treten bei vielen Erkrankungen auf und tragen weniger zur Diagnose bei:

  • Tachykardie (schneller Puls)
  • Kopfschmerzen, Unwohlsein, Abgeschlagenheit
  • Kalte Hände/Füße durch verminderte Durchblutung

Formenspezifische Symptome

Die Symptome und Beschwerden einer Dehydratation (Flüssigkeitsmangel) richten sich danach, ob der Körper überwiegend Wasser, Natrium oder beides (in gleichen Mengen) verloren hat.

  • Isotone Dehydratation
    • Funktionelle Oligurie (< 500 ml Urin/Tag)
    • Hypovolämiesymptome (Symptome der Verminderung der zirkulierenden, also sich im Blutkreislauf befindenden Menge Blut)
      • Durst (entsteht bei einem Wasserverlust von mehr als 0,5 % des Körpergewichtes)
      • Hypotonie (niedriger Blutdruck)
      • Kollapsneigung
      • Tachykardie (zu schneller Herzschlag: > 100 Schläge pro Minute)
  • Hypotone Dehydratation
    • Hypovolämiesymptome wie bei "isotoner Dehydratation"; die Kollapsneigung ist ausgeprägter
    • Zerebrale ("das Gehirn betreffende") Symptome
      • Cephalgie (Kopfschmerzen)
      • Delir-ähnliche Zustände (Verwirrtheitszustand)
      • Somnolenz (Bewusstseinsstörungen)
      • Zerebrale Krämpfe
    • Anmerkung:
      • Der osmotische Druck im Extrazellulärraum ist vermindert. In der Folge kommt es zu einer Verschiebung von Wasser aus dem Extrazellulärraum in die Zellen. Dem Intravasalraum (Flüssigkeitsraum innerhalb der Blutgefäße) wird so zusätzlich Wasser entzogen. Daher kommt es früher als bei der isotonen Dehydratation zu hypovolämischen Symptomen wie Tachykardie und Hypotonie.
  • Hypertone Dehydratation
    • evtl. Fieber
    • Hypovolämiesymptome fehlen bzw. sind nicht sehr stark ausgeprägt
    • Oligurie (< 500 ml Urin/Tag)
    • Starker Durst
    • Stehende Hautfalten
    • Trockene Haut und Schleimhäute
    • Zerebrale ("das Gehirn betreffende") Symptome
      • Cephalgie (Kopfschmerzen)
      • Delir-ähnliche Zustände (Verwirrtheitszustand)
      • Somnolenz (Bewusstseinsstörungen)
      • zerebrale Krämpfe
    • Anmerkung: Der Kreislauf bleibt relativ lange stabil!

Schweregradabhängige Symptome

In Abhängigkeit vom Schweregrad der Dehydratation lassen sich die Symptome und Beschwerden wie folgt zuordnen:

  • Leichte Dehydratation
    • Durst
    • Haut und Schleimhäute sind leicht trocken
    • Konzentrierter Urin (deutlich gefärbter Urin)
  • Mäßige Dehydratation
    • Ausgeprägte Trockenheit von Haut und Schleimhäuten
    • Eingesunkene Augen
    • Oligurie (< 400 ml Urin/Tag)
    • Tachykardie (Herzrasen)
  • Schwere Dehydratation
    • Hypotonie (niedriger Blutdruck)
    • Stehende Hautfalten
    • Verminderte Hautperfusion (Hautdurchblutung)
  • Schock
    • Bewusstseinsstörungen wie Lethargie, Delir-ähnliche Zustände (Verwirrtheit)
    • Kreislaufinsuffizienz