Nebenschilddrüsenunterfunktion (Hypoparathyreoidismus) – Labordiagnostik

Laborparameter 1. Ordnung – obligate Laboruntersuchungen

  • Parathormon (PTH, intakt) [↓ bzw. inadäquat normal bei bestehender Hypocalcämie (zu niedriger Calciumspiegel im Blut)]
  • Elektrolyte
    • Calcium – albuminkorrigiertes Gesamtcalcium oder ionisiertes Calcium [↓]
    • Phosphat [↑]
    • Magnesium – zum Ausschluss beziehungsweise Nachweis eines funktionellen Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) bei Hypomagnesiämie (Magnesiummangel)
  • Nierenparameter – Kreatinin mit Berechnung der eGFR
  • Albumin – zur Korrektur des Gesamtcalciums und zum Ausschluss einer Pseudohypocalcämie (scheinbar zu niedriger Calciumspiegel im Blut) bei Hypoalbuminämie (erniedrigter Albuminspiegel)
  • Vitamin D – 25-OH-Vitamin D
  • 24-h-Urin – Calcium und Kreatinin

Laborparameter 2. Ordnung – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und den obligaten Laborparametern – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • 1,25-(OH)2-Vitamin D – nur in ausgewählten Konstellationen, nicht als Routinediagnostik
  • Genetische Diagnostik – bei nichtchirurgischem Hypoparathyreoidismus (Unterfunktion der Nebenschilddrüsen) ohne offensichtliche Ursache, bei frühem Manifestationsalter (Auftretensalter), positiver Familienanamnese oder Verdacht auf syndromale Formen
  • Autoimmunitätsdiagnostik – bei klinischem Verdacht auf autoimmune Genese beziehungsweise APS-1/APECED; CaSR-Autoantikörper nur in Spezialdiagnostik, nicht als Routinetest
  • Weiterführende Diagnostik bei Verdacht auf PTH-Resistenz/Pseudohypoparathyreoidismus – primär klinisch-biochemische Einordnung und molekulargenetische Diagnostik; der Ellsworth-Howard-Test ist heute keine Routinediagnostik

Weitere Hinweise

  • Ein primärer Hypoparathyreoidismus (Unterfunktion der Nebenschilddrüsen) ist wahrscheinlich bei Hypocalcämie (zu niedriger Calciumspiegel im Blut) in Kombination mit erniedrigtem oder inadäquat normalem Parathormon; eine Hyperphosphatämie (erhöhter Phosphatspiegel im Blut) stützt die Diagnose.
  • Eine Hypomagnesiämie (Magnesiummangel) kann einen funktionellen Hypoparathyreoidismus verursachen oder verstärken und muss deshalb obligat ausgeschlossen beziehungsweise korrigiert werden.
  • Zur Basisbeurteilung chronischer Verläufe gehört zusätzlich die Erfassung der renalen (die Niere betreffenden) Situation mit Kreatinin/eGFR und 24-h-Urin auf Calcium und Kreatinin, da Hypoparathyreoidismus mit renalen (die Niere betreffenden) Komplikationen (Folgeproblemen) assoziiert ist.
  • Bei Verdacht auf Pseudohypoparathyreoidismus sprechen Hypocalcämie (zu niedriger Calciumspiegel im Blut) und Hyperphosphatämie (erhöhter Phosphatspiegel im Blut) bei erhöhtem Parathormon für eine PTH-Resistenz; heute steht die klinisch-biochemische und molekulargenetische Abklärung im Vordergrund.
  • Bei nichtchirurgischem Hypoparathyreoidismus ohne erkennbare Ursache sollte großzügig an genetische Ursachen gedacht werden.