Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) – Medikamentöse Therapie
Die folgenden Empfehlungen betreffen das exokrine, insbesondere duktale Adenokarzinom (Drüsenkrebs) des Pankreas. Neuroendokrine Neoplasien (Tumoren aus hormonbildenden Zellen) des Pankreas erfordern andere Therapiekonzepte.
Therapieziele
- Verbesserung tumorbedingter Beschwerden und der krankheitsbezogenen Lebensqualität.
- Erreichen einer R0-Resektion bei resektabler oder sekundär resektabler Erkrankung.
- Verringerung des Rezidivrisikos (Risiko, dass die Erkrankung zurückkehrt) durch adjuvante Chemotherapie.
- Verlängerung des progressionsfreien Überlebens und Gesamtüberlebens durch stadienadaptierte systemische Therapie.
- Vermeidung beziehungsweise Behandlung tumorbedingter Komplikationen wie Cholestase (Gallenstau), Schmerzen, Kachexie (ausgeprägte krankheitsbedingte Auszehrung), exokrine und endokrine Pankreasinsuffizienz (unzureichende Bildung von Verdauungsenzymen und Hormonen durch die Bauchspeicheldrüse) sowie gastrointestinale Obstruktion (Blockade im Magen-Darm-Trakt).
- Palliative Symptomkontrolle bei fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung.
Therapieempfehlungen
Grundsätze
- Die Therapie soll interdisziplinär im Tumorboard festgelegt werden. Die Resektabilität ist anhand kontrastmittelgestützter Schnittbildgebung, Gefäßbeteiligung, Fernmetastasierung (Ausbreitung von Krebs in weiter entfernte Organe), Allgemeinzustand, Komorbiditäten (Begleiterkrankungen) und Tumorbiologie zu beurteilen [LL1, LL2].
- Vor nichtoperativer Tumortherapie ist in der Regel eine histologische oder zytologische Diagnosesicherung erforderlich. Eine klinisch relevante biliäre Obstruktion (Blockade der Gallenwege) beziehungsweise Cholangitis (Entzündung der Gallenwege) ist vor intensiver Chemotherapie zu behandeln [LL1].
- Die Auswahl berücksichtigt ECOG-Leistungsstatus, Organfunktionen, Bilirubin, vorbestehende Neuropathie (Nervenschädigung), Blutbild, Ernährungszustand, Patientenpräferenz und Therapieziel. Ein hohes Lebensalter allein entscheidet nicht über die Eignung für eine Kombinationstherapie [LL1–LL3].
- Beim fortgeschrittenen Pankreaskarzinom ist frühzeitig eine therapieentscheidende molekulare Diagnostik zu veranlassen, insbesondere hinsichtlich BRCA1/2, PALB2, MSI-H/dMMR, NTRK-Fusionen und RAS-Veränderungen. Bei KRAS-Wildtyp ist die Suche nach seltenen adressierbaren Veränderungen besonders relevant. Eine Keimbahndiagnostik und gegebenenfalls humangenetische Beratung sind entsprechend der klinischen Konstellation anzubieten [LL1, LL2, LL5, LL6].
- Eine Leitlinienempfehlung, eine europäische Zulassung, eine US-amerikanische Zulassung und eine Kostenerstattung sind getrennt zu beurteilen. Bei einzelnen etablierten Chemotherapiekombinationen entsprechen nicht alle Komponenten und Einsatzsituationen der jeweiligen Einzelzulassung.
Resektables Pankreaskarzinom
- Bei eindeutig resektabler Erkrankung ist die primäre Operation das zentrale kurative Verfahren. Eine routinemäßige neoadjuvante Behandlung soll hier nicht aus den Empfehlungen für borderline resektable Tumoren abgeleitet werden; nach der gültigen deutschen S3-Leitlinie soll sie außerhalb von Studien nicht regelhaft erfolgen [LL1, LL4].
- Nach R0- oder R1-Resektion soll bei ausreichender Belastbarkeit eine adjuvante Chemotherapie über insgesamt sechs Monate angeboten werden. Bevorzugt wird modifiziertes FOLFIRINOX bei geeigneten Patienten, insbesondere mit ECOG 0–1 und ausreichender Organfunktion [2, 3, LL1].
- Gemcitabin plus Capecitabin ist eine evidenzbasierte Alternative, wenn modifiziertes FOLFIRINOX nicht geeignet ist. Bei fehlender Eignung für eine Kombination kommt Gemcitabin allein in Betracht [1, 10, 14, LL1].
- Die Behandlung beginnt nach ausreichender postoperativer Erholung, möglichst innerhalb von zwölf Wochen. Die Möglichkeit, die geplante Behandlung vollständig durchzuführen, ist wichtiger als ein sehr früher Beginn bei noch unzureichender Rekonvaleszenz [LL1].
Borderline resektables Pankreaskarzinom
- Eine präoperative Chemotherapie oder gegebenenfalls Radiochemotherapie soll im interdisziplinären Konzept geprüft und in der Regel durchgeführt werden. Anatomische Gefäßkontakte, biologische Risikomerkmale und die Belastbarkeit sind gemeinsam zu bewerten; ein isoliert erhöhtes CA19-9 ersetzt keine vollständige Stadienklärung [6, LL1, LL2].
- Bei ausreichender Belastbarkeit werden häufig modifizierte FOLFIRINOX-Regime eingesetzt. Gemcitabin plus nab-Paclitaxel ist eine Alternative im spezialisierten Zentrum. Für Gemcitabin plus Capecitabin liegen Phase-II-Daten aus ESPAC5 vor; daraus folgt keine Gleichwertigkeit aller präoperativen Regime [6, LL1, LL2].
- Nach Vorbehandlung erfolgen erneute Stadienbeurteilung und chirurgische Evaluation. Bei fehlender Fernprogression (Fortschreiten der Erkrankung an entfernten Stellen im Körper) kann eine Exploration beziehungsweise Resektion auch ohne ausgeprägte radiologische Tumorverkleinerung sinnvoll sein [LL1].
Lokal fortgeschrittenes, nicht resektables Pankreaskarzinom
- Bei ausreichendem Allgemeinzustand erfolgt zunächst eine systemische Chemotherapie, meist mit FOLFIRINOX beziehungsweise modifiziertem FOLFIRINOX oder Gemcitabin plus nab-Paclitaxel. Bei eingeschränkter Belastbarkeit kommt Gemcitabin allein infrage [LL1, LL2].
- Nach etwa zwei bis vier Monaten und im weiteren Verlauf ist die Möglichkeit einer sekundären Resektion im erfahrenen Tumorboard erneut zu beurteilen [LL1].
- Eine konsolidierende Radiochemotherapie oder stereotaktische Radiotherapie kann bei ausgewählten Patienten nach Induktionschemotherapie zur lokalen Kontrolle erwogen werden. Sie ersetzt keine wirksame Systemtherapie; ein allgemeiner Überlebensvorteil ist nicht gesichert [LL1, LL2].
Metastasiertes Pankreaskarzinom
- Bei ECOG 0–1 und ausreichenden Organfunktionen kommen FOLFIRINOX, modifiziertes FOLFIRINOX, NALIRIFOX oder Gemcitabin plus nab-Paclitaxel in Betracht. NALIRIFOX ist in der EU für die Erstlinie des metastasierten Adenokarzinoms des Pankreas zugelassen [7, 12, 19, LL3, FI3].
