Clomifentest

Der Clomifentest ist ein Funktionstest des Hypothalamus (Abschnitt des Zwischenhirns).

Bei Clomifen (3-Methoxy-17-Epiöstriol) handelt es sich um einen Ovulationsauslöser aus der Gruppe der Antiöstrogene.
Der Ausdruck Ovulationsauslöser bezeichnet Medikamente, die durch die Stimulation von endogenen (körpereigenen) Hormonen eine Ovulation (Eisprung) auslösen können.

Clomifen wirkt über eine Rückkopplungshemmung der Östrogene. Somit wird durch die zentral-antiöstrogene Wirkung (Hypothalamus-Hypophyse) die Gonadotropinausschüttung, das heißt der mitzyklische FSH/LH Anstieg (peak) verstärkt und die Ovulation (Eisprung) ausgelöst. 

Das Verfahren

Beim Clomifentest nimmt die Patientin zweimal täglich 50 mg Clomifen über fünf Tage ein.
Im Falle einer Sterilitätstherapie:
am 3.-5. Zyklustag (eines Spontanzyklus) beginnend oder im Anschluss an einer medikamentös ausgelösten Abbruchblutung 50 mg (gegebenenfalls mit einer niedrigeren Dosis beginnend) Clomifen (Dyneric, Pergotime) über 5 Tage.

Nach Beendigung der Einnahme wird bei intaktem hormonellem System (Hypothalamus-Hypophyse) und normalen anatomischen Verhältnissen eine Ovulation (Eisprung) ausgelöst.

Beim Clomifentest können verschiedene Nebenwirkungen auftreten. Dazu zählen vor allem:

  • Hitzewallungen/Schweißausbrüche
  • Flush
  • Gastrointestinale Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
  • Ovarielle Überstimulation mit Vergrößerung der Ovarien, Ovarialzysten (besonders bei Frauen mit polyzystischem Ovar; PCO-Syndrom)
  • Visusstörungen (Sehstörungen)

Außerdem kommt es nach Behandlung mit Ovulationsauslösern häufiger zu Mehrlingsschwangerschaften.

Indikationen

  • Nach positivem Gestagentest bei Kinderwunschpatientinnen
  • Zur Fertilitätsdiagnostik bzw. Sterilitätstherapie bei Verdacht auf
    • Corpus-luteum-Insuffizienz (Gelbkörperschwäche) – Störung des Zyklus, die Ursache einer Sterilität sein kann
    • Anovulatorische Zyklen – Zyklen ohne Eisprung
    • Normogonadotrope Amenorrhoe – Ausbleiben der Regelblutung bei normaler Konzentration keimdrüsen-stimulierender Hormone (Gonadotropine)

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • Hirntumoren
  • Leberfunktionsstörungen
  • Ovarialzysten (Eierstockzysten)
  • Tumoren der Ovarien (Eierstöcke)
  • Unklare genitale Blutungen 

Interpretation

  • Die Follikelreifung (Eizellreifung) und gegebenenfalls soweit vorhanden die Ovulation (Eisprung) lässt sich sonographisch (per Ultraschall) nachweisen. Die Gelbkörperfunktion wird durch Progesteronbestimmungen festgestellt.
  • Der Nachweis des Stimulationseffektes auf die Gonadotropinsekretion kann durch eine LH-Bestimmung im Serum erfolgen 

     
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