Zieve-Syndrom – Körperliche Untersuchung

Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:

  • Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Blutdruck und Puls; des Weiteren:
    • Inspektion (Betrachtung)
      • Haut, Schleimhäute und Skleren (Augenweiß) [Ikterus (Gelbsucht) bzw. Sklerenikterus (Gelbfärbung des Augenweißes)]
      • Haut und Konjunktiven (Bindehaut der Augen) [Blässe bei hämolytischer Anämie (Blutarmut durch verstärkten Abbau roter Blutkörperchen)]
    • Untersuchung des Abdomens (Bauches)
      • Inspektion des Abdomens
      • Palpation (Abtasten) des Abdomens, insbesondere des rechten Oberbauchs
      • Palpation und Perkussion (Abklopfen) der Leber [Hepatomegalie (Lebervergrößerung)]
    • Beurteilung der Bewusstseinslage und Orientierung sowie Untersuchung auf Tremor (Zittern) und psychomotorische Unruhe (körperliche und seelische Unruhe) zur Erfassung einer begleitenden Alkoholentzugssymptomatik (Beschwerden beim Alkoholentzug)

Red Flags (Warnzeichen) bei Zieve-Syndrom

  • Zeichen einer schweren symptomatischen hämolytischen Anämie wie ausgeprägte Tachykardie (beschleunigter Herzschlag), Hypotonie (niedriger Blutdruck), Synkope (kurzzeitige Bewusstlosigkeit), Ruhedyspnoe (Atemnot in Ruhe) oder Thoraxschmerzen (Brustschmerzen) – umgehende klinische Stabilisierung und weitere Abklärung erforderlich
  • Bewusstseinsstörung, ausgeprägte Agitation (starke Unruhe) oder Krampfanfälle – dringliche Abklärung insbesondere hinsichtlich schwerer Alkoholentzugssymptomatik oder hepatischer Dekompensation (Verschlechterung der Leberfunktion)

In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.