Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Weitere Therapie
Verbrennungen

In Abhängigkeit von der Schwere der Verletzung sollte nach der Rettung des Patienten aus dem Gefahrenbereich umgehend der Rettungsdienst angerufen werden (Notrufnummer 112).

Beachte:

  • Bei Vorliegen einer Verbrühung sollte im Gegensatz zu einer Verbrennung die Kleidung immer sofort entfernt werden.
  • Bei einer Verbrennung sollte die eingebrannt die Kleidung nicht entfernt werden.

Grundsätze der prähospitalen Versorgung

  • Rettung aus der Gefahrenzone und nachfolgende Maßnahmen:
    1. Weiter bestehende Hitzeeinwirkung rasch beseitigen. Das bedeutet beispielsweise, dass ein Kleinkind vollständig entkleidet wird, wenn es sich mit heißem Tee überbrüht hat. Die Kleidung könnte noch mit heißem Wasser vollgesogen sein. Mit der Haut verklebte Kleidung sollte allerdings belassen werden. 
    2. Kleinere Verbrühungen/Verbrennungen: betroffene Hautareal für max. 10 Minuten mit handwarmem, fließendem Wasser (20 °C) kühlen; alternativ Kühlung einer Extremität mit nassen Tüchern (20 °C) 
    3. Flüssigkeitssubstitution ab VKOF (verbrannte Körperoberfläche) von 10 %, bzw. bei Transportzeit über 30 min, max. 10 ml/kgKG/h.
    4. Große Verbrühungen/Verbrennungen (> 15 % der VKOF) sowie im gesamten Säuglingsalter: Kühlungstherapie wg. Gefahr der Unterkühlung wird abgeraten
    5. Kleinkind: Nasse Kleidungsstücke entfernen und wärmeerhaltende Maßnahmen ergriffen.
    6. Wundflächen: Bedecken mit metallbeschichtetem Brandwundenverband 
      Beachte: Feuchtverbände sollten bei ausgedehnten Wunden sowie bei Hypothermiegefahr nicht verwendet werden!
  • Vitalfunktionen sichern
  • Basisuntersuchung/Anamnese
  • 1-2 periphere Zugänge zur sofortigen Infusionstherapie
  • Wärmeerhalt bei großflächigen Verbrennungen/bei kleinen Verbrennungen Kühlung* direkt nach der Verbrennung möglich
  • Lokale sterile Wundbehandlung, keine Reinigung
  • Ggf. frühe Intubation/Beatmung

*Zur Kühlung kleinflächiger Verbrennungen verwendet man kühles, nicht jedoch kaltes Leitungswasser (ca. 20 °C).

Kriterien für die Aufnahme in ein Schwerbrandverletztenzentrum (modifiziert nach [1])

  • Verbrennungen 2. Grades von > 15 % der VKOF; Kinder: 10 % der VKOF
  • Verbrennungen 3. Grades von > 10 % der VKOF; Kinder: > 5 % der VKOF
  • Verbrennungstrauma II. oder III. Grades, aber mit einem Risikofaktor:
    • Lokalisation an Gesicht, Hand, Fuß, Achseln oder über große Gelenke, anogenital
    • Verbrennungstrauma durch elektrischen Strom
    • Inhalationstraumata, auch in Verbindung mit leichten äußeren Verbrennungen (z. B. Explosionsunfällen)
  • Alle thermischen Verletzungen 4. Grades
  • Verbrennungen von Kindern < 8 Jahre/ Erwachsene > 60 Jahre
  • Verbrennungen bei Personen mit schweren Vorerkrankungen

Beachte: Kinder müssen unterhalb der oben genannten Indikationen für ein Schwerbrandverletztenzentrum in eine spezialisierte Klinik für brandverletzte Kinder weitergeleitet werden.

Medizinische Hilfsmittel

  • Kompressionsstrümpfe, Bandagen je nach Ausmaß und Lokalisation der Verbrennung

Impfungen

Die nachfolgenden Impfungen sind angeraten:

  • Tetanus-Impfung (bzw. Tetanusimpfschutz evaluieren)

Physikalische Therapie (inkl. Physiotherapie)

  • Frühzeitige Krankengymnastik zur Erhalt der Beweglichkeit v. a. bei Gelenkbeteiligung

Psychotherapie

  • Psychologische Betreuung
  • Detaillierte Informationen zur Psychosomatik (inkl. Stressmanagement) erhalten Sie von uns.

Organisationen und Selbsthilfegruppen

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
    Postfach 91 01 52, D-51071 Köln
    Telefon: 0221-89920, Fax: 0221-8992300, E-Mail: poststelle@bzga.de, Internet: www.bzga.de
  • Bundesinitiative für Brandverletzte e.V.
    Dorfstr. 16b, 31020 Salzhemmendorf
    Telefon: 05153/964429, E-Mail:
    Brandverletzte@brandverletzte-leben.de, Internet: www.brandverletzte-leben.de
  • Elterninitiative brandverletzter Kinder – Paulinchen e.V.
    Segeberger Chaussee 35, 22850 Norderstedt
    Telefon: 08000112123, Internet:
    www.paulinchen.de

Falls Sie sich zu weiteren möglichen Therapiemaßnahmen informieren möchten, geben Sie in die Suche des DocMedicus Gesundheitsportals die jeweilige Krankheit ein und klicken auf "Enter". Das Ergebnis der Suche ist u. a. eine Trefferliste zur Kategorie "Therapie".

Literatur

  1. S2k-Leitlinie: Thermische Verletzungen im Kindesalter (Verbrennung, Verbrühung), Behandlung. (AWMF-Registernummer: 006-128), April 2015 Langfassung

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Thermische Verletzungen im Kindesalter (Verbrennung, Verbrühung), Behandlung. (AWMF-Registernummer: 006-128), April 2015 Langfassung
     
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