Burning-Mouth-Syndrom – Folgeerkrankungen

Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen, Komplikationen und klinisch relevanten Begleitfolgen, die mit dem Burning-Mouth-Syndrom (BMS) assoziiert sein beziehungsweise durch dieses mitbedingt sein können:

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Angststörungen beziehungsweise klinisch relevante Angstsymptomatik (Angstbeschwerden) – erhöhte Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) und konsistente Assoziation (gleichbleibender Zusammenhang) bei Burning-Mouth-Syndrom; insbesondere bei persistierendem (anhaltendem) Zungenbrennen, hoher Symptomlast (Beschwerdelast) und chronischem orofazialem Schmerz (lang anhaltendem Schmerz im Mund-Gesichts-Bereich) klinisch relevant [1-3, LL1-2]
  • Depressive Störungen (krankhafte Niedergeschlagenheit) beziehungsweise klinisch relevante depressive Symptomatik (depressive Beschwerden) – erhöhte Inzidenz und häufige psychische Begleitbelastung bei Burning-Mouth-Syndrom; besonders bei chronischem Verlauf, Schlafbeeinträchtigung und reduzierter gesundheitsbezogener Lebensqualität (krankheitsbezogener Lebensqualität) zu berücksichtigen [1-4, LL1-2]
  • Schlafstörungen (gestörter Schlaf) – häufige BMS-assoziierte Belastung mit reduzierter Schlafqualität; die Evidenz (wissenschaftliche Beweislage) stützt eine relevante Assoziation, eine direkte Kausalität (Ursächlichkeit) ist jedoch nicht abschließend belegt [3, 5]

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Chronische orale Dysästhesie (lang anhaltende Missempfindung im Mund) beziehungsweise chronischer orofazialer Schmerz als zentrale Krankheitsmanifestation (Hauptausprägung der Erkrankung) – persistierende brennende oder dysästhetische (mit Missempfindungen verbundene) Missempfindung der Mundschleimhaut über mehr als 3 Monate; wesentliche Krankheitslast des Burning-Mouth-Syndroms und relevanter Treiber psychischer sowie funktioneller Folgebeeinträchtigungen [LL1-2]

Weiteres

  • Beeinträchtigung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität – systematisch belegte funktionelle (die Alltagsfunktion betreffende) und psychosoziale (seelisch-soziale) Belastung bei Burning-Mouth-Syndrom; insbesondere relevant bei langdauernden Beschwerden, Schmerzfokussierung, Schlafstörungen, Angst und depressiver Symptomatik [4]

Prognosefaktoren

  • Psychische Komorbidität (Begleiterkrankung) – Angststörungen und depressive Symptomatik sind mit höherer Symptomlast, stärkerer Schmerzfokussierung und reduzierter gesundheitsbezogener Lebensqualität assoziiert [1-4]
  • Schlafqualität – Schlafstörungen können die subjektive Krankheitslast und Schmerzverarbeitung ungünstig beeinflussen; eine direkte Kausalität ist jedoch nicht abschließend gesichert [3, 5]
  • Dauer und Persistenz (Fortbestehen) der Beschwerden – ein chronischer Verlauf über mehr als 3 Monate entspricht der diagnostischen Kerncharakteristik (wesentlichen Erkennungsmerkmalen) des Burning-Mouth-Syndroms und erhöht die funktionelle sowie psychosoziale Belastung [LL1-2]
  • Ausmaß der oralen Dysästhesie beziehungsweise des chronischen orofazialen Schmerzes – höhere Symptomlast ist klinisch relevant für Lebensqualität, psychische Begleitbelastung und Behandlungsbedarf [3, 4, LL1-2]

Literatur

  1. Kim JY, Kim YS, Ko I, Kim DK: Association Between Burning Mouth Syndrome and the Development of Depression, Anxiety, Dementia, and Parkinson Disease. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg. 2020;146(6):561-569. https://doi.org/10.1001/jamaoto.2020.0526
  2. Dibello V, Ballini A, Lozupone M et al.: Exploring the Association of Burning Mouth Syndrome with Depressive and Anxiety Disorders in Middle-Aged and Older Adults: A Systematic Review. J Pers Med. 2023;13(6):1014. https://doi.org/10.3390/jpm13061014
  3. Dugan C, Popescu BO, Tovaru S et al.: Neuropsychological assessment of Romanian burning mouth syndrome patients: stress, depression, sleep disturbance, and verbal fluency impairments. Front Psychol. 2023;14:1176147. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2023.1176147
  4. Pereira JV, Normando AGC, Rodrigues-Fernandes CI et al.: The impact on quality of life in patients with burning mouth syndrome: A systematic review and meta-analysis. Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral Radiol. 2021;131(2):186-194. https://doi.org/10.1016/j.oooo.2020.11.019
  5. Alhendi F, Ko E, Graham L, Corby P: The association of sleep disturbances with burning mouth syndrome: An overlooked relationship-a qualitative systematic review. Oral Dis. 2023;29(1):6-20. https://doi.org/10.1111/odi.14051

Leitlinien

  1. International Headache Society: The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition. Cephalalgia. 2018;38(1):1-211. https://doi.org/10.1177/0333102417738202
  2. International Classification of Orofacial Pain, 1st edition (ICOP). Cephalalgia. 2020;40(2):129-221. https://doi.org/10.1177/0333102419893823