Einleitung
Polymorphe Lichtdermatose

Bei der polymorphen Lichtdermatose (Synonyme: benign summer light eruption; Hydroa aestivalia; Hydroa vacciniformia; juvenile spring eruption; Lichtdermatose; lucite estivale benigne; Photodermatitis multiformis acuta; Photodermatose; Polymorphe Lichtdermatose; Polymorpher Lichtausschlag durch Sonnenbestrahlung; polymorphus light eruption; Prurigo aestivalis; Sommer-Prurigo; Sonnenallergie; Sonnenlichtallergie; ICD-10 L56.4: Polymorphe Lichtdermatose) handelt es sich um eine verzögert auftretende Lichtreaktion der Haut, die mit unterschiedlichen Effloreszenzen (Hautveränderungen) einhergeht.

Sie stellt mit 90 % aller durch Licht ausgelösten Hautveränderungen die häufigste Photodermatose dar.

Die polymorphe Lichtdermatose tritt häufig saisonal chronisch-rezidivierend, oft im Frühjahr oder Frühsommer (März bis Juni), nach der ersten Sonnenbestrahlung auf. 

Man kann drei Haupttypen der polymorphen Lichtdermatose unterscheiden:

  • Papulöser Typ ‒ häufigster Typ mit kleinen Papeln ("Bläschen") auf fleckigem Erythem (flächenhafte Hautrötung)
    • Hämorrhagischer Typ ‒ zusätzlich zu den Papeln auf Erythem treten Erythrozytenextravasate auf
    • Kleinpapulösser Typ (Stecknadelkopftyp)
  • Papulovesikulöser Typ ‒ Auftreten von Papeln, Papulo-Vesikeln, Vesikeln und Bullae (Blase)
    • Iktus-Typ (Insektenstichtyp)
    • Vesikulo-bullöser Typ ‒ Extremvariante mit Vesikeln und Bullae
  • Plaques-Typ ‒ scharf begrenzte Plaques (flächenhafte oder plattenartige Substanzvermehrung der Haut), die häufig im Gesicht auftreten
    • Erythema-exsudativum-multiforme-artiger Typ ‒ kokardenartige Läsionen

Geschlechterverhältnis: Frauen scheinen häufiger betroffen zu sein als Männer.

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt vorwiegend bei Kindern und Erwachsenen im jungen und mittleren Alter auf.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) liegt zwischen 10 und 20 %, mit steigender Tendenz (in Mitteleuropa, Skandinavien, USA).

Verlauf und Prognose: Die Erkrankung verläuft schubweise nach intensiver UV-Exposition. Die Hautveränderungen treten nach wenigen Stunden bis wenigen Tagen auf, klingen aber bei Vermeidung der Sonneneinwirkung innerhalb weniger Tage ohne Narbenbildung wieder ab. Im Laufe der Zeit werden die Schübe schwächer (Gewöhnungseffekt).
Einen bedeutenden Stellenwert hat die Prophylaxe. Durch Lichtgewöhnung mittels beispielsweise Phototherapie bis hin zu allgemeinen Lichtschutzmaßnahmen (Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, das Tragen von Mützen/Hüten etc.) kann der Betroffene vorbeugen bzw. die Symptome in ihrer Intensität abmindern.


     
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