Einleitung
Renale Osteopathie

Bei der renalen Osteopathie (Synonyme: Azotämische Osteodystrophie; Nanosomia renalis; Nephrogener Infantilismus; Nierenrachitis; Rachitis renalis; Renale Osteodystrophie; Renale Osteodystrophie mit Osteopathie; Renale Rachitis; Renaler Infantilismus; Renaler Kleinwuchs; Renaler Minderwuchs; Renaler Zwergwuchs; Tubulusschaden mit Phosphatverlust; Tubuläre Störung mit Phosphatverlust; ICD-10 M90.8 -: Osteopathie bei sonstigen anderenorts klassifizierten Krankheiten) handelt es sich um Knochenveränderungen (Osteomalazie/Knochenerweichung), die durch eine chronische Niereninsuffizienz (Nierenschwäche) bedingt sind.
Ursache sind Veränderungen im Calcium- und Phosphathaushalt (sekundärer Hyperparathyreoidismus:
Parathormon-Spiegel ↑, Calcium-Spiegel ↓).

Radiologische Zeichen der renalen Osteopathie sind bei bis zu 50 % der Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz nachweisbar.

Man kann die folgenden Formen der renalen Osteopathie unterscheiden:

  • Sekundärer/tertiärer Hyperparathyreoidismus* (Nebenschilddrüsenüberfunktion) mit Osteitis fibrosa (Knochenentzündung)
    • Sekundärer Hyperparathyreoidismus (sHPT) – die Ursache liegt außerhalb der Nebenschilddrüsen und regt diese an, mehr Parathormon zu produzieren; meistens im Verlauf einer terminalen Niereninsuffizienz oder eines Vitamin-D-Mangel
    • Tertiärer Hyperparathyreoidismus 8tHPT) – entwickelt sich aus einem langjährig bestehenden sekundären Hyperparathyreoidismus, wenn es zu einer Autonomie der ursprünglich reaktiv hyperplastischen Epithelkörperchen gekommen ist
  • Adynamische Knochenerkrankung
  • Osteopathie nach Nierentransplantation

Häufigkeitsgipfel: Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Häufigkeit für die chronische Niereninsuffizienz und damit auch für die renale Osteopathie kontinuierlich an.

Bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz und unter chronischer Dialysebehandlung liegt die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) für die Entwicklung einer renalen Osteopathie bei annähernd 100 %.

Verlauf und Prognose: Die Therapie der renalen Osteopathie muss rechtzeitig erfolgen, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern bzw. zu erhalten. Die renale Osteopathie führt zu einer erhöhten Morbidität (Krankheitshäufigkeit). Die skelettalen (das Skelett betreffenden) Veränderungen fallen bei älteren Personen und bei Patienten mit  einer Diabetes mellitus-Erkrankung, insbesondere bei Dialysepatienten, bereits im frühen Stadium auf. Hier sind gehäuft Frakturereignisse zu beobachten. Bei Dialysepatienten ist die Inzidenz von Hüftfrakturen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung bis zu 17-mal höher.


     
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