Ursachen
Leistenbruch (Inguinalhernie)

Pathogenese (Krankheitsentstehung)

Bei der Leistenhernie des Erwachsenen wird eine Störung der Extrazellulärmatrix angenommen: Matrix-Metalloproteasen und ihre Inhibitoren zeigen Veränderungen [1]; der Kollagenmetabolismus ist ebenfalls gestört.

Bei der Hernia inguinalis treten Baucheingeweide durch den Leistenkanal (Canalis inguinalis). Dabei kann man die direkte (medial/erworben) von der indirekten (lateral) sowie femorale Hernien unterscheiden:

  • Bei der direkten Leistenhernie liegt ein Muskelschwachpunkt in der Bauchwand vor, bei der indirekten Hernie hat sich der Prozessus vaginalis peritonei ("Scheidenhautfortsatz"; trichterförmige Ausstülpung des Bauchfells (Peritoneum) in den Hodensack (Skrotum)) in der Entwicklung nicht verschlossen. 
  • Bei der Hernia femoralis (Femoralhernie; femorale Hernie; Schenkelhernie) ist die Bruchpforte zwischen Ligamentum inguinale (lat. Leistenband) und Beckenwand, d. h. im Gegensatz zur Leistenhernie unterhalb des Leistenbands. 

Ätiologie (Ursachen)

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Genussmittelkonsum
    • Tabak (Rauchen) 
  • Körperliche Aktivität
    • Schwere körperliche Arbeit
  • Untergewicht  
  • Übergewicht (BMI ≥ 25; Adipositas) – Fettsucht

Krankheitsbedingte Ursachen

  • Aszites (Bauchwassersucht)
  • Chronische Obstipation (Verstopfung)
  • Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Kollagenerkrankungen 
  • Prostataadenom – gutartiger Tumor der Vorsteherdrüse
  • Trauma (Verletzungen)
  • Tumoren im Bauchraum

Weitere Ursachen

  • Bindegewebsschwäche
  • Schwangerschaft

Literatur

  1. Antoniou GA, Tentes IK, Antoniou SA, Simopoulos C, Lazarides MK: Matrix metalloproteinase imbalance in inguinal hernia formation. J Invest Surg 2011; 24: 145-50
     
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