Tollwut-Impfung

Rabies (Synonyme: Tollwut; Wutkrankheit; Lyssa) ist eine tödlich verlaufende Infektionserkrankung, die durch das Rabiesvirus übertragen wird. Die Erkrankung wird meist durch einen Biss eines an Tollwut erkrankten Tieres (durch infizierten Speichel) verursacht.

Weltweit sind Hunde Hauptüberträger des Rabies-Virus. Es gibt einen massiven Anstieg von Hunde-Tollwut in China, denn die meisten Hunde, vor allem die in den Städten, sind nicht geimpft. Auch andere Tiere können das Tollwut-Virus übertragen: Füchse, Katzen, Waschbären und Skunks. Asienreisende müssen auch vor den Tempeläffchen gewarnt werden. Auch die Fledermaus-Tollwut wird weltweit immer häufiger. In den USA sind diese Tiere so klein, dass die Menschen gar nicht merken, dass sie gebissen werden.

Bei einer Tollwut-Impfung wird ein Impfstoff verwendet, der aus inaktivierten Tollwutviren besteht, die auf HDC (human diploid cells) bzw. Hühnereiern gezüchtet wurden.

Nachfolgend die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut zur Tollwut-Impfung:

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • B: Personen mit erhöhten beruflichen Risikos:
    • Tierärzte, Jäger, Forstpersonal u. a. Personen mit Umgang mit Tieren in Gebieten mit neu aufgetretener Wildtiertollwut
    • Personen mit beruflichem oder sonstigem engen Kontakt zu Fledermäusen
    • Laborpersonal* mit Expositionsrisiko gegenüber Tollwutviren
  • R: Reisende in Regionen mit hoher Tollwutgefährdung (z. B. durch streunende Hunde)

*Beim Laborpersonal empfiehlt sich eine Titerkontrolle – Blutuntersuchung auf vorhandene Antikörper – alle sechs Monate (s.u.), um schnell mögliche Wirksamkeitsdefizite durch erneute Impfung auszuschließen.

Legende

  • B: Impfungen auf Grund eines erhöhten beruflichen Risikos, z. B. nach Gefährdungsbeurteilung gemäß Arbeitsschutzgesetz/Biostoffverordnung/ Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) und/oder zum Schutz Dritter im Rahmen der beruflichen Tätigkeit
  • R: Impfungen auf Grund von Reisen

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • Für die Impfung nach möglicher Tollwutexposition gibt es im Hinblick auf den letalen Ausgang einer manifesten Tollwut keine Gegenanzeigen.
  • Für die Prophylaxe (vorbeugende Impfung) bestehen folgende Einschränkungen: Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit akuten behandlungsbedürftigen Erkrankungen sollten frühestens 2 Wochen nach Genesung geimpft werden.
  • Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten wie beispielsweise einer HIV-Infektion sollten ggf. von einer vorbeugenden Impfung ausgenommen werden.

Durchführung

  • Grundimmunisierung: In Deutschland wird eine vorsorgliche Impfung mit einem inaktivierten Virus zu drei Zeiten (0., 7. Tag, 21. Tag) empfohlen.
  • Personen mit weiter bestehendem Expositionsrisiko sollten regelmäßig eine Auffrischimpfung entsprechend den Angaben des Herstellers erhalten.
    Nachfolgend Empfehlungen für die Auffrischimpfung mit Rabipur gemäß Fachinformation:
    • "Eine halbjährliche Testung auf neutralisierende Antikörper wird im Allgemeinen bei erhöhtem Expositionsrisiko empfohlen (z. B. Personal in Laboratorien, die mit lebenden Tollwutviren arbeiten).
    • Bei Personen, die einem kontinuierlichen Expositionsrisiko ausgesetzt sind (z. B. Tierärzte und deren Assistenten, Förster, Jäger), sollte im Allgemeinen zumindest alle zwei Jahre ein serologischer Test durchgeführt werden; falls dies je nach Risikograd für erforderlich erachtet wird eventuell auch in kürzeren Abständen.
    • In den zuvor genannten Fällen sollte eine Auffrischimpfung verabreicht werden, sobald der Antikörpertiter 0,5 I.E./ml unterschreitet.
    • Alternativ können Auffrischimpfungen in den offiziell empfohlenen Abständen je nach Risiko ohne serologische Kontrolle verabreicht werden. Die Erfahrung zeigt, dass Auffrischimpfungen im Allgemeinen alle 2-5 Jahre erforderlich sind.
    Rabipur kann für Auffrischimpfungen nach Grundimmunisierung mit einem humanen diploiden Zellkultur-Tollwutimpfstoff verwendet werden".

Wirksamkeit

  • Zuverlässige Wirksamkeit (fast 100 %)
  • Impfschutz innerhalb von 4 Wochen nach Beginn der Grundimmunisierung
  • Dauer des Impfschutzes mindestens 2-5 Jahre 

Mögliche Nebenwirkungen/ Impfreaktionen

  • Lokale Reaktionen wie Rötung und Schwellung um die Einstichstelle (25 %)
  • Arthritis – Gelenkentzündung (6 %)
  • Arthropathien – nicht-entzündliche Gelenkschmerzen (6 %)
  • Angioödem – allergisch-bedingte Schwellung, vor allem im Bereich der Lippen

Impfstatus – Kontrolle von Impftiter

Mit Tollwutvirus arbeitendes Laborpersonal sollte halbjährlich auf neutralisierende Antikörper untersucht werden. Eine Auffrischimpfung ist bei < 0,5 IE/ml Serum indiziert.

     
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