Harnverhaltung (Ischurie) – Medizingerätediagnostik
Fakultative Medizingerätediagnostik – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und den obligaten Laborparametern – zur differentialdiagnostischen Abklärung
- Stufe 1: Bestätigung des Harnverhaltens (Unfähigkeit, die Harnblase zu entleeren) und Basisbeurteilung
- Sonographie der Harnblase (Ultraschall der Harnblase) – Methode der ersten Wahl zur Bestätigung eines Harnverhaltes (Unfähigkeit, die Harnblase zu entleeren); Nachweis einer überdehnten Harnblase (stark gefüllte Harnblase) und Abschätzung des Blasenvolumens
- bei bestätigter Ischurie (Harnverhalt): sofortige Harnableitung (Ableitung des Urins aus der Harnblase) (z. B. transurethraler Harnblasenkatheter (Blasenkatheter über die Harnröhre) oder suprapubischer Katheter (Blasenkatheter durch die Bauchwand))
- Restharnbestimmung – sonographisch (mittels Ultraschall) nach spontaner Miktion (Wasserlassen) oder nach Katheterentfernung
- klinisch relevant: Restharn ≥ 50-100 ml
- > 200 ml sprechen für eine relevante Blasenentleerungsstörung (Störung beim vollständigen Entleeren der Harnblase)
- Sonographie der Harnblase (Ultraschall der Harnblase) – Methode der ersten Wahl zur Bestätigung eines Harnverhaltes (Unfähigkeit, die Harnblase zu entleeren); Nachweis einer überdehnten Harnblase (stark gefüllte Harnblase) und Abschätzung des Blasenvolumens
- Stufe 2: Abklärung einer subvesikalen Obstruktion (Abflussbehinderung unterhalb der Harnblase)
- Prostatasonographie (Ultraschall der Prostata) (transabdominell (über die Bauchdecke) oder transrektal (über den Enddarm)) – Beurteilung von Größe, Struktur und möglichen Raumforderungen (Gewebeveränderungen oder Tumoren) der Prostata (Vorsteherdrüse)
- Hinweis: Die Prostatagröße korreliert nicht zuverlässig mit dem Ausmaß der subvesikalen Obstruktion (Abflussbehinderung unterhalb der Harnblase)
- Uroflowmetrie (Messung der Stärke des Harnstrahls) – funktionelle Beurteilung des Harnflusses
- benigne Prostatahyperplasie (BPH) (gutartige Vergrößerung der Prostata): abgeflachtes Harnstrahlmaximum
- Harnröhrenstriktur (Verengung der Harnröhre): stark abgeflachtes bzw. verlängertes Harnflussprofil
- Prostatasonographie (Ultraschall der Prostata) (transabdominell (über die Bauchdecke) oder transrektal (über den Enddarm)) – Beurteilung von Größe, Struktur und möglichen Raumforderungen (Gewebeveränderungen oder Tumoren) der Prostata (Vorsteherdrüse)
- Stufe 3: Abklärung der oberen Harnwege
- Nierensonographie (Ultraschall der Nieren) – zum Nachweis einer Harnstauung (Hydronephrose) (Aufstau von Urin im Nierenbecken) oder anderer Ursachen einer Abflussstörung (Behinderung des Urinabflusses)
- Stufe 4: Endoskopische Diagnostik
- Urethrozystoskopie (Spiegelung von Harnröhre und Harnblase) – direkte Darstellung von Harnröhre (Verbindung zwischen Harnblase und äußerer Harnöffnung) und Harnblase
- Indikationen: Harnröhrenstriktur (Verengung der Harnröhre), Blasenstein (Stein in der Harnblase), Blasentumor (Tumor der Harnblase), intravesikale Obstruktion (Abflussbehinderung innerhalb der Harnblase)
- Urethrozystoskopie (Spiegelung von Harnröhre und Harnblase) – direkte Darstellung von Harnröhre (Verbindung zwischen Harnblase und äußerer Harnöffnung) und Harnblase
- Stufe 5: Erweiterte Bildgebung bei unklarer Ursache
- Computertomographie (CT) Abdomen/Becken – bei Verdacht auf Tumoren (Gewebeneubildungen), retroperitoneale Prozesse (Erkrankungen im Raum hinter dem Bauchfell) oder komplizierte Urolithiasis (Harnsteinerkrankung)
- Magnetresonanztomographie (MRT) Becken – bei speziellen Fragestellungen (z. B. neurogene Blasenentleerungsstörung (Störung der Blasenentleerung durch Nervenerkrankungen), Tumorstadienbestimmung (Bestimmung der Tumorausbreitung))
- Urographie (Ausscheidungsurogramm) (Röntgenuntersuchung der Harnwege mit Kontrastmittel) oder Röntgen-Abdomen (Röntgenaufnahme des Bauchraumes) – heute nur noch selten eingesetzt; ggf. Nachweis röntgendichter Konkremente (im Röntgen sichtbare Steine)