Leberkrebs (Leberzellkarzinom) – Differentialdiagnosen
Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (Bauchspeicheldrüse) (K70-K77; K80-K87)
- Dysplastische Leberknoten (krankhaft veränderte Leberknoten) – insbesondere hochgradig dysplastische Knoten in der zirrhotischen Leber können bildmorphologisch und histologisch nur schwierig von einem frühen hepatozellulären Karzinom (HCC; Leberzellkrebs) abzugrenzen sein
- Fokale noduläre Hyperplasie (FNH; gutartige knotige Leberveränderung) – benigne hyperplastische Leberläsion; differentialdiagnostisch insbesondere bei atypischer Bildgebung sowie gegenüber dem fibrolamellären HCC (besondere Form des Leberzellkrebses) relevant
- Leberabszess (Eiteransammlung in der Leber) – insbesondere ein atypischer bzw. organisierter oder teilweise nekrotischer Abszess kann eine tumoröse Leberläsion imitieren; klinische Entzündungszeichen und das charakteristische Kontrastmittel- bzw. Diffusionsverhalten unterstützen die Abgrenzung
- Regenerative Leberknoten (Regenerationsknoten der Leber) – bei Leberzirrhose (Lebervernarbung) häufige noduläre Läsionen; insbesondere bei atypischer Vaskularisation differentialdiagnostisch gegenüber kleinen HCC relevant
Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)
- Hepatoblastom (bösartiger Lebertumor im Kindesalter) – wichtigste altersabhängige Differentialdiagnose eines malignen primären Lebertumors im Kindesalter; für das HCC des Erwachsenen ohne relevante differentialdiagnostische Bedeutung
- Hepatozelluläres Adenom (gutartiger Leberzelltumor) – wichtige benigne Differentialdiagnose insbesondere in der nichtzirrhotischen Leber; bestimmte molekulare Subtypen und hochdifferenzierte HCC können sich bildmorphologisch und histologisch überlappen
- Intrahepatisches Cholangiokarzinom (iCCA; Gallengangskrebs innerhalb der Leber) – wichtigste andere primäre epitheliale Lebermalignität; insbesondere bei atypischem Kontrastmittelverhalten eines vermeintlichen HCC abzugrenzen
- Kombiniertes hepatozellulär-cholangiokarzinom (cHCC-CCA; kombinierter Leberzell- und Gallengangskrebs) – primäre Lebermalignität mit hepatozellulärer und cholangiozellulärer Differenzierung; kann bildmorphologisch ein HCC imitieren und erfordert bei atypischer Konstellation eine histologische Sicherung
- Leberhämangiom (gutartiger Blutgefäßtumor der Leber) – insbesondere atypische bzw. sklerosierte Hämangiome können bei fehlendem klassischem Kontrastmittelverhalten eine maligne Leberläsion imitieren
- Lebermetastasen (Tochtergeschwülste in der Leber) – insbesondere hypervaskularisierte Metastasen, z. B. neuroendokriner Tumoren (Tumoren hormonbildender Nervenzellen) oder eines Nierenzellkarzinoms (Nierenkrebs), können ein HCC imitieren; besonders relevant bei nichtzirrhotischer Leber oder bekannter extrahepatischer Tumorerkrankung