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Ursachen
Extrasystolen

Pathogenese (Krankheitsentstehung)

Bei Extrasystolen handelt es sich um vorzeitige Kontraktionen des Herzmuskels zwischen den normalen Kontraktionen aufgrund einer autonomen Erregungsbildung. Extrasystolen entstehen nicht im Sinusknoten (das ist  das normale Schrittmacherzentrum), sondern in ektopen (außerhalb der normalen Schrittmacherstrukturen) Erregungszentren. Je nach dem Ort der Entstehung im Herzen unterscheidet man ventrikuläre Extrasystolen (VES, diese enstehen in den Herzkammern) und supraventrikulären Extrasystolen (SVES, diese enstehen in einem der Herzvorhöfe). 

Die supraventrikuläre Extrasystole unterteilt man in:

  • atriale SVES (ektoper Fokus befindet sich im Vorhofmyokard/Muskulatur der Vorhöfe)
  • nodale SVES (ektoper Fokus befindet sich am AV-Knoten; Synonym: AV-junktionale SVES)

Die ventrikuläre Extrasystole (VES) entsteht in einer der Ventrikel (Herzkammer). Dabei breitet sich Erregung von einem ventrikulären ektopen (außerhalb der normalen Schrittmacherstrukturen gelegenen) Fokus über die Herzkammern aus. 

  • Man unterscheidet rechtsventrikuläre von linksventrikulären Extrasystolen.
  • VES treten häufig im Zusammenhang mit einem erhöhten Sympathikotonus (Erregungszustand des sympathischen Nervensystems) oder auch im Rahmen relevanter struktureller Herzerkrankungen – am häufigsten Myokardischämie (Minderdurchblutung des Herzmuskels) – auf.
  • Polymorphe VES (entstehen an multiple Ursprungsorten im Ventrikel/Herzkammer) weisen meistens auf eine nicht ischämische Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung, die nicht mit einer Minderdurchblutung einhergeht) hin.

Meist sind Extrasystolen allerdings ohne Krankheitswert.

Ätiologie (Ursachen)

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Ernährung
    • Mikronährstoffmangel (Vitalstoffe) – siehe Prävention mit Mikronährstoffen
  • Genussmittelkonsum
    • Alkohol – 6 Drinks (70 g Alkohol) täglich:  200 % erhöhtes Risiko für supraventrikuäre Arrhythmien [1]
    • Kaffee
    • Tabak (Rauchen)
  • Psycho-soziale Situation
    • Stress

Krankheitsbedingte Ursachen

  • Cor pulmonale – Rechtsherzbelastung aufgrund von Lungenerkrankungen
  • Hypertensive Herzerkrankung – Herzerkrankung aufgrund einer Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Koronare Herzkrankheit – Atherosklerose (Arteriosklerose, Arterienverkalkung) der Herzkranzgefäße
  • Meteorismus (Blähungen) → wg. Roemheld-Syndrom (reflektorische Herzbeschwerden, die durch Gasansammlungen im Darm und Magen hervorgerufen werden; z. B. nach üppiger, fettreicher Mahlzeit; Symptomatik: Extrasystolen (Herzschlag, der außerhalb des physiologischen Herzrhythmus auftritt), Sinusbradykardie (< 60 Herzschläge/min), Sinustachykardie (> 100 Herzschläge/min), Angina pectoris (Brustenge; plötzlich auftretender Schmerz in der Herzgegend), Dysphagie (Schluckstörung), Synkope (kurzzeitige Bewusstlosigkeit), Vertigo (Schwindel))
  • Mitralklappenstenose – Verengung einer Herzklappe
  • Myokardinfarkt (Herzinfarkt)
  • Myokarditis (Herzmuskelentzündung)

Labordiagnosen – Laborparameter, die als unabhängige Risikofaktoren/Ursachen gelten

  • Hypokaliämie (Kaliummangel)
  • Hypomagnesiämie (Magnesiummangel)

Literatur

  1. Cohen EJ, Klatsky AL, Armstrong MA: Alcohol use and supraventricular arrhythmia. Am J Cardiol 1988; 62(13):971-973
     
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