Konservative Therapie
Knochenbruch (Fraktur)

Indikationen für eine konservative Therapie:

  • bestehende Kontraindikationen für eine operative Behandlung
  • Frakturen am kindlichen, wachsenden Skelett
  • Frakturen deren konservativer Behandlung die chirurgische Therapie nicht überlegen ist
  • stabile Frakturen

Grundsätzlich erfolgt die Knochenfrakturtherapie nach dem Prinzip: Reposition – Retention – Nachbehandlung. Falls eine Fraktur mit Dislokation der Frakturenden vorliegt, muss der Knochen wieder in die anatomisch korrekte Position gebracht werden. Wenn eine Reposition nicht durch Zug- bzw. Gegenzug erfolgen kann, da z. B. Weichteilverletzungen oder eine Gelenkbeteiligung vorliegen, muss in der Regel operiert werden. Die Retention beinhaltet die Fixation und Ruhigstellung des gebrochenen Knochens. Dies wird z. B. mittels Gipsverband erreicht. Die Nachbehandlung hat die Wiederherstellung der Funktionalität zum Ziel und beinhaltet z. B. rehabilitative Maßnahmen.

Unter konservativer Therapie versteht man die Reposition mit anschließender Retention mittels Gips- oder Kunststoffverband. Hierbei ist zu beachten, dass die Extremität nicht unmittelbar nach dem Frakturgeschehen zirkulär fest eingegipst wird, da Schwellungen und Blutungen zu Druckschädigungen führen können. Der Gips sollte gut gepolstert sein und am Folgetag sollte die Extremität gut untersucht werden, um Komplikationen auszuschließen. Weiterhin werden abschwellende Maßnahmen, z. B. Hochlagern oder Medikamente, verordnet. Ein fester zirkulärer Verband kann nach ca. 5-6 Tagen angelegt werden. Der Verlauf der Knochenheilung wird mit regelmäßigen Röntgenuntersuchungen dokumentiert, um ein Fehlzusammenwachsen zu vermeiden. Die Nachbehandlung konzentriert sich vor allem auf die Wiederherstellung der Funktionalität und Beweglichkeit durch Kräftigung der Muskulatur (medizinische Kräftigungstherapie) und Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit. Dies geschieht z. B. im Rahmen anschließender Krankengymnastik.

Risiken der konservativen Therapie

  • Druckstellen
  • Frakturkrankheit – Folgeerkrankung, die auf andauernde Entlastung und Immobilisation nach einer Fraktur zurückzuführen ist.
  • Inaktivitätsatrophie der Muskulatur – durch fehlende Belastung
  • Inaktivitätsosteopenie – Knochenschwund durch fehlende Belastung

Weitere Hinweise

  • Reposition mit anschließender Retention (Frakturruhigstellung) mittels Gips- oder Kunststoffverband:
    • z. B. Sprunggelenkfraktur: speziell modulierter, eng anliegender Gipsverband führte bei Senioren mit instabiler Sprunggelenkfraktur in einer Vergleichsstudie zu gleich guten funktionellen Ergebnissen wie eine operative Versorgung mit Osteosynthese [1].

Literatur

  1. Willet K et al.: Close Contact Casting vs Surgery for Initial Treatment of Unstable Ankle Fractures in Older Adults. A Randomized Clinical Trial. JAMA. 2016;316(14):1455-1463. doi:10.1001/jama.2016.14719

     
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