Medikamentöse Therapie
Tollwut (Rabies)

Weltweit sterben circa 55.000 Menschen pro Jahr an der Tollwut. Die Tollwut hat die höchste Mortalitätsrate (Sterberate) aller Infektionserkrankungen.

Therapieempfehlungen

  • Sofortige intensivmedizinische Betreuung
  • Außer der Impfung (Prävention/Vorbeugung) gibt es kein Heilmittel gegen die Tollwut.
  • Postexpositionsprophylaxe (PEP) [s.u.]
  • Siehe auch unter "Weitere Therapie".

Postexpositionsprophylaxe (PEP)

Unter einer Postexpositionsprophylaxe versteht man die Versorgung mit Medikamenten zur Vermeidung einer Erkrankung bei Personen, die gegen eine bestimmte Krankheit nicht durch Impfung geschützt sind, dieser aber ausgesetzt waren.

Durchführung

Grad der Exposition Art der Exposition: durch ein tollwutverdächtiges oder tollwütiges Wild- oder Haustier, Fledermaus Art der Exposition: durch einen Tollwut-Impfstoffköder Art der Prophylaxe
I Berühren/Füttern von Tieren; Belecken der intakten Haut Berühren von Impfstoffködern mit intakter Haut Keine Impfung
II oberflächliche nicht blutende Kratzer/Hautabschürfungen; Belecken/Knabbern der nicht intakten Haut Kontakt mit der Impfflüssigkeit eines beschädigten Köders mit nicht intakter Haut Tollwut-Schutzimpfung
III Jegliche Bissverletzung oder Kratzwunden; Kontamination von Schleimhäuten mit Speichel; Verdacht auf Biss oder Kratzer durch eine Fledermaus oder Kontakt der Schleimhäute mit einer Fledermaus Kontamination von Schleimhäuten und frischen Hautverletzungen mit der Impfflüssigkeit eines beschädigten Köders Tollwut-Schutzimpfung und passive Immunisierung
  • Die Impfung wird an den Tagen 0 (Exposition ("Aussetzung")), 3, 7, 14 und 28 durchgeführt.
  • Bei Expositionsgrad III wird am Tag 0 simultan eine passive Immunisierung mit einem humanem Tollwut-Immunglobulin (menschliche Tollwutantikörper) durchgeführt (20 IE/kg KG) – einmalig.
  • Des Weiteren muss immer auch eine intensive mechanische wie chemische Reinigung der Hautstelle/Wunde durchgeführt werden.

Literatur

  1. Robert Koch Institut (RKI): Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin. 22. August 2019 / Nr. 34

     
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