Schwangerschaft und Wasserhaushalt

Im Verlauf der Schwangerschaft kommt es infolge hormoneller Umstellung bei gesteigerter Östrogen- und Progesteronsynthese zu einer Gewichtszunahme. Zu Beginn dominieren die Blut-Volumen-Zunahme und das Gewicht des Uterusmuskels. Ab der 27. - 40. Schwangerschaftswoche – 3. Trimenon (dritte Drittel der Schwangerschaft) wird das Gewicht durch den Fetus, den Fettspeicher der Mutter und den Anstieg der Gewebeflüssigkeit bestimmt [2].

Das Volumen des Gesamtkörperwassers steigt im Verlauf der Schwangerschaft um etwa 8 Liter
an, wobei der größte Teil des Wasserzugewinns der Mutter auf den Extrazellulärraum (ECM) entfällt. Auch das Plasmavolumen steigt während der Schwangerschaft, sodass sich das Blutvolumen gegen Ende der Schwangerschaft nahezu verdoppelt. Das Plasmavolumen nimmt um 1.250 bis 1.500 Milliliter zu, wobei der Maximalwert ungefähr in der 34. Schwangerschaftswoche erreicht wird. Die Flüssigkeitsmenge in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) steigt dagegen nur durchschnittlich um 320 Milliliter an. Infolgedessen kommt es zu einer Verminderung der Erythrozyten (rote Blutkörperchen), der Hämaglobinkonzentration sowie der Zähigkeit des Blutes (Hämatokrit) [1]. Das Blut wird auf diese Weise verdünnt, wodurch sich dessen Fließeigenschaften verbessern und die Plazenta (Mutterkuchen) optimal durchblutet werden kann [1].

Neben dem Flüssigkeitsanstieg im Plasma und in den Erythrozyten tragen die erhöhten Flüssigkeitsmengen in der Plazenta, im Uterusmuskel (Gebärmuttermuskulatur) sowie im Fetus zur Gewichtszunahme der Schwangeren bei. Der Gehalt des Frucht- und Gewebewassers der Mutter steigt ebenfalls im Verlauf der Schwangerschaft an.
Des Weiteren kommt es zu einer Zunahme des Fettanteils der Mutter von etwa 1,5 bis 3,5 Kilogramm. Diese Fettdepots werden insbesondere als Energiereserve für die Stillzeit benötigt.
Eine Gewichtszunahme während der Schwangerschaft zwischen 9 und 18 Kilogramm wird aufgrund des Anstiegs des Gesamtkörperwassers und der Fetteinlagerungen als normal angesehen [1].

Literatur

  1. Biesalski HK, Fürst P, Kasper H, Kluthe R, Pölert W, Puchstein Ch, Stähelin HB: Ernährungsmedizin. Kapitel 17, 224 - 230, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1999
  2. Biesalski HK, Grimm P: Taschenatlas der Ernährung. 294 - 298, Georg Thieme Verlag; Stuttgart/New York 1999
     
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