- In NAPOLI 3 betrug das mediane Gesamtüberleben unter NALIRIFOX 11,1 Monate gegenüber 9,2 Monaten unter Gemcitabin plus nab-Paclitaxel. Ein direkter randomisierter Vergleich von NALIRIFOX mit FOLFIRINOX liegt nicht vor; indirekte Vergleiche erlauben keine gesicherte Rangfolge dieser beiden Regime [7, 13].
- Bei ECOG 2 erfolgt eine individualisierte Auswahl. Gemcitabin allein ist eine wichtige Option; ausgewählte belastbare Patienten können eine Gemcitabin-basierte Kombination erhalten. Bei ECOG 3–4 stehen in der Regel bestmögliche supportive und palliative Maßnahmen im Vordergrund; reversible Ursachen der Verschlechterung sind zu behandeln [LL1–LL3].
- Nach Progress unter Gemcitabin-basierter Therapie ist liposomales Irinotecan plus 5-Fluorouracil/Folinsäure bei ausreichender Belastbarkeit eine etablierte und EU-zugelassene Option [8, 9, FI3].
- Nach FOLFIRINOX beziehungsweise NALIRIFOX kommen Gemcitabin plus nab-Paclitaxel oder Gemcitabin allein in Betracht. Die Evidenz dieser Sequenz ist geringer als die der jeweiligen Erstlinienbehandlung; die Anwendung von nab-Paclitaxel in späteren Linien liegt außerhalb seiner pankreasspezifischen EU-Erstlinienzulassung [LL3, FI4].
- Oxaliplatin-haltige Fluoropyrimidin-Regime sind nach Gemcitabin keine unterschiedslos austauschbaren Standards: Die Studienergebnisse sind widersprüchlich. Auswahl, Vorbehandlung und Neuropathie müssen berücksichtigt werden [LL1, LL3, LL5].
- Aktuelle Ergänzung – Daraxonrasib: RASolute 302 zeigte nach Vorbehandlung einen deutlichen Überlebensvorteil gegenüber Standardchemotherapie. Die ESMO-Aktualisierung 2026 ordnet Daraxonrasib insbesondere bei RAS-G12-mutierter Erkrankung und ECOG 0–1 nach Chemotherapie ein. Am 15. Oktober 2026 erfolgte eine positive CHMP-Empfehlung für vorbehandelte Erwachsene; am Redaktionsstand liegt noch keine EU-Zulassung vor. Eine US-Zulassung und eine positive CHMP-Empfehlung dürfen nicht als bereits erteilte EU-Zulassung dargestellt werden [21, LL6, Z1, Z2].
Biomarkerbasierte Therapie und Zulassungsstatus
| Konstellation | Therapie und Stellenwert | Europäische Einordnung |
|---|---|---|
| BRCA1/2- oder PALB2-Veränderung | Bei pathogener Veränderung und passender klinischer Situation bevorzugt platinhaltige Chemotherapie, beispielsweise FOLFIRINOX; für BRCA1/2- beziehungsweise PALB2-Keimbahnmutation liegen auch Daten zu Gemcitabin plus Cisplatin vor [20]. | Die Auswahl ist regimen- und situationsbezogen. Eine PALB2-Mutation ist keine zugelassene Olaparib-Indikation beim Pankreaskarzinom. |
| BRCA1/2-Keimbahnmutation, metastasiertes Adenokarzinom, keine Progression nach mindestens 16 Wochen platinhaltiger Erstlinientherapie | Olaparib als Erhaltungsmonotherapie. Der Nutzen ist vor allem für das progressionsfreie Überleben belegt [4]. | EU-zugelassen unter diesen Voraussetzungen. Somatische BRCA1/2-Mutation allein, PALB2-Mutation oder eine spätere Platintherapie erfüllen diese Zulassung nicht [FI5]. |
| MSI-H/dMMR | Pembrolizumab kann nach Vorbehandlung und bei fehlender zufriedenstellender Alternative im molekularen Tumorboard als individuelle Off-Label-Option erwogen werden; keine allgemeine Erstlinienempfehlung [17, 18, LL1, LL5]. | Keine EU-Zulassung für das Pankreaskarzinom, auch bei MSI-H/dMMR. Die EU-MSI-H/dMMR-Indikationen umfassen definierte kolorektale, endometriale, gastrale, Dünndarm- und biliäre Karzinome, jeweils unter den Bedingungen der Fachinformation. Eine alle soliden Tumoren umfassende MSI-H/dMMR-Zulassung besteht in der EU nicht [FI1]. |
| NTRK-Genfusion | Larotrectinib, Entrectinib oder Repotrectinib entsprechend Vorbehandlung und Fachinformation. | EU-Zulassungen für definierte NTRK-fusionspositive solide Tumoren; die substanzspezifischen Voraussetzungen unterscheiden sich. Ein bloßer NTRK-Mutationsnachweis genügt nicht [FI6–FI8]. |
| KRAS G12C | Selektive KRAS-G12C-Inhibitoren sind beim Pankreaskarzinom kein etablierter EU-zugelassener Standard; Studienteilnahme bevorzugen. | Von der breiteren RAS-Hemmung durch Daraxonrasib und deren aktuellem Zulassungsverfahren getrennt zu betrachten [LL2, LL6]. |
Pembrolizumab: EU und USA ausdrücklich unterscheiden
- Europäische Union: Pembrolizumab ist für ein MSI-H/dMMR-Pankreaskarzinom nicht zugelassen. Ein Einsatz in Deutschland ist daher in dieser Indikation eine Off-Label-Anwendung. Leitliniengestützte Erwägbarkeit ändert den Zulassungsstatus nicht. Erforderlich sind eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung, Aufklärung und Dokumentation sowie die Klärung der Kostenübernahme [LL1, FI1].
- USA: Die US-Fachinformation umfasst tumoragnostisch nicht resektable oder metastasierte MSI-H/dMMR-positive solide Tumoren nach Progress unter Vorbehandlung und ohne zufriedenstellende alternative Behandlung; der Biomarker ist mit einem entsprechend autorisierten Test zu bestimmen. Diese US-Indikation ist keine EU-Zulassung [FI2].
- Evidenz: In der ursprünglichen KEYNOTE-158-Auswertung sprachen vier von 22 vorbehandelten Patienten mit MSI-H/dMMR-Pankreaskarzinom an, entsprechend 18,2 %. Die kleine, einarmige Subgruppe erlaubt keine gesicherte Überlebensüberlegenheit gegenüber Chemotherapie. Die aktualisierten Gesamtdaten zu verschiedenen Tumorentitäten dürfen nicht als pankreasspezifische Ansprechrate ausgegeben werden [17, 18].
- PD-L1-Expression allein begründet beim Pankreaskarzinom keine entsprechende Therapieempfehlung oder EU-Zulassung. Auch eine hohe TMB allein schafft keine tumoragnostische EU-Zulassung für Pembrolizumab [LL1, FI1].
Wirkstoffe (Hauptindikationen)
Die Dosierungen beziehen sich auf Erwachsene mit ausreichender Organfunktion. Sie sind Protokollbeispiele; Anpassungen richten sich nach Fachinformation, Begleiterkrankungen, Blutbild, Organfunktion und Toxizität. Konventionelles und liposomales Irinotecan sind nicht dosisgleich austauschbar. Die Angaben zu Kontraindikationen und Nebenwirkungen nennen wesentliche klinisch relevante Aspekte.
