Folgeerkrankungen
Schenkelhalsbruch (Schenkelhalsfraktur)

Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch eine Schenkelhalsfraktur (Schenkelhalsbruch) mit bedingt sein können:

Atmungssystem (J00-J99)

  • Pneumonie (Lungenentzündung; Auftreten insb. bei geriatrischen Patienten)
    • 1,2 % der Patienten litten bereits zum Operationszeitpunkt an einer Pneumonie; dieses war mit einer erhöhten Komplikationsrate (relative risk [RR] = 1,44), schweren Komplikationen (RR = 1,79) und Tod (RR = 2,08) verbunden [4]

Haut und Unterhaut (L00-L99)

  • Dekubitus (Druckgeschwür) durch Immobilisierung

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Embolie ‒ Verschluss eines Blutgefäßes durch einen Thrombus
  • Thrombose (Verschluss eines Blutgefäßes) (ipsilaterale Bein/Bein auf der gleichen Seite)

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Arthrose (Gelenkverschleiß)
  • Pseudarthrose ‒ verzögerte Knochenheilung nach einer Knochenfraktur mit Bildung eines Falschgelenks

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen ("Chronic Widespread Pain", CWP):  Schmerzen, die länger als drei Monate bestehen und das Achsenskelett, die rechte und linke Körperhälfte sowie Regionen oberhalb und unterhalb der Taille betreffen [1]:
    • Wirbelbrüche: Bei Männern 2,7-  bei Frauen 2,1-fache CWP-Erhöhung
    • Hüftfrakuren bei Frauen:2,2-fachen CWP-Erhöhung

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Harnwegsinfektion

Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)

  • Bleibende Fehlstellung; Beinverkürzung
  • Femurkopfnekrose ‒ Gewebsuntergang am Gelenkkopf des Oberschenkelknochens aufgrund einer Minderversorgung mit Blut
  • Sekundäre Dislokation der Fraktur ‒ im Verlauf verrutschende Bruchenden
  • Zweite Schenkelhalsfraktur

Weiteres

  • Wundheilungsstörungen

Prognosefaktoren

  • Wartezeit bis zur Operation: Die Prognose älterer Patienten mit Hüftfraktur verschlechtert sich mit der Wartezeit bis zur Operation. Gemäß einer Studie erhöhte sich das Risiko, innerhalb des nächsten Jahres zu sterben, pro zehn Stunden zusätzlicher Wartezeit um rund 5 % [3].
  • Bei Patienten mit Hüftfraktur ist eine präoperative Hypoalbuminämie ein unabhängiger Risikofaktor für postoperative Komplikationen und erhöhte Mortalität (Sterblichkeit) [2].

Literatur

  1. Walker-Bone K, Harvey NC, Ntani G, Tinati T, Jones GT, Smith BH, Macfarlane GJ, Cooper C: Chronic widespread bodily pain is increased among individuals with history of fracture: findings from UK Biobank. Arch Osteoporos. 2016; 11:1. Epub 2015 Dec 17.PMID: 26678491.
  2. Aldebeyan S et al.: Hypoalbuminaemia – a Marker of Malnutrition and Predictor of Postoperative Complications and Mortality After Hip Fractures. Injury 2016, online 22. Dezember; doi: 10.1016/j.injury.2016.12.016
  3. Maheshwari K et al.: Early Surgery Confers One-Year Mortality Benefit in Hip-Fracture Patients. Journal of Orthopaedic Trauma: Post Acceptance: October 14, 2017 doi: 10.1097/BOT.0000000000001043
  4. Patterson JT, Bohl DD, Basques BA et al.: Does Preoperative Pneumonia Affect Complications of Geriatric Hip Fracture Surgery? Am J Orthop (Belle Mead NJ). 2017;46(3):E177-85
     
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