Einleitung
Gasbrand

Der Gasbrand (Gasödem; ICD-10-GM A 48.0: Gasbrand [Gasödem]) beschreibt eine Infektion mit Clostridien der Gasbrandgruppe. Die Infektion ist in der Mehrheit der Fälle auf eine Wundkontamination mit dem Bakterium Clostridium perfringens zurückzuführen.

Zu der Gasbrandgruppe zählen unter anderem:

  • Clostridium histolyticum
  • Clostridium novyi
  • Clostridium perfringens Typ A ‒ verantwortlich für 60-80 % der Fälle
  • Clostridium septicum

Clostridien sind toxin- und sporenbildende Bakterien, die obligat anaerob (Organismen, die zum Leben keinen freien Sauerstoff benötigen) sind. Die Toxine führen dazu, dass das Gewebe an der infizierten Stelle abstirbt. Zudem bildet sich Gas im Gewebe.

Vorkommen: Die Erreger treten weltweit auf. Sie kommen vor allem im Erdboden vor, aber auch im Staub und im Wasser. Clostridien sind Teil der natürlichen Darmflora und der weiblichen Genitalflora.

Die Sporen des Bakteriums sind sehr widerstandsfähig gegen Hitze und Austrocknung.

Man kann exogene von endogenen Infektionen unterscheiden.
Exogene Infektionen entstehen durch Kontamination von Wunden (z. B. im Rahmen von Unfallverletzungen), endogene Infektionen gehen in der Regel vom Darm aus und treten bei schweren malignen (bösartigen) Erkrankungen wie Tumorerkrankungen (Krebserkrankungen) auf.

Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) bei der exogenen Infektion beträgt in der Regel wenige Stunden bis zu 5 Tagen.

Geschlechterverhältnis: Männer zu Frauen beträgt 2-3 : 1. 

Häufigkeitsgipfel:
Die endogene Infektion (Enteritis necroticans) tritt vorwiegend im Kindesalter auf.
Die exogene Infektion (Gasbrand) tritt häufig bei Personen zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr auf.

In Deutschland tritt die Erkrankung nur noch selten auf.

Verlauf und Prognose: Beim Gasbrand handelt es sich um eine schwere, lebensbedrohliche Erkrankung. Sie geht einher mit plötzlich auftretenden Wundschmerzen, deren Intensität zunimmt. Der Verlauf kann fulminant sein und innerhalb weniger Stunden zum Tode führen.

Die Letalität (Sterblichkeit bezogen auf die Gesamtzahl der an der Krankheit Erkrankten) liegt auch unter adäquater Therapie bei bis zu 50 %.

In Deutschland ist die Erkrankung nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) nicht meldepflichtig.


     
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