Kombinationsregime
| Regime | Besonderheiten |
|---|---|
| Modifiziertes FOLFIRINOX, adjuvant | Kein 5-Fluorouracil-Bolus. Evidenz aus PRODIGE 24; Auswahl ausreichend belastbarer Patienten [2, 3]. |
| FOLFIRINOX, palliativ | Originalregime; häufig individuell modifiziert. Modifikationen sind nicht einheitlich und müssen ausdrücklich benannt werden [19]. |
| NALIRIFOX | Erstlinie des metastasierten Adenokarzinoms; Irinotecan-Dosis als freie Base. Kein Austausch gegen konventionelles Irinotecan [7, FI3]. |
| Gemcitabin plus nab-Paclitaxel | EU-Zulassung von nab-Paclitaxel in dieser Kombination für die Erstlinie bei metastasiertem Adenokarzinom; andere Situationen gesondert beurteilen [12, FI4]. |
| Gemcitabin plus Capecitabin, adjuvant | ESPAC-4-Regime; Capecitabin beim Pankreaskarzinom außerhalb seiner EU-Zulassung [1, 14, FI10]. |
| Liposomales Irinotecan plus 5-Fluorouracil/Folinsäure | Nach Progress unter Gemcitabin. Irinotecan als freie Base; bei UGT1A1*28-Homozygotie reduzierte Anfangsdosis gemäß Fachinformation [8, 9, FI3]. |
Antimetaboliten
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| 5-Fluorouracil | Vor systemischer Anwendung DPD-Testung. Bei partieller DPD-Defizienz reduzierte Anfangsdosis; bei vollständigem Mangel kontraindiziert [Z3]. |
| Capecitabin | Innerhalb von 30 Minuten nach einer Mahlzeit; DPD-Testung und Anpassung an Nierenfunktion erforderlich. Pankreaskarzinom: Off-Label-Anwendung [1, Z3, FI10]. |
| Gemcitabin | Als Monotherapie oder Kombinationspartner; vor jeder Gabe Blutbild und Organfunktion prüfen [10, LL1]. |
- Wirkweise: 5-Fluorouracil hemmt die Thymidylatsynthase und beeinflusst DNA- und RNA-Synthese. Capecitabin ist eine oral verabreichte Vorstufe von 5-Fluorouracil. Gemcitabin hemmt die Ribonukleotidreduktase und wird in die DNA eingebaut.
- Indikation: 5-Fluorouracil in FOLFIRINOX, NALIRIFOX und Folgetherapien; Capecitabin mit Gemcitabin adjuvant beziehungsweise in ausgewählten Radiochemotherapie-Konzepten; Gemcitabin adjuvant oder palliativ, allein beziehungsweise kombiniert [1–3, 7–10, 14, LL1].
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit; bei Fluoropyrimidinen vollständiger DPD-Mangel und gleichzeitige beziehungsweise kürzlich erfolgte Brivudin-Behandlung; zwischen Brivudin-Ende und Fluoropyrimidin-Beginn mindestens vier Wochen Abstand. Capecitabin ist bei schwerer Niereninsuffizienz kontraindiziert. Ausgeprägte Myelosuppression (Unterdrückung der Blutbildung im Knochenmark), schwere Infektionen sowie Schwangerschaft und Stillzeit sind substanzspezifisch zu berücksichtigen [Z3, FI10].
- Nebenwirkungen: Myelosuppression, Mukositis (Entzündung der Schleimhäute), Stomatitis (Entzündung der Mundschleimhaut), Diarrhoe (Durchfall), Übelkeit und Fatigue (ausgeprägte Erschöpfung); bei Fluoropyrimidinen Hand-Fuß-Syndrom (Hautreaktion an Händen und Füßen) und potenziell schwere Kardiotoxizität (Schädigung des Herzens). Unter Gemcitabin zusätzlich grippeähnliche Beschwerden, Transaminasenerhöhung, Exanthem (Hautausschlag) und Ödeme (Wassereinlagerungen im Gewebe); selten interstitielle Lungenschädigung (Schädigung des Gewebes zwischen den Lungenbläschen), thrombotische Mikroangiopathie (Schädigung kleiner Blutgefäße durch Blutgerinnsel) beziehungsweise hämolytisch-urämisches Syndrom (Erkrankung mit Zerfall roter Blutkörperchen, Nierenschädigung und niedriger Zahl an Blutplättchen).
Biochemischer Modulator
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Folinsäure, beispielsweise Calciumfolinat | Verstärkt die Wirkung und Toxizität von 5-Fluorouracil. Racemisches Folinat und levo-Folinat sind hinsichtlich der Milligrammdosis nicht unkritisch austauschbar. |
- Wirkweise: Stabilisierung des Komplexes aus aktivem 5-Fluorouracil-Metaboliten und Thymidylatsynthase.
- Indikation: Biochemische Modulation in 5-Fluorouracil-haltigen Kombinationen; keine eigenständige antitumorale Monotherapie.
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit; bei Kombination gelten zusätzlich die Kontraindikationen von 5-Fluorouracil. Folinsäure darf einen Vitamin-B12-Mangel nicht als alleinige Behandlung maskieren.
- Nebenwirkungen: Selten allergische Reaktionen; in Kombination Verstärkung insbesondere von Diarrhoe und Schleimhauttoxizität.
Topoisomerase-I-Hemmer
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Irinotecan, konventionell | UGT1A1-Status, Bilirubin, Leberfunktion und Interaktionen beachten. Frühes cholinerges Syndrom und verzögerte Diarrhoe erfordern unterschiedliche Behandlung. |
| Irinotecan, pegyliert liposomal | Angabe als freie Base; nicht mit Salzangaben verwechseln. Keine Monotherapie beim Pankreaskarzinom; keine dosisgleiche Substitution durch konventionelles Irinotecan [FI3]. |
- Wirkweise: Hemmung der Topoisomerase I durch den aktiven Metaboliten SN-38 mit DNA-Schädigung. Die liposomale Form verändert Verteilung und Freisetzung des Wirkstoffs.
- Indikation: Konventionelles Irinotecan in FOLFIRINOX; liposomales Irinotecan in den zugelassenen Kombinationen NALIRIFOX oder mit 5-Fluorouracil/Folinsäure nach Gemcitabin-Progress [7–9, 19, FI3].
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit, insbesondere schwere vorausgegangene Reaktion auf Irinotecan; Stillzeit. Bei Darmobstruktion, ausgeprägter Knochenmarkdepression oder relevanter Leberfunktionsstörung keine unkritische Anwendung. Für die konventionelle und liposomale Form gelten unterschiedliche Fachinformationen und Dosisgrenzen.
- Nebenwirkungen: Neutropenie (Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen) einschließlich febriler Neutropenie (Fieber bei Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen), schwere Diarrhoe, Übelkeit, Erbrechen, Alopezie (Haarausfall), Fatigue, Appetitverlust, Dehydratation (Austrocknung), Elektrolytstörungen und Infektionen. Bei fieberhafter Neutropenie oder anhaltender Diarrhoe ist eine sofortige Behandlung erforderlich.
