Prävention
Knochenbruch (Fraktur)

Zur Prävention von Frakturen (Knochenbrüchen) muss auf eine Reduktion individueller Risikofaktoren geachtet werden.

Verhaltensbedingte Risikofaktoren

  • Ernährung
    • Alimentäre Osteopathie (ernährungsbedingte Knochenerkrankung/ Hungerosteopathie durch Mangelernährung (Calcium-, Calciferol- und Proteinmangel)
    • Mikronährstoffmangel (Vitalstoffe) – siehe Prävention mit Mikronährstoffen
  • Genussmittelkonsum
    • Alkohol
    • Tabak (Rauchen) – Rauchen führt zu einer beschleunigten Osteoporose und einem erhöhten Frakturrisiko.
  • Körperliche Aktivität
    • Körperliche Inaktivität – Körperliche Aktivität fördert die Knochenstabilität, Immobilisierung führt zu Osteopenie (Minderung der Knochendichte; Vorstufe der Osteoporose).
  • Übergewicht (BMI ≥ 25) – Adipositas begünstigt degenerative Knochen- und Gelenkerkrankungen.

Medikamente

  • Medikamente, die eine Osteoporose begünstigen (siehe unter "Osteoporose durch Medikamente")
  • Antidepressiva (Amitriptylin, Imipramin) haben ein erhöhtes Risiko für Hüftfrakturen bei älteren Patienten
  • Glitazone – Gruppe von oralen Antidiabetikern, die bei Frauen zu einem erhöhten Frakturrisiko geführt haben und deswegen vom Markt genommen wurden.
  • Protonenpumpenhemmer (Protonenpumpeninhibitoren, PPI; Säureblocker) – erhöhtes Risiko (fünf Ergebnisse pro 10.000 Patientenjahre) für eine proximale Femurfraktur (Hüftfraktur) nach Langzeitanwendung [1]

Präventionsmaßnahmen (Schutzmaßnahmen)

  • Allgemeine Unfallverhütung
  • Körperliches und geistiges Training, Mobilität
  • Bei Sport entsprechende Schutzkleidung (z. B. Handgelenkschutz beim Inline-Skaten)
  • Osteoporoseprophylaxe: Frakturprophylaxe (Bisphosphonate und Denosumab reduzieren das Frakturrisiko für vertebrale und nicht-vertebrale osteoporotische Frakturen; Raloxifene reduziert das Risiko für vertebrale osteoporotische Frakturen) [2]
    Cave: Osteonekrosen des Kieferknochens und des äußeren Gehörgangs unter Therapie mit Bisphosphonaten und Denosumab [3]
  • Wetter angepasstes Schuhwerk, ggf. Gehhilfen
  • Altersgerechte Wohnungseinrichtung
  • Therapie von Sturz verursachenden Erkrankungen

Literatur

  1. Khalili H et al.: Use of proton pump inhibitors and risk of hip fracture in relation to dietary and lifestyle factors: a prospective cohort study. BMJ 2012; 344; e372
  2. Crandall CJ, Newberry SJ, Diamant A, Lim YW, Gellad WF, Booth MJ, Motala A, Shekelle PG: Comparative Effectiveness of Pharmacologic Treatments to Prevent Fractures: An Updated Systematic Review. Ann Intern Med. 2014 Sep 9. doi: 10.7326/M14-0317.
  3. AkdÄ Drug Safety Mail | 18–2016
     
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