Einleitung
Tollwut (Rabies)

Bei der Tollwut (Synonyme: Haustier-Rabies; Haustier-Tollwut; Hydrophobie - s.a. Tollwut; Lyssa; Wildtier-Rabies; Wildtier-Tollwut; Wutkrankheit; ICD-10 A82.-) handelt es sich um eine Infektionserkrankung, die durch das Genus Lyssaviren aus der Familie der Rhabdoviren übertragen wird.

Die Erkrankung gehört zu den viralen Zoonosen (Tierseuchen).

Erregerreservoir:  Träger dieser Rabies-Viren sind hauptsächlich terrestrische Wildtiere wie Füchse, Dachse, Rehe, Schafe, Ziegen oder Pferde, aber auch Haustiere wie Hunde und Katzen. Auch Fledermäuse können die Tollwut übertragen. 

Vorkommen: Die Infektion tritt annähernd weltweit auf (Ausnahmen sind Australien, Neuseeland, Großbritannien, Skandinavien), vorwiegend aber in den Entwicklungsländern Asien (insbesondere in Indien und China; Indonesien, insb. Bali), Lateinamerika und Afrika.
Deutschland gilt als frei von terrestrischer Tollwut. Allerdings wurden Fledermäuse mit Tollwut gefunden (Niedersachsen/Landkreis Lüneburg) [1].

Die Übertragung des Erregers (Infektionsweg) erfolgt durch einen Biss oder durch Verunreinigung von Wunden oder Hautabschürfungen mit dem infektiösen Speichel des Tieres. Neben infizierten Hunden oder Katzen spielen vor allem Fledermäuse als Vektoren eine zentrale Rolle bei der Übertragung des Virus.

Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) beträgt in der Regel zwischen 3 und 8 Wochen, kann jedoch in Einzelfällen mehrere Jahre betragen.

Man kann die enzephalitische (durch eine Gehirnentzündung bedingt) von der paralytischen (durch Lähmungen bedingt) Form der Tollwut unterscheiden.

Verlauf und Prognose: Ohne Schutzimpfung oder entsprechende Maßnahmen nach der Infektion durch ein tollwutverdächtiges Tier verläuft die Erkrankung innerhalb von 15-90 Tagen immer letal (tödlich). Sobald typische Symptome wie Paresen (Lähmungen), Krämpfe oder Lichtscheu auftreten, ist sie nicht mehr heilbar.

Tollwut hat die höchste Letalitätsrate (Sterblichkeit bezogen auf die Gesamtzahl der an der Krankheit Erkrankten) aller Infektionserkrankungen. Weltweit sterben circa 55.000 Menschen pro Jahr an Tollwut.

Impfung: Eine Schutzimpfung gegen Tollwut ist verfügbar. Auch nach der Übertragung kann der Ausbruch der Erkrankung durch eine Impfung verhindert werden, solange noch keine typischen Symptome aufgetreten sind.

In Deutschland ist die Erkrankung nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtig. Die Meldung hat bei Krankheitsverdacht, Erkrankung sowie Tod namentlich zu erfolgen.

Literatur

  1. Niedersachsen: Weitere Fledermäuse mit Tollwut gefunden. Deutsches Ärzteblatt. Freitag, 26. August 2016

 


     
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