Otosklerose – Körperliche Untersuchung
Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:
- Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Blutdruck, Puls, Körpergewicht und Körpergröße
- HNO-ärztliche Untersuchung – inklusive Inspektion des äußeren Ohres und des Gehörganges
- Otoskopie (Ohrspiegelung)
- Trommelfell in der Regel intakt und reizlos
- [Selten Schwartze-Zeichen: rötliche Verfärbung hinter dem Trommelfell durch Hyperämie (verstärkte Durchblutung) des Promontoriums (Knochenvorsprung im Mittelohr) bei aktiver Otospongiose (aktivem Knochenumbau der Ohrkapsel); das Fehlen des Zeichens schließt eine Otosklerose nicht aus]
- Orientierende Hörprüfung mittels Stimmgabelversuchen, vorzugsweise mit einer 512-Hz-Stimmgabel
- Weber-Versuch
- [Bei einseitiger Schallleitungsschwerhörigkeit (Schwerhörigkeit durch gestörte Schallübertragung) Lateralisierung (Seitverlagerung der Schallwahrnehmung) in das betroffene Ohr]
- [Bei beidseitiger asymmetrischer Schallleitungsschwerhörigkeit Lateralisierung in das stärker betroffene Ohr]
- Bei annähernd symmetrischer beidseitiger Otosklerose ist eine eindeutige Lateralisierung ggf. nicht nachweisbar.
- Rinne-Versuch
- [Rinne negativ: Knochenleitung (Schallübertragung über den Knochen) wird gegenüber der Luftleitung (Schallübertragung über den Gehörgang) stärker bzw. länger wahrgenommen; Hinweis auf eine relevante Schallleitungsschwerhörigkeit]
- Ein positiver Rinne-Versuch schließt eine geringgradige Schallleitungskomponente (Anteil einer gestörten Schallübertragung) bzw. eine Otosklerose nicht aus.
- Die Stimmgabelversuche dienen der klinischen Orientierung und ersetzen nicht die weiterführende audiologische Diagnostik (Hördiagnostik).
- Weber-Versuch
- Otoskopie (Ohrspiegelung)
- Neurologische Untersuchung (Untersuchung des Nervensystems) – insbesondere bei Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, asymmetrischer Hörstörung oder weiteren neurologischen Symptomen zur differentialdiagnostischen Abklärung (Abklärung anderer möglicher Ursachen)
- Prüfung der Hirnnerven (Nerven, die direkt vom Gehirn ausgehen), insbesondere N. facialis und orientierend N. vestibulocochlearis [Hirnnervenausfälle (Funktionsausfälle der Hirnnerven) als Hinweis auf eine alternative bzw. zusätzliche Ursache der Hörstörung]
- Orientierende Prüfung von Stand und Gang [Stand- bzw. Gangataxie (Störung der Stand- bzw. Gangkoordination)]
In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.