Medikamentöse Therapie
Endometriose

Therapieziele

  • Verbesserung der Symptomatik, insb. Schmerzreduktion
  • Fertilitätserhalt (Erhalt der Fruchtbarkeit)
  • Progressionsprophylaxe (Maßnahmen zur Abwendung des Fortschreitens einer Erkrankung)
  • Rezidivprophylaxe (Maßnahmen zur Abwendung eines Wiederauftretens einer Erkrankung)

Therapieindikationen [1]

  • Schmerzen
  • ungewollter Kinderlosigkeit/Infertilität
  • drohender Organverlust
  • Blutung (z. B. rektale Blutung/Blutung aus dem Mastdarm wg. endometrialer Rektuminfiltration) oder azyklische Blutungen (bei Adenomyose/Endometriosebefall des Myometriums)
  • Harnstau durch eine endometriosebedingte Ureterstenose, eine spontane Darmperforation oder eine Darmstenose [absolute Indikationen].

Therapieempfehlungen [1]

Nachfolgend das therapeutischen Vorgehen:

  • symptomatische Therapie:
    • Analgetika
    • Spasmolytika
  • endokrine Therapie (Hormontherapie) kann (neo-)adjuvant (verbesserte Ausgangssituation für die Operation zu erreichen/unterstützend) und im Rezidivfall (Wiederauftreten) zum Einsatz kommen:
    • GnRH-Analoga (GnRH-Agonisten)
    • Östrogen-Gestagen-Kombinationen bzw. Gestagene (Dienogest)
  • Siehe auch unter "Weitere Therapie".

Analgetika

Analgetika sind Schmerzmittel. Es gibt mehrere verschiedene Untergruppen, wie die NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) zu denen Ibuprofen und ASS (Acetylsalicylsäure) gehören, oder aber die Gruppe um die nichtsauren Analgetika Paracetamol und Metamizol. Sie werden alle weit verbreitet eingesetzt. Bei vielen Präparaten dieser Gruppen besteht die Gefahr von Magenulzera (Magengeschwüren) bei längerer Anwendung.
Bei der Endometriose können sie rein symptomatisch bei kleineren Herdbefunden eingesetzt werden, wenn die Schmerzen bei der Regelblutung im Vordergrund der Beschwerdeproblematik stehen.

Endokrine Therapie (Hormontherapie)

Bei der Endometriose kann man durch die kontinuierliche Gabe von Östrogen-Gestagen-Kombinationen die körpereigene Sekretion der Geschlechtshormone hemmen. So kommt es zu einer Resorption der Endometrioseherde. Diese Präparate werden jedoch aufgrund starker Nebenwirkungen nicht mehr regelhaft eingesetzt. Die Gabe von reinen Gestagenpräparaten führen neben der Reduktion der Endometrioseherde zur Schmerzlinderung. Aber auch diese Präparate haben starke Nebenwirkungen.

Das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) ist ein im Hypothalamus gebildetes Hormon, welches übergeordnet für die Freisetzung der Geschlechtshormone zuständig ist.
GnRH-Agonisten – zu ihnen zählen Buserelin oder Goserelin –
ahmen die Wirkung des natürlichen GnRH nach. Diese stimulieren anfangs die Hypophyse zur Produktion von FSH und LH (sogenannter „flare-up Effekt“). Bei weiterer Anwendung stellt sich jedoch eine Unterdrückung dieser Hormone ein, da die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) ermüdet und unempfänglich wird (sogenannte „Down-Regulation“). Die GnRH-Therapie soll auf längstens 6 Monate beschränkt werden. Wegen der z. T. erheblichen Nebenwirkungen infolge des Östrogenmangels hat sich die sog. „add-back" Therapie, begleitende Gabe von Gestagen oder Östrogen-Gestagen-Kombinationen, bewährt. Um die Nebenwirkungen zu reduzieren werden GnRH-Analoga gelegentlich auch in der halben therapeutischen oder einer absteigenden (draw-back therapy) Dosis gegeben.

Literatur

  1. S2k-Leitlinie: Endometriose: Diagnostik und Therapie. (AWMF-Registernummer: 015-045), August 2013 Langfassung

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Endometriose: Diagnostik und Therapie. (AWMF-Registernummer: 015-045), August 2013 Langfassung

     
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