Polymorphe Lichtdermatose – Folgeerkrankungen

Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch die polymorphe Lichtdermatose (durch Sonnenlicht ausgelöste Hauterkrankung) (PLD) mitbedingt sein können:

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)

  • Vitamin-D-Mangel – insbesondere infolge konsequenter Sonnenmeidung und intensiver Photoprotektion (Sonnenschutz); bei Patienten mit PLD wurden im Vergleich zu Kontrollpersonen deutlich niedrigere Serumkonzentrationen von 25-Hydroxyvitamin D nachgewiesen. Auch Patienten mit Photodermatosen (durch Licht ausgelöste Hauterkrankungen) insgesamt weisen durch ihr photoprotektives Verhalten ein erhöhtes Risiko für einen ganzjährig niedrigen Vitamin-D-Status auf [1, 2]

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Angststörungen (krankhafte Angstzustände) bzw. klinisch relevante Angstsymptomatik (Angstbeschwerden) – bei PLD gehäuft; in einer Querschnittsstudie wurden 22 % der Patienten als wahrscheinliche Fälle einer Angststörung klassifiziert. Eine stärkere Angstsymptomatik war insbesondere mit Gesichtsbeteiligung und jüngerem Erkrankungsalter assoziiert [3]
  • Depressive Störungen (Depressionen) bzw. klinisch relevante depressive Symptomatik (depressive Beschwerden) – bei PLD gehäuft; in einer Querschnittsstudie wurden 8 % der Patienten als wahrscheinliche Fälle einer depressiven Störung klassifiziert. Eine Gesichtsbeteiligung war mit stärkerer depressiver Symptomatik assoziiert [3]

Weiteres

  • Einschränkung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität – rezidivierende Hautveränderungen, Pruritus (Juckreiz), sichtbare Läsionen (Hautveränderungen) sowie die erforderliche Einschränkung der Sonnenexposition können Alltag, Freizeitaktivitäten und psychosoziales Wohlbefinden relevant beeinträchtigen [3, 4]

Prognosefaktoren

  • Langzeitpersistenz (langjähriges Fortbestehen) – die PLD kann über Jahrzehnte rezidivieren; in einer Langzeit-Registry-Analyse waren nach 20 Jahren noch 74 % der Patienten symptomatisch [5]
  • Läsionspersistenz (Fortbestehen der Hautveränderungen) über mehr als eine Woche – tendenziell mit einem prolongierten Erkrankungsverlauf (verlängerten Krankheitsverlauf) assoziiert und damit ein möglicher ungünstiger Prognosefaktor; aufgrund des breiten Konfidenzintervalls ist die Evidenz hierfür begrenzt [5]
  • Gesichtsbeteiligung – mit stärkerer Angst- und depressiver Symptomatik und damit einer höheren psychosozialen Krankheitslast assoziiert [3]
  • Jüngeres Erkrankungsalter – mit stärkerer Angstsymptomatik assoziiert [3]
  • Langzeitverlauf – trotz häufig langjähriger Persistenz bessert sich die Symptomatik bei einem großen Teil der Patienten im Verlauf oder verschwindet vollständig [5]

Literatur

  1. Gruber-Wackernagel A, Obermayer-Pietsch B, Byrne SN et al.: Patients with polymorphic light eruption have decreased serum levels of 25-hydroxyvitamin-D3 that increase upon 311 nm UVB photohardening. Photochem Photobiol Sci. 2012;11(12):1831-1836. doi:10.1039/c2pp25188d
  2. Rhodes LE, Webb AR, Berry JL et al.: Sunlight exposure behaviour and vitamin D status in photosensitive patients: longitudinal comparative study with healthy individuals at U.K. latitude. Br J Dermatol. 2014;171(6):1478-1486. doi:10.1111/bjd.13325
  3. Richards HL, Ling TC, Evangelou G et al.: Evidence of high levels of anxiety and depression in polymorphic light eruption and their association with clinical and demographic variables. Br J Dermatol. 2008;159(2):439-444. doi:10.1111/j.1365-2133.2008.08623.x
  4. Jong CT, Finlay AY, Pearse AD et al.: The quality of life of 790 patients with photodermatoses. Br J Dermatol. 2008;159(1):192-197. doi:10.1111/j.1365-2133.2008.08581.x
  5. Gruber-Wackernagel A, Schug T, Graier T et al.: Long-Term Course of Polymorphic Light Eruption: A Registry Analysis. Front Med (Lausanne). 2021;8:694281. doi:10.3389/fmed.2021.694281

Leitlinien, Referenzwerte und Protokolle

  1. Internationaler Expertenkonsensus zur personalisierten Photoprotektion: de Troya-Martín M, Rodríguez-Martínez A, Rivas-Ruiz F et al.: Personalized Photoprotection: Expert Consensus and Recommendations From a Delphi Study Among Dermatologists. Photodermatol Photoimmunol Photomed. 2025;41(1):e70001. doi:10.1111/phpp.70001 [LL1]