Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Ursachen
Brustdrüsenentzündung (Mastitis)

Pathogenese  (Krankheitsentstehung)

Die Mastitis puerperalis (Brustdrüsenentzündung im Wochenbett) wird durch eine intrakanalikulär aszendierende (aufsteigende) Infektion, die meist von Brustwarzenrhagaden ausgeht, ausgelöst. 

Zur bakteriologischen Infektion des Brustdrüsengewebes kommt es durch [2]:

  • Staphylococcus aureus (95 %)
  • Staphylococcus epidermidis (4 %)
  • Streptokokken (3 %)
  • Pseudomonas aeruginosa (< 1 %)
  • u. a.

Bei der Mastitis non-puerperalis liegt eine noch nicht eindeutig erforschte Pathogenese vor, wobei wahrscheinlich ein Zusammenhang mit der Mastopathie oder Hormonstörungen (Hyperprolaktinämie; hyperthyreote Stoffwechsellagebesteht.
Es kann sich um eine akute abakterielle (= nicht-bakterielle) oder bakterielle Entzündung handeln. 

Im Falle einer bakteriellen Entzündung liegt im Regelfall eine Mischflorainfektion vor [3]:

  • Staphylococcus aureus (40 %)
  • koagulasenegative Staphylokokken (40 %)
  • Anaerobier (10-20 %)
  • Escherichia coli (< 5 %)
  • Proteus mirabilis (> 5 %)
  • Enterokokken und B‑Streptokokken, Laktobazillen, Fusobakterien, Mykoplasmen, u. a. (< 5 %) 

Abakterielle (nicht-bakterielle) Varianten der non-puerperalen Brustentzündung (Synonym: nichtinfektiöse Mastitiden) sind die chronische unspezifische Begleitmastitis (z. B. bei der häufigen fibrös-zystischen Mastopathie), granulomatöse Mastitis (GM; z. B. bei Sarkoidose oder auch idiopathisch nach Schwangerschaft), lymphozytische Mastitis (z. B. bei Diabetes mellitus oder Autoimmunerkrankungen), Plasmazellmastitis oder die spezifische Mastitis.

Bei einer Begleitmastitis handelt es sich beispielsweise um eine Mastitis bei hormonell stimulierter Mamma (z. B. Hyperprolaktinämie (Erhöhung des Prolaktinspiegels im Blut)). Dieses führt zu einem Milchstau, der wiederum die Entzündung auslöst. 

Die Ursache einer granulomatösen Mastitis ist im Regelfall retiniertes Sekret, das ein von Plasmazellen dominiertes Entzündungsbild aufweist. Das dabei entstehende Granulationsgewebe ist das Ergebnis von Mikroabszessen. Histopathologisch unterscheidet man drei verschiedene Formen der GM:

  • granulomatöse, galaktostatische oder destruierende Mastitis
  • granulömatöse lobuläre oder idiopathische Mastitis
  • spezifische granulomatöse Form

Ätiologie (Ursachen)

Biographische Ursachen

  • Makromastie (übermäßig großer Busen) (Mastitis non-puerperalis)
  • Lebensalter/Hormonelle Faktoren
    • Geschlechtsreife
    • Das Maximum des Auftretens der Mastitis puerperalis (Brustdrüsenentzündung im Wochenbett) liegt bei 2-3 Wochen nach der Entbindung. Häufiger betroffen sind Erstgebärende sowie Frauen, die schon einmal eine Mastitis hatten.
    • Das Maximum des Auftretens der Mastitis non-puerperalis (Brustdrüsenentzündung außerhalb einer Schwangerschaft oder des Wochenbettes) liegt bei einem Alter von bis zu 40 Jahren. Ein weiterer Häufigkeitsgipfel findet sich im präklimakterischen Zeitraum.

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Genussmittelkonsum
    • Tabak (Rauchen) (Mastitis non-puerperalis)
  • Ungenügende Hygiene beim Stillen (Mastitis puerperalis)
  • Übergewicht (BMI ≥ 25; Adipositas) (Mastitis non-puerperalis)

Krankheitsbedingte Ursachen

  • Aktinomykose – chronische Pilzinfektion
  • Galaktorrhoe – krankhafter Brustmilchausfluss ohne das eine Schwangerschaft stattgefunden hat (Mastitis non-puerperalis)
  • Hohlwarzen (Mastitis puerperalis)
  • Hyperprolaktinämie – erhöhte Prolaktin-Werte im Blut (Hormon, welches unter anderem das Brustdrüsenwachstum und die Milchsekretion fördert) (Mastitis non-puerperalis)
  • Lepra – chronische tropische Infektionskrankheit
  • Makromastie – übermäßige Größe der Brust
  • Mammaverletzungen – Verletzungen der Brust
  • Mastodynie – zyklusabhängige Spannungsgefühle in den Brüsten bzw. Brustschmerzen
  • Mastopathie – Veränderungen der Brustdrüse
  • Milchstau (Mastitis puerperalis)
  • Sarkoidose (Synonyme: Morbus Boeck; Morbus Schaumann-Besnier) – systemische Erkrankung des Bindegewebes mit Granulombildung (Haut, Lunge und Lymphknoten)
  • Sekretstau (Mastitis non-puerperalis)
  • Syphilis – sexuell-übertragbare Infektionskrankheit
  • Tuberkulose – Schwindsucht; bakterielle Infektion, die sich vor allem in der Lunge abspielt
  • Typhus – Infektionskrankheit mit schweren Durchfällen

Medikamente

  • Östrogenbetonte Ovulationshemmer (Empfängnisverhütungsmittel)
  • Sexualsteroiddepotpräparate – Kombination weiblicher Geschlechtshormone, die vor allem bei klimakterischen Beschwerden (Wechseljahre)
  • Tranquilizer Beruhigungsmittel wie beispielsweise Diazepam

Weitere Ursachen

  • Abgelaufene Stillperiode
  • Stillen

Literatur

  1. Stauber M, Weyerstahl T: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme Verlag Stuttgart 2005:360
  2. Marchant DJ: Inflammation of the breast. Obstet Gynecol Clin North Am 2002 Mar;29(1):89-102.
  3. Eryilmaz R, Sahin M, Hakan Tekelioglu M, Daldal E: Management of lactational breast abscesses. Breast 2005 Oct;14(5):375-9.
     
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