Einleitung
Echinokokkose

Bei der Echinokokkose (ICD-10 B67.-) handelt es sich um eine Infektionserkrankung, die durch die Parasiten Echinococcus multilocularis (Fuchsbandwurm) und Echinococcus granulosus (Hundebandwurm) verursacht wird. 

Man kann die folgenden Formen der Echinokokkose unterscheiden:

  • Alveoläre Echinokokkose (AE) ‒ ausgelöst durch Echinococcus multilocularis (Fuchsbandwurm)
  • Zystische Echinokokkose (ZE) ‒ ausgelöst durch Echinococcus granulosus (Hundebandwurm)

Echinococcus vogeli spielt bei Infektionen beim Menschen nur eine untergeordnete Rolle.

Echinococcus multilocularis (Fuchsbandwurm)

Echinococcus multilocularis ist ein zwei bis vier Millimeter kleiner Bandwurm.

Hauptendwirt ist der Fuchs (Rotfuchs), jedoch sind auch Hunde und Katzen betroffen.

Vorkommen: Der Parasit ist weltweit verbreitet. In Europa sind vor allem Süddeutschland (Baden-Württemberg und Bayern; Ulm und Umgebung gelten als "Epizentrum"), Nordschweiz, Westösterreich und Ostfrankreich betroffen. Weiterhin ist Echinococcus multilocularis hochendemisch in Nordchina, Sibirien und Nordjapan.

Infektionen des Menschen mit Echinococcus multilocularis  führen zum Krankheitsbild der alveolären Echinokokkose (AE).

Mensch-zu-Mensch-Übertragung: Nein.

Häufigkeitsgipfel: Das mittlere Erkrankungsalter liegt zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr.

Echinococcus granulosis (Hundebandwurm)

Echinococcus granulosus ist ein circa vier bis sieben Millimeter kleiner Bandwurm.

Hauptendwirt ist der Hund, selten die Katze. Zwischenwirte sind meist Schafe oder Rinder.

Vorkommen: Er ist weltweit verbreitet. In Europa sind vor allem der Mittelmeerraum sowie der Balkan betroffen.

Infektionen des Menschen mit Echinococcus granulosus führen zum Krankheitsbild der zystischen Echinokokkose (CE).

Mensch-zu-Mensch-Übertragung: Nein.

Menschen aller Altersklassen sind betroffen.

Die nachfolgenden Ausführungen gelten für beide Formen des Erregers der Echinokokkose.

Die Übertragung des Erregers (Infektionsweg) erfolgt über die orale Aufnahme der Eier der Parasiten sowie durch Kontakt- oder Schmierinfektion (fäkal-oral: Infektionen, bei dem mit dem Stuhl (fäkal) ausgeschiedene Erreger über den Mund (oral) aufgenommen werden) mit dem Kot oder dem Fell infizierter Tiere.

Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) der alveolären Echinokokkose liegt bei bis zu 15 Jahren. Die Inkubationszeit der zystischen Echinokokkose beträgt zwischen mehreren Monaten und vielen Jahren.

Infektionen sind selten: 25 bis 40 Neuerkrankungen werden bundesweit jährlich registriert.

Verlauf und Prognose
Der Verlauf der alveolären Echinokokkose ist schleichend. In mehr als 90 % der Fälle führt die Erkrankung unbehandelt innerhalb von 10 Jahren zum Tod. Wird die Infektion allerdings rechtzeitig erkannt und erfolgt die Therapie frühzeitig und konsequent, kann die Erkrankung geheilt werden.
Die zystische Echinokokkose hat einen relativ gutartigen Verlauf. Mit 70 % ist die Leber am häufigsten betroffen, prinzipiell können aber alle Organe betroffen sein.

In Deutschland ist der direkte oder indirekte Nachweis des Erregers nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) namentlich meldepflichtig, soweit die Nachweise auf eine akute Infektion hinweisen.


     
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