Einleitung
Scharlach (Scarlatina)

Bei Scharlach (Synonyme: Scarlatina (Scharlach); Scarlet fever; Scharlach; Scharlachangina; Streptokokkenangina; ICD-10 A38: Scharlach) handelt es sich um eine Infektionserkrankung des Rachens mit dem Bakterium Streptokokkus pyogenes (Serogruppe A; β-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A; GAS (Gruppe A-Streptokokken)).

Neben dieser Infektionserkrankung werden durch das Bakterium noch Erkrankungen wie das Erysipel (Wundrose) oder die nekrotisierende Fasziitis (foudroyant verlaufende lebensbedrohliche Infektion der Haut, der Subkutis (Unterhaut) und der Faszie mit fortschreitender Gangrän; häufig handelt es sich dabei um Patienten mit Diabetes mellitus oder anderen Erkrankungen, die zu Durchblutungsstörungen oder verminderter Immunabwehr führen) verursacht.

Scharlach ist eine Sonderform der Pharyngitis (Rachenentzündung), bei der durch das Bakterium Toxine (Gifte) produziert werden, die wiederum zu einer systemischen (den gesamten Organismus betreffend) Infektion führen.

Erregerreservoir ist der Mensch.

Vorkommen: Die Infektion tritt weltweit auf.

Um die Kontagiosität (Ansteckungskraft bzw. Übertragungsfähigkeit des Erregers) mathematisch zu quantifizieren, wurde der sogenannte Kontagiositätsindex (Synonyme: Kontagionsindex; Infektionsindex) eingeführt. Er gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der eine nicht-immune Person nach dem Kontakt mit einem Krankheitserreger infiziert wird.
Der Kontagiositätsindex für Scharlach liegt bei 0,1-0,3, das heißt, dass 10-30 von 100 ungeimpften Personen nach dem Kontakt mit einem Scharlach-Infizierten infiziert werden.
Manifestationsindex: Ca. 30-40 % der Scharlach-Infizierten erkranken erkennbar an Scharlach.

Die Erkrankung tritt gehäuft von Oktober bis März auf.

Die Übertragung des Erregers (Infektionsweg) erfolgt meist aerogen (Tröpfcheninfektion in der Luft; durch Niesen und Husten), in seltenen Fällen auch durch kontaminierte Lebensmittel oder Wasser.

Mensch-zu-Mensch-Übertragung: Ja.

Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) beträgt in der Regel 2-4 Tage.

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt vorwiegend zwischen dem 3. und 10. Lebensjahr auf.

Die Zahl der durch Streptokokken verursachten Pharyngitiden (Rachenentzündungen) wird auf 1-1,5 Millionen pro Jahr geschätzt (in Deutschland).

Die Infektiosität endet in der Regel 24 Stunden nach Beginn der Antibiotikatherapie. Während der ersten Tage der Therapie sollten die Erkrankten Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Schulen meiden.

Die Erkrankung hinterlässt lebenslange Immunität gegenüber dem jeweiligen krankheitsauslösenden Streptokokkentyp der Gruppe A (= A-Streptokokken). Da es aber sehr viele verschiedene Typen gibt, kann die Erkrankung mehrmals auftreten.

Verlauf und Prognose: Die Erkrankung ist mittels Antibiotika gut behandelbar. Bei nicht adäquater Therapie können Komplikationen wie rheumatisches Fieber (ca. 3 Wochen nach einer A-Streptokokken-bedingten Pharyngitis (Rachenentzündung)), Glomerulonephritis (Nierenerkrankung, mit Entzündung der Nierenfilterchen; 1-5 Wochen nach einer A-Streptokokken-bedingten Pharyngitis) oder Myokarditis (Herzmuskelentzündung) auftreten. Hämatogen (über den Blutweg) kann sich die Infektion im gesamten Körper verbreiten (septischer Verlauf), was allerdings sehr selten der Fall ist.

In einigen Teilen Deutschlands ist die Erkrankung nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtig.

 


     
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