Platinderivate
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Oxaliplatin | Kumulative Neuropathie begrenzt die Anwendung; Dosisanpassung beziehungsweise Absetzen bei funktionell relevanten Beschwerden. |
| Cisplatin | Ausgewählte biomarkerbezogene Option; Hydrierung, Antiemese sowie Kontrolle von Nierenfunktion, Magnesium und Gehör [20]. |
- Wirkweise: Bildung von DNA-Quervernetzungen; besondere therapeutische Relevanz bei Defekten der homologen Rekombination.
- Indikation: Oxaliplatin in FOLFIRINOX und NALIRIFOX; Cisplatin mit Gemcitabin insbesondere bei geeigneten Patienten mit pathogener BRCA1/2- oder PALB2-Keimbahnmutation. Veliparib zusätzlich zu Gemcitabin/Cisplatin ist kein Standard [20].
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen das jeweilige Platinderivat; relevante Knochenmarkdepression. Schwere Nierenfunktionsstörung und klinisch relevante Neuropathie sind substanzabhängig zu berücksichtigen; Cisplatin ist bei erheblicher Nieren- oder Hörschädigung in der Regel ungeeignet.
- Nebenwirkungen: Oxaliplatin: akute kälteinduzierte Dysästhesien (unangenehme Missempfindungen), kumulative Polyneuropathie (Schädigung mehrerer Nerven) und Überempfindlichkeitsreaktionen. Cisplatin: Nephrotoxizität (Schädigung der Nieren), Ototoxizität (Schädigung des Gehörs) und Elektrolytverluste. Beide können Myelosuppression, Übelkeit und Erbrechen verursachen.
Taxane
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| nab-Paclitaxel | Albumingebundene Form; nicht dosisgleich gegen andere Paclitaxel-Präparate austauschbar. Pankreasspezifische EU-Zulassung nur in Kombination mit Gemcitabin in der metastasierten Erstlinie [FI4]. |
- Wirkweise: Stabilisierung der Mikrotubuli und Hemmung der Mitose.
- Indikation: Gemcitabin-basierte Kombination beim metastasierten Pankreaskarzinom; neoadjuvante, lokal fortgeschrittene und spätere Einsatzsituationen sind hinsichtlich Evidenz und Off-Label-Status gesondert zu beurteilen [12, LL1–LL3, FI4].
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit, ausgeprägte Neutropenie und Stillzeit. Bei relevanter Leberfunktionsstörung und vorbestehender Neuropathie gelten besondere Einschränkungen [FI4].
- Nebenwirkungen: Neutropenie, Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen), Anämie (Blutarmut), periphere Neuropathie, Fatigue, Alopezie, Arthralgien (Gelenkschmerzen), Myalgien (Muskelschmerzen), Übelkeit; außerdem erhöhtes Risiko für Sepsis (lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion) und Pneumonitis (entzündliche Lungenschädigung) in der Kombination [FI4].
EGFR-Tyrosinkinasehemmer
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Erlotinib | EU-zugelassen beim metastasierten Pankreaskarzinom; geringer absoluter Zusatznutzen, deshalb gegenüber modernen Kombinationen nachrangig. Bei ausbleibendem Hautausschlag nach vier bis acht Wochen Behandlung neu bewerten [11, FI11]. |
- Wirkweise: Hemmung der EGFR-Tyrosinkinase.
- Indikation: Nachrangige Option mit Gemcitabin beim metastasierten Pankreaskarzinom; keine bevorzugte Standardoption bei Eignung für wirksamere Kombinationen [11, LL1, FI11].
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit. Schwere Organfunktionsstörungen und relevante Wechselwirkungen berücksichtigen; Säurehemmer können die Resorption vermindern, Rauchen senkt die Exposition [FI11].
- Nebenwirkungen: Akneiformes Exanthem, Diarrhoe, Paronychie (Entzündung des Nagelwalls) und Fatigue; selten schwere interstitielle Lungenerkrankung, gastrointestinale Perforation und schwere Hautreaktionen.
PARP-Inhibitoren
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Olaparib | Erhaltung bei metastasierter Erkrankung mit BRCA1/2-Keimbahnmutation nach mindestens 16 Wochen platinhaltiger Erstlinie ohne Progression. Blutbild und CYP3A-Interaktionen beachten [4, FI5]. |
- Wirkweise: PARP-Hemmung und synthetische Letalität bei gestörter homologer Rekombination.
- Indikation: Ausschließlich unter den genannten pankreasspezifischen Zulassungsvoraussetzungen als Erhaltungsmonotherapie; keine allgemeine Therapie für jeden DNA-Reparaturdefekt [FI5].
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit und Stillzeit; in der Schwangerschaft nicht anwenden. Schwere Nierenfunktionsstörung, persistierende Zytopenien (Mangel an bestimmten Blutzellen) sowie starke beziehungsweise mäßige CYP3A-Hemmer oder starke CYP3A-Induktoren erfordern besondere Beachtung [FI5].
- Nebenwirkungen: Anämie, Neutropenie, Thrombozytopenie, Übelkeit, Erbrechen, Fatigue, Appetitverlust und Dyspepsie (Verdauungsbeschwerden); selten myelodysplastisches Syndrom (Erkrankung der Blutbildung im Knochenmark), akute myeloische Leukämie (schnell fortschreitender Blutkrebs) oder Pneumonitis.
Immuncheckpoint-Inhibitoren
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Pembrolizumab | Pankreaskarzinom: Off-Label-Anwendung in der EU, auch bei MSI-H/dMMR. Keine zugelassene pankreasspezifische EU-Dosierung. Auswahl und Verlaufskontrolle im spezialisierten Zentrum [17, LL1, FI1, FI2]. |
- Wirkweise: Blockade von PD-1 und Reaktivierung antitumoraler T-Zell-Antworten.
- Indikation: Individuelle Off-Label-Option bei gesichertem MSI-H/dMMR-Pankreaskarzinom, insbesondere nach Vorbehandlung und ohne zufriedenstellende Alternative. Die tumoragnostische US-Indikation ist nicht auf den europäischen Zulassungsstatus übertragbar [LL1, FI1, FI2].
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit. Aktive schwere Autoimmunerkrankung, relevante Immunsuppression, Organtransplantation oder vorausgegangene schwere immunvermittelte Toxizität erfordern eine besonders strenge individuelle Abwägung; sie sind nicht pauschal mit der formalen Kontraindikationsliste gleichzusetzen [FI1].
- Nebenwirkungen: Immunvermittelte Pneumonitis, Kolitis (Entzündung des Dickdarms), Hepatitis (Leberentzündung), Nephritis (Nierenentzündung), Hypophysitis (Entzündung der Hirnanhangsdrüse), Thyreoiditis (Schilddrüsenentzündung), Nebenniereninsuffizienz (unzureichende Hormonbildung in den Nebennieren), Diabetes mellitus Typ 1 (Typ-1-Diabetes), Hautreaktionen und selten Myokarditis (Entzündung des Herzmuskels) oder neurologische Komplikationen; außerdem Fatigue und Infusionsreaktionen. Immuntoxizität kann verzögert auftreten. Je nach Schweregrad Therapie pausieren oder beenden und leitliniengerecht immunsuppressiv behandeln [FI1].
