Hypertonus (Bluthochdruck) kann in der Schwangerschaft neu aufgetreten sein oder schon vor der Schwangerschaft bestanden haben.
Bei der Schwangerschaftsinduzierten Hypertonie kann man folgende Formen unterscheiden
- Gestationshypertonie – in der Schwangerschaft neu aufgetretener Hypertonus ohne weitere Komplikationen mit Werten von > 140/90 mmHg (bei mindestens zweimaliger Messung mit einem Abstand von sechs Stunden) bei einer vorher gesunden Frau; die Blutdruckwerte normalisieren sich innerhalb der ersten 12 Wochen nach der Entbindung
- Präeklampsie (EPH-Gestose oder proteinurische Hypertonie) – in der Schwangerschaft neu aufgetretene Hypertonie mit einer Proteinurie (Ausscheidung von Eiweißen mit dem Urin; > 300 mg/24h) nach der 20. Schwangerschaftswoche; wenn keine Proteinurie vorliegt, spricht man bei folgenden Symptomen trotzdem von einer Präeklampsie
- Nierenfunktionsstörungen
- Leberfunktionsstörungen
- Störungen des fetalen Wachstums
- Neurologische Symptome wie Kopfschmerzen
- Störungen im mütterlichen Blutbild
Die Prävalenz beträgt circa fünf Prozent. - Schwere Präeklampsie – von einer schweren Präeklampsie spricht man, wenn zusätzlich zu den Symptomen einer Präeklampsie folgende Beschwerden/Veränderungen auftreten
- Nierenfunktionsstörungen
- Leberfunktionsstörungen
- Lungenfunktionsstörungen
- Blutbildveränderungen der Mutter wie
Thrombozytopenie (verminderte Anzahl von Blutplättchen) oder
Hämolyse (Zerstörung der Erythrozyten (roten Blutkörperchen))
- Neurologische Symptome wie starke Kopfschmerzen oder Sehstörungen
- Störungen des fetalen Wachstums
- Hypertonus > 170/110 mmHg
- Proteinurie (Ausscheidung von Eiweißen mit dem Urin) < 5 g/24h - HELLP-Syndrom (Hemolysis, elevated liver enzymes, low platelets) – Sonderform der Präeklampsie, die mit Blutbildveränderungen einhergeht und lebensgefährliche Verläufe annehmen kann
- Eklampsie – Auftreten von Krampfanfällen (ohne das eine Epilepsie vorliegt) bei einer Präeklampsie; kann jedoch auch ohne vorliegende Hypertonie und/oder Proteinurie auftreten
- Chronische Hypertonie in der Schwangerschaft – schon vor der Schwangerschaft bzw. vor der 20. Schwangerschaftswoche oder noch nach mehr als sechs Wochen nach der Entbindung bestehender Hyertonus
- Pfropfpräeklampsie (Pfropfgestose) – chronische Hypertonie, die in der Schwangerschaft mit einer Proteinurie (Ausscheidung von Eiweißen mit dem Urin) kombiniert auftritt
- Transiente Hypertonie – leichte Form der Hypertonie, die in der Schwangerschaft auftritt und nach der Entbindung wieder verschwunden ist; diese Form tritt meist im dritten Trimenon (Schwangerschaftsdrittel) ohne Komplikationen auf; das Risiko, später eine chronische Hypertonie zu entwickeln, ist erhöht













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