Die genauen pathophysiologischen Vorgänge der hypertensiven Erkrankungen in der Schwangerschaft sind noch nicht vollständig geklärt. Man hat mehrere Hypothesen entwickelt, denen drei Mechanismen gemein sind
- Man geht davon aus, dass die Gefäße zu Vasospasmen (Gefäßverkrampfungen) neigen
- Daneben wird wahrscheinlich eine immunologische Komponente vorliegen, da diese Erkrankungen vor allem bei Erstgebärenden auftritt
- Außerdem liegt ein gestörtes Verhältnis zwischen Prostaglandinen und Thromboxanen vor (Stoffe, die in allen menschlichen Geweben vorkommen und vielfältige Aufgaben wahrnehmen)
Biographische Ursachen
- Genetische Belastungen durch Eltern, Großeltern (vor allem das Angiotensinogen-Gen-T235)
- Alter der Schwangeren > 35 Jahre oder < 15 Jahre
- Farbige Frauen und Frauen indischer Herkunft
- Niedriger sozialer Status
Verhaltensbedingte Ursachen
- Adipositas (Fettleibigkeit)
Krankheitsbedingte – behandelbare – Ursachen
- Adipositas (Fettleibigkeit; ab einem BMI von 35 vervierfacht sich das Risiko)
- Antiphospholipid-Syndrom – durch mehrere gleichzeitig auftretende Thrombosen gekennzeichnete Erkrankung; die Thrombosen treten schon in jungen Jahren auf
- Diabetes mellitus
- Vorbestehende Nierenerkrankung
- Chronische Hypertonie (Bluthochdruck)
- Systemischer Lupus erythematodes (SLE) – Systemerkrankung, die die Haut und das Bindegewebe der Gefäße betrifft und so zu Vaskulitiden (Gefäßentzündungen) zahlreicher Organe wie Herz, Nieren oder Gehirn führt
- Thrombophilie – erhöhte Neigung zu Thrombosen aufgrund Veränderungen des Blutes und/oder den Gefäßen
- Hydrops fetalis – schwerste Form der Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind, die beim Kind zum Tode führt
- Trisomie – numerische Chromosomenaberration, bei der ein um eins erhöhter Chromosomensatz vorliegt
- Blasenmole – Fehlbildung der Plazenta (Mutterkuchen), die als Präkanzerose (Krebsvorstufe) gilt
- Faktor V-Mutation – genetisch bedingte Blutgerinnungsstörung, die zu einer erhöhten Thromboseneigung führt
Sonstige mögliche Ursachen
- Zustand nach durchgemachter Präeklampsie in einer vorherigen Schwangerschaft
- Erste Schwangerschaft
- Mehrlingsschwangerschaft
- Erneute Schwangerschaft mit neuem Partner












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