TRK-Inhibitoren
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Larotrectinib | NTRK-Fusion; lokal fortgeschrittene oder metastasierte Erkrankung beziehungsweise erwartete schwere Morbidität durch Operation und keine zufriedenstellenden Behandlungsoptionen [FI6]. |
| Entrectinib | NTRK-Fusion unter den entsprechenden Voraussetzungen; keine vorausgegangene NTRK-Inhibitor-Behandlung. Herzfunktion, QT-Zeit und Interaktionen beachten [FI7]. |
| Repotrectinib | Fortgeschrittene NTRK-fusionspositive solide Tumoren ab zwölf Jahren nach NTRK-Inhibitor-Vorbehandlung oder ohne solche Vorbehandlung bei ausgeschöpften beziehungsweise nur begrenzt geeigneten anderen Optionen [FI8]. |
- Wirkweise: Hemmung onkogener TRK-Fusionsproteine. Entrectinib und Repotrectinib hemmen zusätzlich weitere Kinasen, insbesondere ROS1.
- Indikation: Seltene molekular definierte Untergruppe; validierter Fusionsnachweis und Einhaltung der jeweils unterschiedlichen EU-Zulassungsvoraussetzungen. Die Substanzen sind nicht unterschiedslos austauschbar [FI6–FI8].
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit; Schwangerschaft vermeiden. Substanzspezifische Organfunktionsgrenzen, CYP3A-Interaktionen und Risiken neurologischer beziehungsweise kardialer Toxizität berücksichtigen.
- Nebenwirkungen: Schwindel, Fatigue, Transaminasenerhöhung, Übelkeit und Gewichtszunahme; unter Entrectinib zusätzlich Dysgeusie (veränderter Geschmackssinn), Ödeme, kognitive Störungen, Herzinsuffizienz (Herzschwäche) und QT-Verlängerung; unter Repotrectinib insbesondere Dysgeusie, Parästhesien (Kribbeln oder Taubheitsgefühl), Ataxie (Störung der Bewegungskoordination), Anämie und Dyspnoe (Atemnot), selten Pneumonitis [FI6–FI8].
RAS-Inhibitoren – aktuelles Zulassungsverfahren
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Daraxonrasib | Positive CHMP-Empfehlung vom 15. Oktober 2026 für vorbehandeltes metastasiertes Adenokarzinom. Zum Redaktionsstand noch keine EU-Zulassung und keine veröffentlichte endgültige EU-Fachinformation [21, Z1, Z2]. |
- Wirkweise: Multiselektive RAS(ON)-Hemmung durch Bildung eines Komplexes mit Cyclophilin A und Blockade nachgeschalteter Signalübertragung [Z1].
- Indikation: Neue wirksame Folgetherapie auf Grundlage von RASolute 302; die ESMO-Empfehlung betrifft insbesondere vorbehandelte RAS-G12-mutierte Tumoren bei ECOG 0–1. Die regulatorische EU-Entscheidung ist abzuwarten; ein G12C-selektiver Hemmstoff ist Daraxonrasib nicht [21, LL6, Z1].
- Kontraindikationen: Eine endgültige EU-Fachinformation liegt noch nicht vor. Embryofetale Toxizität sowie substanzspezifische Wechselwirkungen und Risiken sind anhand der jeweils geltenden Studien- beziehungsweise behördlichen Informationen zu berücksichtigen [Z1, Z2].
- Nebenwirkungen: Exanthem, Diarrhoe, Stomatitis, Übelkeit und Erbrechen; relevante Warnhinweise umfassen schwere Haut- und Weichteiltoxizität, gastrointestinale Perforation und interstitielle Lungenerkrankung beziehungsweise Pneumonitis [Z1, Z2].
GSK-3β-Inhibitoren – experimentelle Therapie
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Elraglusib | In Kombination mit Gemcitabin/nab-Paclitaxel randomisierte Phase-II-Daten; keine etablierte EU-Standardtherapie [16]. |
- Wirkweise: GSK-3β-Hemmung mit möglichen Effekten auf Tumorwachstum, Chemosensitivität und Tumormikromilieu.
- Indikation: Klinische Studien beim metastasierten duktalen Pankreaskarzinom. In der randomisierten Phase-II-Studie betrug das mediane Gesamtüberleben 10,1 gegenüber 7,2 Monaten unter alleiniger Gemcitabin/nab-Paclitaxel-Therapie; konfirmatorische Phase-III-Daten sind erforderlich [16].
- Kontraindikationen: Nach Studienprotokoll; mangels Zulassung keine etablierte Fachinformation für eine Routineanwendung.
- Nebenwirkungen: Unter der Kombination Neutropenie, Anämie, Fatigue, Übelkeit, infusionsassoziierte Beschwerden sowie meist reversible Sehstörungen mit veränderter Farb- und Kontrastwahrnehmung [16].
Wirkstoffe (Nebenindikationen)
Pankreasenzyme und Säurehemmung
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Pankreatin | Während der Mahlzeit verteilt einnehmen. Anpassung nach Fettstuhl, Stuhlfrequenz, Gewicht und Beschwerden [LL1]. |
| Protonenpumpenhemmer, beispielsweise Pantoprazol | Bei unzureichendem Ansprechen auf korrekt eingenommene Pankreasenzyme gegebenenfalls Säuresuppression; keine pauschale Dauerverordnung. |
- Wirkweise: Ersatz fehlender pankreatischer Verdauungsenzyme; Protonenpumpenhemmer vermindern die Magensäuresekretion.
- Indikation: Exokrine Pankreasinsuffizienz mit Maldigestion (gestörte Verdauung der Nahrung), Steatorrhoe (Fettstuhl) und Gewichtsverlust. Bei unzureichender Wirkung zunächst Einnahmemodus, Enzymdosis und Differenzialdiagnosen prüfen; Säurehemmung ergänzen, wenn sinnvoll [LL1].
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen das Präparat beziehungsweise dessen Bestandteile; mögliche Wechselwirkungen der Säurehemmer beachten, insbesondere mit Erlotinib.
- Nebenwirkungen: Unter Pankreatin abdominelle Beschwerden, Obstipation (Verstopfung) oder Diarrhoe; bei sehr hohen Dosen selten fibrosierende Kolonopathie (vernarbende Erkrankung des Dickdarms). Unter Protonenpumpenhemmern unter anderem gastrointestinale Beschwerden, bei langfristiger Anwendung Hypomagnesiämie (Magnesiummangel im Blut) und erhöhtes Risiko bestimmter Infektionen.
Antidiabetika
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Insulin | Bei pankreoprivem Diabetes (Diabetes infolge einer Erkrankung oder Entfernung der Bauchspeicheldrüse) ist das Hypoglykämierisiko durch verminderte Glukagonreserve und wechselnde Nahrungsaufnahme erhöht [LL1]. |
- Wirkweise: Ersatz fehlender Insulinwirkung.
- Indikation: Insulinmangel bei endokriner Pankreasinsuffizienz beziehungsweise dekompensierter Hyperglykämie (Überzuckerung). Orale Antidiabetika sind bei Kachexie, wechselnder Ernährung und Organfunktionsstörungen individuell kritisch zu prüfen.
- Kontraindikationen: Akute Hypoglykämie (Unterzuckerung); Überempfindlichkeit gegen das jeweilige Präparat.
- Nebenwirkungen: Hypoglykämie, Gewichtszunahme und lokale Reaktionen; regelmäßige Glucosekontrollen und Anpassung an das palliative Therapieziel.
