Medikamentöse Therapie
Schock

Die Therapie des Schocks erfolgt in Abhängigkeit von der Ursache. Grundsätzlich muss eine Stabilisierung der Kreislaufverhältnisse erreicht werden.

Therapieempfehlungen bei hypovolämischem Schock (Ursache: intravasaler Volumenverlust)

  • Chirurgische Intervention bei Blutungen
  • Therapie mit Kristalloiden (Elektrolytlösungen)

Therapieempfehlungen beim distributiven Schock (Ursache: relative Hypovolämie infolge einer pathologischen Verteilung des intravasalen Volumens)

  • Therapie aus Vasokonstriktion und Volumenersatztherapie
  • S. u. "anaphylaktischer Schock/Anaphylaxie"
  • S. u. "Sepsis"

Therapieempfehlungen beim kardiogenen Schock (Ursache: ungenügende Herzleistung)

  • Therapie bestehend aus medikamentöser, operativer und interventioneller Therapie
  • S. u. "Kardiogener Schock"

Therapieempfehlungen beim obstruktiven Schock (Ursache: Obstruktion großer Gefäße oder des Herzens)

  • Vena-cava-Kompressionssyndrom (Synonyme: Cava-Syndrom; Hypotensives Syndrom); Schwangerschaftskomplikation: Kreislaufstörung der Mutter durch Druck des Kindes in der Gebärmutter auf die untere Hohlvene (Vena cava inferior) mit Behinderung des Blutflusses zum Herzen: entlastende Lagerungsmaßnahmen
  • Lungenarterienembolie (Lungenembolie; Verstopfung eines Blutgefäßes in der Lunge): Thrombolyse (medikamentöse Auflösung eines Thrombus/Blutpfropf)
  • Spannungspneumothorax (lebensgefährliche Form des Pneumothorax ("lungenkollaps"); entsteht, wenn Luft durch eine Verletzung in den Pleuraspalt eindringt, ohne wieder entweichen zu können): Thoraxdrainage (Ableitungssystem, das dazu dient, Flüssigkeiten und/oder Luft aus dem Brustkorb (Thorax) zu drainieren)
  • Perikardtamponade: Perikarddrainage (Ableitungssystem, das dazu dient, Flüssigkeiten aus dem Brustbeutel (Perikard) zu drainieren)

Zielwerte der hämodynamischen Therapie:

  • Mittlerer arterieller Druck (MAD; mean arterial pressure, MAP): 65-75 mmHg; niedrige Drücke können bei ausreichender Diurese (Harnausscheidung durch die Nieren) toleriert werden
  • Clearance (CI; Maß für die Klär- bzw. Entgiftungsleistung der Nieren)I): > 2,5 l/min 1/m 2 oder Cardiac Power Output (CPO) > 0,6 W oder Cardiac-Power-Index (CPI) > 0,4 W m-2
  • Diurese: ≥ 50 ml/h
  • Lactat: < 2; Lactat-Clearance: > 40 %

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Infarkt-bedingter kardiogener Schock – Diagnose, Monitoring und Therapie. (AWMF-Registernummer 019-013) Mai 2010 Langfassung
  2. S2k-Leitlinie: Anaphylaxie, Akuttherapie und Managemen. (AWMF-Registernummer: 061-025), Dezember 2013 Langfassung
  3. Muraro et al.: Anaphylaxis: Guidelines from the European Academy of Allergy and Clinical Immunology, Allergy 2014 Aug;69(8):1026-45. doi: 10.1111/all.12437. Epub 2014 Jun 9.
  4. S3-Leitlinie: Intraaortale Ballongegenpulsation in der Herzchirurgie. (AWMF-Registernummer 011 - 020) April 2015 Langfassung

     
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