Medizingerätediagnostik
Knochenbruch (Fraktur)

Obligate Medizingerätediagnostik

  • Röntgendiagnostik des Bewegungsapparates/Skelettsystems – Röntgenaufnahmen der verletzten Region sind als erste Medizingerätediagnostik wegweisend für weitere Untersuchungen.
  • Computertomographie (CT) – schnittbildgebendes Verfahren (Röntgenaufnahmen aus verschiedenen Richtungen mit rechnerbasierter Auswertung), besonders gut geeignet zur Darstellung von knöchernen Verletzungen:
    • ggf. in besonderen Fällen zur sicheren Frakturdarstellung bzw.
      • zur Ermittlung der Frakturmorphologie (z. B. bei Tibiakopffraktur, Humeruskopffraktur)
      • Luxationen (Verrenkungen) mit möglichen begleitenden knöchernden Defekten (z. B, bei Schulterluxation, Ellenbogenluxation, Distorsionen des Kniegelenks)
    • zudem dient die Untersuchung dem Staging (Stadienbestimmung) bei eventuellen Tumorerkrankungen, die zu einer pathologischen Fraktur geführt haben könnten.
  • Magnetresonanztomographie (MRT) – computergestütztes Schnittbildverfahren (mittels magnetischer Felder, das heißt ohne Röntgenstrahlung); besonders gut geeignet zur Darstellung von Weichteilverletzungen bei Frakturen
  • Fraktursonographie (Ultraschall von Knochenbrüchen) zur Darstellung von Pathologien ("krankhaften Veränderungen"), die an der kortikalen Oberfläche (röhrenförmigen, äußeren Knochen) sichtbar sind sowie zur Beurteilung von Achsenabweichungen und Weichteilverletzungen (Hämatomen/Blutergüsse, Gelenkergüsse) – v. a. in der Kindertraumatologie/im Wachstumsalter:
    • röntgenfreie Diagnostik und Therapiesteuerung (Klavikulafrakturen (Schlüsselbeinfrakturen), handgelenksnahe Frakturen/Frakturen des distalen Unterarms/Sensitivität (Prozentsatz erkrankter Patienten, bei denen die Krankheit durch die Anwendung des Tests erkannt wird, d. h. ein positives Testresultat auftritt) von 96 % und einer Spezifität (Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich Gesunde, die nicht an der betreffenden Erkrankung leiden, durch das Verfahren auch als gesund erkannt werden) von 97 % [2, 3])
    • Verbesserung der Diagnostik (proximale Humerusfrakturen (Oberarmbruch); subkapitale ("unterhalb des Gelenkkopfes") Humerusfrakturen lassen sich mit einer Sensitivität von 94 % und einer Spezifität von 100 % nachweisen [1])
    • Vermeidung unnötiger Strahlenbelastung (Ellenbogenverletzungen/-frakturen; Ellenbogenfrakturen: Sensitivität von 97,9 % und einer Spezifität von 95 % [4], Eingrenzung ROI (engl.: region of interest), Stellungskontrolle, Diagnostik bei Schwangeren)
  • Abdomensonographie (Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane) – dient der Einschätzung von eventuellen Verletzungen durch eine Fraktur bzw. frakturbegleitenden Prozessen.

Fakultative Medizingerätediagnostik

  • Knochendichtemessung (DXA/DEXA) – Osteodensitometrie (Knochendichtemessung) z. B. mittels der Dual-X-Ray-Absorptiometrie (DXA/DEXA; Durchstrahlverfahren) dient der Frühdiagnose und der Verlaufskontrolle bei Osteoporose (Knochenschwund)

Literatur

  1. Ackermann O, Sesia S, Berberich T, Liedgens P, Eckert K, Grosser K, Roessler M, Rülander C, Vogel T (2010) Sonographic diagnostics of proximal humerus fractures in juveniles. Unfallchirurg 113:839-844
  2. Eckert K, Ackermann O, Schweiger B, Radeloff E, Liedgens P (2012) Sonographic diagnosis of metaphyseal forearm fractures in children: a safe and applicable alternative to standard X-rays. Pediatr Emerg Care 28:851-854
  3. Ackermann O, Liedgens P, Eckert K, Chelangattucherry E, Husain B, Ruchholtz S (2009) Sonographische Diagnostik von metaphysären Wulstbrüchen. Unfallchirurg 112:706-711
  4. Eckert K, Ackermann O, Schweiger B, Radeloff E, Liedgens P (2013) Ultrasound evaluation of elbow fractures in children. J Med Ultrasonics 40:443-451
     
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