Analgetika und Laxanzien
| Wirkstoffgruppe/Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Opioide, beispielsweise Morphin oder Oxycodon | Bei mittelstarken bis starken Tumorschmerzen; regelmäßige Kontrolle von Wirkung, Sedierung und Atemfunktion. |
| Laxanzien, beispielsweise Macrogol; gegebenenfalls stimulierendes Laxans | Bei Beginn einer Opioidtherapie Obstipationsprophylaxe einplanen; bei Verdacht auf mechanische Obstruktion vorher abklären. |
- Wirkweise: Opioidrezeptor-vermittelte Analgesie; Laxanzien erleichtern die Darmentleerung.
- Indikation: Tumorschmerzen nach Schmerzintensität und individuellem Bedarf; begleitende Obstipationsprophylaxe. Bei unzureichender Kontrolle Oberbauch- und Rückenschmerzen interventionell mitbeurteilen, beispielsweise hinsichtlich Plexus-coeliacus-Neurolyse [LL1].
- Kontraindikationen: Schwere unkontrollierte Atemdepression (Abflachung oder Verlangsamung der Atmung); Präparatewahl bei Organinsuffizienz anpassen. Bei Ileus (Darmverschluss) sind Opioid- und Laxanzienregime gesondert zu beurteilen.
- Nebenwirkungen: Obstipation, Übelkeit, Sedierung, Delir (akuter Verwirrtheitszustand) und Atemdepression; unter Laxanzien Diarrhoe, Blähungen und gegebenenfalls Elektrolytstörungen.
Antiemetika und hämatopoetische Wachstumsfaktoren
| Wirkstoffgruppe/Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| 5-HT3- und NK1-Rezeptorantagonisten, Dexamethason; gegebenenfalls Olanzapin | Prophylaxe vor Beginn der Chemotherapie; bei Cisplatin besonders konsequente Mehrfachprophylaxe. Interaktionen berücksichtigen [LL7]. |
| G-CSF, beispielsweise Filgrastim oder Pegfilgrastim | Primärprophylaxe nach Risiko für febrile Neutropenie und individuellen Risikofaktoren; gegebenenfalls Sekundärprophylaxe [LL7]. |
- Wirkweise: Antiemetika blockieren emetische Signalwege beziehungsweise wirken zentral; G-CSF stimuliert die neutrophile Granulopoese.
- Indikation: Vorbeugung und Behandlung chemotherapieinduzierter Übelkeit und Erbrechens; G-CSF zur risikoadaptierten Vermeidung febriler Neutropenie. Tumorbedingtes Erbrechen erfordert zusätzlich eine Ursachenklärung.
- Kontraindikationen: Substanzspezifische Überempfindlichkeit, Interaktionen und QT-Risiko; Dexamethason bei Infektionen und Diabetes besonders überwachen. G-CSF zeitlich entsprechend Fachinformation und Chemotherapieprotokoll anwenden.
- Nebenwirkungen: Antiemetika: Obstipation, Kopfschmerzen, QT-Verlängerung oder Müdigkeit; unter Dopaminantagonisten gegebenenfalls extrapyramidale Symptome, unter Dexamethason Hyperglykämie und Schlafstörungen. G-CSF: insbesondere Knochenschmerzen; selten schwere pulmonale oder splenische Komplikationen.
Antikoagulanzien
| Wirkstoffgruppe/Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Niedermolekulare Heparine oder geeignete direkte orale Antikoagulanzien | Blutungsrisiko, Thrombozytenzahl, gastrointestinale Läsionen, Resorption, Eingriffe und Interaktionen berücksichtigen. |
- Wirkweise: Hemmung der plasmatischen Gerinnung.
- Indikation: Behandlung tumorassoziierter venöser Thromboembolien (Gefäßverschlüsse durch Blutgerinnsel). Eine Primärprophylaxe kann beim ambulanten lokal fortgeschrittenen beziehungsweise metastasierten Pankreaskarzinom unter Systemtherapie und niedrigem Blutungsrisiko nach individueller Abwägung sinnvoll sein; keine unkritische Anwendung bei jedem Patienten [LL1].
- Kontraindikationen: Aktive relevante Blutung und weitere präparatespezifische Gegenanzeigen; schwere Thrombozytopenie, Organinsuffizienz und kürzlich erfolgte Eingriffe erfordern individuelle Anpassung.
- Nebenwirkungen: Blutungen; unter Heparinen zusätzlich heparininduzierte Thrombozytopenie. Regelmäßige Überprüfung der Indikation und Sicherheit.
Palliativtherapie und weitere supportive Maßnahmen
- Cholestase und gastrointestinale Obstruktion: Bei biliärer Obstruktion endoskopische beziehungsweise interventionelle Drainage oder Stentversorgung; bei duodenaler Obstruktion endoskopische oder chirurgische Umgehungsverfahren. Eine mechanische Ursache lässt sich nicht allein medikamentös behandeln [LL1].
- Ernährung und Kachexie: Frühzeitige ernährungsmedizinische Mitbehandlung, angemessene Enzymsubstitution und Behandlung von Schmerzen, Übelkeit, Obstipation und psychosozialer Belastung. Bei unzureichender oraler Aufnahme und nutzbarem Gastrointestinaltrakt enterale Ernährung bevorzugen. Parenterale Ernährung nur bei klarer Indikation, realistischem Therapieziel und regelmäßiger Reevaluation [LL1].
- Verlaufskontrollen: Blutbild, Nieren- und Leberfunktion, Elektrolyte, Neuropathie, Gewicht und Ernährungszustand regimenabhängig kontrollieren. Therapieansprechen anhand klinischer Entwicklung und geeigneter Bildgebung beurteilen; CA19-9 nicht isoliert zur Therapieentscheidung verwenden [LL1, LL2].
- Frühe Palliativversorgung: Parallel zur Tumortherapie Symptomlast, Unterstützungsbedarf und Behandlungswünsche regelmäßig erheben. Bei fehlender klinischer Nutzenperspektive auf weitere belastende Tumortherapie verzichten und die Symptomkontrolle intensivieren [LL1–LL3].
Beachte
- Modifiziertes FOLFIRINOX ist eine besonders wirksame adjuvante Standardoption für ausreichend belastbare Patienten; Gemcitabin plus Capecitabin bleibt eine evidenzbasierte Alternative [1–3, 14].
- Eine Olaparib-Erhaltung beim Pankreaskarzinom setzt eine BRCA1/2-Keimbahnmutation, metastasierte Erkrankung und fehlende Progression nach mindestens 16 Wochen platinhaltiger Erstlinientherapie voraus [FI5].
- Pembrolizumab ist beim MSI-H/dMMR-Pankreaskarzinom in der EU nicht zugelassen. Ein mögliches leitliniengestütztes Off-Label-Vorgehen muss entsprechend bezeichnet werden [LL1, FI1].
- Gemcitabin plus Erlotinib hat einen geringen Zusatznutzen und ist gegenüber modernen Kombinationsregimen nachrangig. Nimotuzumab plus Gemcitabin ist kein etablierter europäischer Standard [11, LL1, LL2].
- Elraglusib bleibt trotz randomisierter Phase-II-Daten eine experimentelle Option. Die neoantigenspezifische T-Zell-Rezeptor-Gentherapie ist ebenfalls kein Routineverfahren; der publizierte Behandlungserfolg begründet keine allgemeine Empfehlung [5, 16].
- Die beobachtete Beziehung zwischen intratumoralen Bakterien, Gemcitabinwirkung und postoperativen Antibiotika ist keine Grundlage für eine routinemäßige Antibiotikagabe zur Wirkungsverstärkung. Antibiotika sind bei klinischer infektiologischer Indikation einzusetzen [15].
