Atemnotsyndrom des Erwachsenen (ARDS) – Einleitung

Atemnotsyndrom des Erwachsenen (ARDS; engl. Adult (Acute) Respiratory Distress Syndrome) – umgangssprachlich Schocklunge genannt – (Adult (Acute) Respiratory Distress Syndrome; Synonyme; Adult respiratory distress syndrome [ARDS]; ARDS [Atemnotsyndrom beim Erwachsenen]; Atemnotsyndrom; Atemnotsyndrom beim Erwachsenen [ARDS]; Atemnotzustand; Hyaline Membranen beim Erwachsenen; Pulmonalinsuffizienz nach Schock; Pulmonalinsuffizienz nach Trauma; Respiratory-distress-Syndrom beim Erwachsenen; ICD-10-GM J80) beschreibt das akute Lungenversagen beim vorher lungengesunden Menschen.

Führende Kennzeichen des ARDS sind eine schwere Hypoxie (Sauerstoffmangel) und pulmonale bilaterale Infiltrate (beidseitige Einwanderung von Entzündungszellen in das Lungengewebe).

Das ARDS wird nach der Berlin-Definition (European Society of Intensive Care Medicine, American Thoracic Society, Society of Critical Care Medicine) definiert (s. u. Klassifikation).

Die Angaben zur Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) variieren zwischen 5-50 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr (in Deutschland). Berücksichtigt man die Schwere der Erkrankung findet man Angaben von ca. 1,5 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr für das schwere ARDS und für das milde ARDS von ca. 89 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr.

Verlauf und Prognose: Die Prognose ist abhängig vom Therapieerfolg hinsichtlich der Grunderkrankung und vom Zeitpunkt des Therapiebeginns des ARDS (je früher, desto besser). Bei regelmäßigem Alkoholkonsum und bereits bestehenden extrapulmonalen Erkrankungen verschlechtert sich die Prognose.
Anerkannnte Therapiestrategie ist eine möglichst lungenprotektive ("lungenschützende") Beatmung.

Die Letalität (Sterblichkeit bezogen auf die Gesamtzahl der an der Krankheit Erkrankten) beträgt bei posttraumatischem ARDS ohne Thoraxtrauma ca. 10 %, bei posttraumatischem ARDS mit Thoraxtrauma ca. 25 %, bei parapneumonischem ARDS ca. 50 % und bei ARDS mit Sepsis (Blutvergiftung) und Multiorgandysfunktion mehr als 80 %.