Zollinger-Ellison-Syndrom – Körperliche Untersuchung

Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:

  • Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Blutdruck, Puls, Körpergewicht; des Weiteren:
    • Beurteilung des Allgemein- und Ernährungszustands
    • Beurteilung des Hydratationszustands (Flüssigkeitshaushalts), insbesondere bei ausgeprägter Diarrhoe (Durchfall)
    • Inspektion von Haut und Schleimhäuten
      • Bei Verdacht auf eine Multiple endokrine Neoplasie Typ 1 (erbliches Tumorsyndrom mehrerer Hormondrüsen) (MEN1): gezielte Inspektion auf Angiofibrome (gutartige Gefäß-Bindegewebstumoren), Kollagenome (gutartige Bindegewebstumoren) und Lipome (gutartige Fettgewebsgeschwülste)
  • Untersuchung des Abdomens
    • Inspektion des Abdomens
    • Auskultation (Abhören) der Darmgeräusche
    • Perkussion (Abklopfen) und Palpation (Abtasten) des Abdomens
      • Prüfung auf epigastrischen (im Oberbauch gelegenen) Druckschmerz und Abwehrspannung (unwillkürliche Anspannung der Bauchdecke)
      • Prüfung auf tastbare Resistenzen (Verhärtungen)
      • Beurteilung von Lebergröße und Leberkonsistenz bei Verdacht auf hepatische Metastasierung (Absiedlung von Tumorzellen in der Leber)

Red Flags (Warnzeichen) bei Zollinger-Ellison-Syndrom

  • Hämatemesis (Bluterbrechen), Meläna (Teerstuhl) oder Kreislaufinstabilität (instabiler Kreislauf) als Hinweis auf eine akute obere gastrointestinale (den Magen-Darm-Trakt betreffende) Blutung
  • Akut einsetzende starke Abdominalschmerzen (Bauchschmerzen) mit Abwehrspannung bzw. Peritonismus (Bauchdeckenreizung) als Hinweis auf eine Ulkusperforation (Durchbruch eines Geschwürs)
  • Persistierendes Erbrechen mit klinischen Zeichen einer Magenausgangs- bzw. Duodenalstenose (Verengung des Magenausgangs bzw. Zwölffingerdarms)
  • Ausgeprägte wässrige Diarrhoe mit klinischen Zeichen der Exsikkose (Austrocknung) bzw. Kreislaufbeeinträchtigung

Für das Zollinger-Ellison-Syndrom existieren keine spezifischen bzw. pathognomonischen (krankheitsbeweisenden) körperlichen Untersuchungsbefunde.