- Für Daraxonrasib ist die positive CHMP-Empfehlung vom 15. Oktober 2026 von der noch ausstehenden EU-Zulassung zu unterscheiden [Z1].
Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel; Vitalstoffe)
Geeignete Nahrungsergänzungsmittel für das Immunsystem sollten die folgenden Vitalstoffe enthalten:
- Vitamine (A, C, E, D3, B1, B2, Niacin (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin B5), B6, B12, Folsäure, Biotin)
- Mineralstoffe (Calcium, Kalium, Magnesium)
- Spurenelemente (Chrom, Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen, Zink)
- Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren: Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA))
- Sekundäre Pflanzenstoffe (Beta-Carotin, Flavonoide (Citrusfrüchte), Lycopin (Tomaten), Proanthocyanidine (Cranberrys), Polyphenole)
- Weitere Vitalstoffe (probiotische Kulturen: Laktobazillen, Bifidobakterien, Fruchtsäuren – Citrat (gebunden in Magnesium-, Kalium- und Calciumcitrat)
Beachte: Die aufgeführten Vitalstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen.
Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.
Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.
Abkürzungsverzeichnis
- ECOG: Eastern Cooperative Oncology Group; Maß für den Allgemeinzustand.
- R0/R1: kein mikroskopisch nachweisbarer Tumorrest / mikroskopisch nachweisbarer Tumorrest nach einer Operation.
- MSI-H/dMMR: hohe Mikrosatelliteninstabilität / Mangel an DNA-Fehlpaarungsreparatur.
- BRCA1/2: Brustkrebs-Suszeptibilitätsgene 1 und 2.
- PALB2: Partner- und Lokalisierer des BRCA2-Proteins; ein an der DNA-Reparatur beteiligtes Gen.
- NTRK: neurotrophe Tyrosinrezeptorkinase.
- PD-1: programmierter Zelltod-Rezeptor 1.
- PD-L1: Ligand des programmierten Zelltod-Rezeptors 1.
- TMB: Tumormutationslast.
- KRAS/RAS: Kirsten-Ratten-Sarkom-Gen / RAS-Genfamilie; Gene, die an der Regulation des Zellwachstums beteiligt sind.
- RAS(ON): aktive Form von RAS.
- TRK: Tropomyosin-Rezeptor-Kinase.
- EGFR: Rezeptor des epidermalen Wachstumsfaktors.
- PARP: Poly(ADP-Ribose)-Polymerase.
- GSK-3β: Glykogensynthase-Kinase 3 beta.
- DPD: Dihydropyrimidin-Dehydrogenase.
- UGT1A1: UDP-Glucuronosyltransferase 1A1.
- CYP3A: Cytochrom-P450-Enzymfamilie 3A.
- G-CSF: Granulozyten-Kolonie-stimulierender Faktor.
- 5-HT3/5HT3: 5-Hydroxytryptamin-Rezeptor 3, auch Serotonin-Rezeptor 3.
- NK1: Neurokinin-1-Rezeptor.
- i.v.: intravenös, in eine Vene verabreicht.
- p.o.: per os, durch den Mund eingenommen.
- DNA: Desoxyribonukleinsäure.
- RNA: Ribonukleinsäure.
- CHMP: Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur.
- EMA: Europäische Arzneimittel-Agentur.
- FDA: US-amerikanische Arzneimittelbehörde.
- EU: Europäische Union.
- ESMO: Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie.
- FOLFIRINOX: Kombination aus Folinsäure, Fluorouracil, Irinotecan und Oxaliplatin.
- NALIRIFOX: Kombination aus liposomalem Irinotecan, Oxaliplatin, Folinsäure und Fluorouracil.
- 5-FU/5FU: 5-Fluorouracil.
- CA19-9: Kohlenhydrat-Antigen 19-9; Tumormarker.
Literatur
- Neoptolemos JP, Palmer DH, Ghaneh P, Psarelli EE, Valle JW, Halloran CM et al.: Comparison of adjuvant gemcitabine and capecitabine with gemcitabine monotherapy in patients with resected pancreatic cancer (ESPAC-4): a multicentre, open-label, randomised, phase 3 trial. Lancet. 2017;389(10073):1011-1024. https://doi.org/10.1016/s0140-6736(16)32409-6
- Conroy T, Hammel P, Hebbar M, Ben Abdelghani M, Wei AC, Raoul JL et al.: FOLFIRINOX or Gemcitabine as Adjuvant Therapy for Pancreatic Cancer. N Engl J Med. 2018;379(25):2395-2406. https://doi.org/10.1056/nejmoa1809775
- Conroy T, Castan F, Lopez A, Turpin A, Ben Abdelghani M, Wei AC et al.: Five-Year Outcomes of FOLFIRINOX vs Gemcitabine as Adjuvant Therapy for Pancreatic Cancer: A Randomized Clinical Trial. JAMA Oncol. 2022;8(11):1571-1578. https://doi.org/10.1001/jamaoncol.2022.3829
- Golan T, Hammel P, Reni M, Van Cutsem E, Macarulla T, Hall MJ et al.: Maintenance Olaparib for Germline BRCA-Mutated Metastatic Pancreatic Cancer. N Engl J Med. 2019;381(4):317-327. https://doi.org/10.1056/nejmoa1903387
- Leidner R, Sanjuan Silva N, Huang H, Sprott D, Zheng C, Shih YP et al.: Neoantigen T-Cell Receptor Gene Therapy in Pancreatic Cancer. N Engl J Med. 2022;386(22):2112-2119. https://doi.org/10.1056/nejmoa2119662
- Ghaneh P, Palmer DH, Cicconi S, Jackson R, Halloran CM, Rawcliffe CL et al.: Immediate surgery compared with short-course neoadjuvant gemcitabine plus capecitabine, FOLFIRINOX, or chemoradiotherapy in patients with borderline resectable pancreatic cancer (ESPAC5): a four-arm, multicentre, randomised, phase 2 trial. Lancet Gastroenterol Hepatol. 2023;8(2):157-168. https://doi.org/10.1016/s2468-1253(22)00348-x
- Wainberg ZA, Melisi D, Macarulla T, Pazo Cid R, Chandana SR, De La Fouchardière C et al.: NALIRIFOX versus nab-paclitaxel and gemcitabine in treatment-naive patients with metastatic pancreatic ductal adenocarcinoma (NAPOLI 3): a randomised, open-label, phase 3 trial. Lancet. 2023;402(10409):1272-1281. https://doi.org/10.1016/s0140-6736(23)01366-1
- Wang-Gillam A, Li CP, Bodoky G, Dean A, Shan YS, Jameson G et al.: Nanoliposomal irinotecan with fluorouracil and folinic acid in metastatic pancreatic cancer after previous gemcitabine-based therapy (NAPOLI-1): a global, randomised, open-label, phase 3 trial. Lancet. 2016;387(10018):545-557. https://doi.org/10.1016/s0140-6736(15)00986-1
- Wang-Gillam A, Hubner RA, Siveke JT, Von Hoff DD, Belanger B, de Jong FA et al.: NAPOLI-1 phase 3 study of liposomal irinotecan in metastatic pancreatic cancer: Final overall survival analysis and characteristics of long-term survivors. Eur J Cancer. 2019;108:78-87. https://doi.org/10.1016/j.ejca.2018.12.007
- Burris HA 3rd, Moore MJ, Andersen J, Green MR, Rothenberg ML, Modiano MR et al.: Improvements in survival and clinical benefit with gemcitabine as first-line therapy for patients with advanced pancreas cancer: a randomized trial. J Clin Oncol. 1997;15(6):2403-2413. https://doi.org/10.1200/jco.1997.15.6.2403
