Ursachen
Schenkelhalsbruch (Schenkelhalsfraktur)

Pathogenese (Krankheitsentstehung)

Die Schenkelhalsfraktur kann durch verschiedene Verletzungsmechanismen entstehen.

Ätiologie (Ursachen)

Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)

  • Sturz aus der Stand- oder Sitzhöhe
  • Stolpern z. B. über den Teppich
  • Chronische Überbelastung des Knochens (bei Osteoporose) und Varusstellung ("auswärtsgebogen")
  • Hochrasanztrauma mit axialer Stauchung des Oberschenkels

Knochenbezogene Faktoren, die zu einer erhöhten Frakturwahrscheinlichkeit führen

Biographische Ursachen

  • Familienanamnese – Schenkelhalsfraktur der Mutter

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Ernährung
    • Mangelernährung
    • Mikronährstoffmangel (Vitalstoffe) – Vitamin D, Calcium
  • Genussmittelkonsum
    • Alkohol (Frau: > 40 g/Tag; Mann: > 60 g/Tag)
    • Tabak (Rauchen)
  • Körperliche Aktivität
    • Mangelnde körperliche Aktivität
    • Körperliche Inaktivität

Krankheitsbedingte Ursachen

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)

  • Mangelernährung, nicht näher bezeichnet
  • Östrogenmangel

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Erhöhte Knochenumbaurate, nicht näher bezeichnet
  • Osteoporose (Knochenschwund)
  • Pathologische Fraktur (Spontanfraktur) ‒ Knochenbruch ohne Gewalteinwirkung auf einen krankhaft veränderten Knochen

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Chronische Alkoholabhängigkeit

Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)

  • Vorhergehende Niedrigenergiefraktur im Alter > 50 Jahre

Faktoren, die das allgemeine Verletzungsrisiko erhöhen

Biographische Ursachen

  • Lebensalter – hohes Alter

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Rauchen
  • Räumliche Bedingungen wie glatter Fußboden oder Teppiche

Krankheitsbedingte Ursachen

Augen und Augenanhangsgebilde (H00-H59)

  • Sehstörungen, nicht näher bezeichnet

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Apoplex (Schlaganfall)
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen (Herz- und Gefäßerkrankungen), nicht näher bezeichnet

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Fußprobleme, nicht näher bezeichnet
  • Muskelschwäche, nicht näher bezeichnet

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Alkoholabhängigkeit (Alkoholabusus)
  • Gehstörungen, nicht näher bezeichnet
  • Koordinationsstörungen, nicht näher bezeichnet
  • Neurologische Erkrankungen wie beispielsweise Morbus Parkinson
  • Transitorische ischämische Attacke (TIA) – plötzlich auftretende Durchblutungsstörung des Gehirns, die zu neurologische Störungen führt, die sich innerhalb von 24 Stunden zurückbilden

Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)

  • Rasanztraumen

Weiteres

  • Lange Immobilität
  • Langsames Gangmuster
  • Niedriges Körpergewicht (BMI < 18,5)

Medikamente

  • Antidepressiva – das Hüftfrakturrisiko bei Senioren war besonders erhöht zu Beginn der Behandlung und weiterhin bis zu 4 Jahren [2]
  • Antihypertensiva (blutdrucksenkende Medikamente) – Die Sekundäranalyse der ALLHAT-Studiedaten bestätigte, dass bei Hypertonikern die Therapie mit einem Thiaziddiuretikum im Vergleich zu ACE-Hemmern oder Betablockern mit einem verringerten Risiko für Hüft- und Beckenfrakturen assoziiert ist [1].
  • Hypnotika/Sedativa (Beruhigungs-/Schlafmittel)
  • Diuretika (entwässernde Medikamente)

Literatur

  1. Puttnam R et al.: Association of 3 Different Antihypertensive Medications With Hip and Pelvic Fracture Risk in Older Adults Secondary Analysis of a Randomized Clinical Trial. JAMA Intern Med, online 21. November 2016. doi: 10.1001/jamainternmed.2016.6821
  2. Torvinen-Kiiskinen S et al.: Antidepressant use and risk of hip fractures among community-dwelling persons with and without Alzheimer's disease. Journal of Geriatric Psychiatry (2017) doi: 10.1002/gps.4667
     
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