Folgeerkrankungen
Morbus Basedow

Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch Morbus Basedow mit bedingt sein können:

Augen und Augenanhangsgebilde (H00-H59)

  • Hornhautschäden durch Austrocknung bei fehlendem/unvollständigem Lidschluss (Lagophthalmus)
  • Sehnervenkompression (2-5 % der Patienten) – hoher Druck auf den Sehnerv, der zu einer Sehstörung oder Erblindung führen kann sowie zu einer Einschränkung des Farbsehens 

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)

  • Coma basedowicum – Koma infolge einer Stoffwechselentgleisung im Endstadium der thyreotoxischen Krise
  • Hyperthyreose beim Fötus (hohe TRAK-Antikörper können in der Schwangerschaft transplazentar übertreten)
  • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
  • Rezidiv einer Hyperthyreose – Wiederauftreten einer Schilddrüsenüberfunktion
  • Thyreotoxikose – exzessive erhöhte Schilddrüsenspiegel führen zu einem lebensbedrohlichen Zustand
  • Hypocholesterinämie – verminderter Cholesteringehalt im Blut

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Vorhofflimmern (VHF)

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Angst – positiv assoziiert mit der Krankheitsdauer, nicht aber mit der Schilddrüsenfunktion bzw. der Autoimmunität der Schilddrüse [1]
  • Depressive Symptome – positiv assoziiert mit der Krankheitsdauer, nicht aber mit der Schilddrüsenfunktion bzw. der Autoimmunität der Schilddrüse [1]

Prognosefaktoren [2, 3]

  • Männer schlechtere Prognose als für Frauen.
  • Prognosefaktoren für
    • dauerhafte Remission unter thyreostatischer Medikation (Hemmung der Schilddrüsenfunktion) sind:
      • geringe Schilddrüsen(SD)-Volumina
      • niedrige Werten des TSH-Rezeptor-Antikörpers (TRAK)
    • erhöhte Rezidivrisiko haben Patienten mit
      • Alter < 40 Jahre mit größeren SD (> 40 ml)
      • initial und persistierend hohen TSH-Rezeptor-Antikörpern (TRAK)
      • florider endokriner Orbitopathie (EO)
  • TSH-Rezeptor-Antikörper-Wert sechs Monate nach thyreostatischer Therapie: > 10 IU/l →  frühere definitive Therapie indiziert (Erfolgswahrscheinlichkeit bei Fortsetzung der thyreostatischen Therapie nur noch 3 %)

Literatur

  1. Bové KB, Watt T, Vogel A, Hegedüs L, Bjoerner JB, Groenvold M, Bonnema SJ, Rasmussen ÅK, Feldt-Rasmussen U: Anxiety and Depression Are More Prevalent in Patients with Graves' Disease than in Patients with Nodular Goitre. Eur Thyroid J (DOI:10.1159/000365211)
  2. Mazza E, Carlini M, Flecchia D, Blatto A, Zuccarini O, Gamba S, Beninati S, Messina M: Long-term follow-up of patients with hyperthyroidism due to Graves’ disease treated with methimazole Comparison of usual treatment schedule with drug discontinuation vs continuous treatment with low methimazole doses: a retrospective study. J Endocrinol Invest 2008; 31: 866-872
  3. Ross DS, Burch HB, Cooper DS, Greenlee MC, Laurberg P, Maia AL, Rivkees SA, Samuels M, Sosa JA, Stan MN, Walter MA: 2016 American Thyroid Association Guidelines for Diagnosis and Management of Hyperthyroidism and Other Causes of Thyrotoxicosis. Thyroid. 2016; 26: 1343-1421.
     
Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
DocMedicus Suche

 
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
ArztOnline.jpg
 
DocMedicus                          
Gesundheitsportal

Unsere Partner DocMedicus Verlag