- Moore MJ, Goldstein D, Hamm J, Figer A, Hecht JR, Gallinger S et al.: Erlotinib plus gemcitabine compared with gemcitabine alone in patients with advanced pancreatic cancer: a phase III trial of the National Cancer Institute of Canada Clinical Trials Group. J Clin Oncol. 2007;25(15):1960-1966. https://doi.org/10.1200/jco.2006.07.9525
- Von Hoff DD, Ervin T, Arena FP, Chiorean EG, Infante JR, Moore M et al.: Increased survival in pancreatic cancer with nab-paclitaxel plus gemcitabine. N Engl J Med. 2013;369(18):1691-1703. https://doi.org/10.1056/nejmoa1304369
- Nichetti F, Borcoman E, Nigro O, Singh A, Celsa C, Ricci AD et al.: NALIRIFOX, FOLFIRINOX, and Gemcitabine With Nab-Paclitaxel as First-Line Chemotherapy for Metastatic Pancreatic Cancer: A Systematic Review and Meta-Analysis. JAMA Netw Open. 2024;7(1):e2350756. https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2023.50756
- Palmer DH, Jackson R, Springfeld C, Ghaneh P, Rawcliffe C, Halloran CM et al.: Pancreatic Adenocarcinoma: Long-Term Outcomes of Adjuvant Therapy in the ESPAC4 Phase III Trial. J Clin Oncol. 2025;43(10):1240-1253. https://doi.org/10.1200/jco.24.01118
- Guenther M, Halama N, Schneider M et al.: Intratumoral bacterial abundance confers poor response to adjuvant gemcitabine in resected pancreatic cancer patients which is mitigated by postoperative antibiotics. Br J Cancer. 2025;133:574-581. https://doi.org/10.1038/s41416-025-03078-2
- Mahalingam D, Shroff RT, Carneiro BA et al.: Elraglusib and chemotherapy in metastatic pancreatic ductal adenocarcinoma: a randomized controlled phase 2 trial. Nat Med. 2026;32(5):1794-1804. https://doi.org/10.1038/s41591-026-04327-4
- Marabelle A, Le DT, Ascierto PA et al.: Efficacy of Pembrolizumab in Patients With Noncolorectal High Microsatellite Instability/Mismatch Repair-Deficient Cancer: Results From the Phase II KEYNOTE-158 Study. J Clin Oncol. 2020;38(1):1-10. doi: 10.1200/jco.19.02105
- Marabelle A, O'Malley DM, Hendifar AE et al.: Pembrolizumab in microsatellite-instability-high and mismatch-repair-deficient advanced solid tumors: updated results of the KEYNOTE-158 trial. Nat Cancer. 2025;6(2):253-258. doi: 10.1038/s43018-024-00894-y
- Conroy T, Desseigne F, Ychou M et al.: FOLFIRINOX versus Gemcitabine for Metastatic Pancreatic Cancer. N Engl J Med. 2011;364(19):1817-1825. doi: 10.1056/nejmoa1011923
- O'Reilly EM, Lee JW, Zalupski M et al.: Randomized, Multicenter, Phase II Trial of Gemcitabine and Cisplatin With or Without Veliparib in Patients With Pancreas Adenocarcinoma and a Germline BRCA/PALB2 Mutation. J Clin Oncol. 2020;38(13):1378-1388. doi: 10.1200/jco.19.02931
- O'Reilly EM, Wainberg ZA, Hendifar AE et al.: Daraxonrasib or Chemotherapy in Previously Treated Metastatic Pancreatic Cancer. N Engl J Med. 2026;395:325-337. doi: 10.1056/nejmoa2605555
Leitlinien
- S3-Leitlinie: Exokrines Pankreaskarzinom. (AWMF-Registernummer: 032-010OL), September 2024, Version 3.1. Langfassung [LL1]
- Conroy T, Pfeiffer P, Vilgrain V, Lamarca A, Seufferlein T, O'Reilly EM et al.: Pancreatic cancer: ESMO Clinical Practice Guideline for diagnosis, treatment and follow-up. Ann Oncol. 2023;34(11):987-1002. doi: 10.1016/j.annonc.2023.08.009 [LL2]
- Conroy T, Ducreux M; ESMO Guidelines Committee: ESMO Clinical Practice Guideline Express Update on the management of metastatic pancreatic cancer. ESMO Open. 2025;10(4):104528. doi: 10.1016/j.esmoop.2025.104528 [LL3]
- Khorana AA, Mangu PB, Berlin J, Engebretson A, Hong TS, Maitra A et al.: Potentially Curable Pancreatic Cancer: American Society of Clinical Oncology Clinical Practice Guideline. J Clin Oncol. 2016;34(21):2541-2556. doi: 10.1200/jco.2016.67.5553 [LL4]
- Sohal DPS, Kennedy EB, Cinar P, Conroy T, Copur MS, Crane CH et al.: Metastatic Pancreatic Cancer: ASCO Guideline Update. J Clin Oncol. 2020;38(27):3217-3230. doi: 10.1200/jco.20.01364 [LL5]
- Conroy T, Ducreux M; ESMO Guidelines Committee: ESMO Clinical Practice Guideline Express Update on daraxonrasib in the treatment of metastatic pancreatic cancer. Ann Oncol. 2026, online publiziert am 19. August 2026. doi: 10.1016/j.annonc.2026.08.003 [LL6]
- S3-Leitlinie: Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen. (AWMF-Registernummer: 032-054OL), Juni 2026, Version 2.1. Langfassung [LL7]
Fachinformationen
- Europäische Arzneimittel-Agentur: KEYTRUDA – europäische Produktinformation, insbesondere Abschnitte 4.1–4.4; abgerufen am 17. Oktober 2026. EU-Fachinformation [FI1]
- Merck: KEYTRUDA – US Prescribing Information, insbesondere Abschnitt 1.8; Stand Juli 2026, abgerufen am 17. Oktober 2026. US-Fachinformation; keine EU-Zulassungsgrundlage [FI2]
- Europäische Arzneimittel-Agentur: ONIVYDE pegylated liposomal – Produktinformation, insbesondere Abschnitte 4.1–4.4. Fachinformation und Zulassungsunterlagen [FI3]
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Abraxane – Produktinformation. Fachinformation [FI4]
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Lynparza – Produktinformation, insbesondere Erhaltungstherapie des metastasierten Adenokarzinoms des Pankreas. Fachinformation [FI5]
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Vitrakvi – Produktinformation. Fachinformation [FI6]
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Rozlytrek – Produktinformation. Fachinformation [FI7]
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Augtyro – Produktinformation. Fachinformation [FI8]
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Xeloda – Produktinformation. Fachinformation [FI10]
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Tarceva – Produktinformation. Fachinformation [FI11]
Weitere regulatorische Quellen
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Rasonque – positive CHMP opinion vom 15. Oktober 2026; europäische Zulassungsentscheidung zum Redaktionsstand noch ausstehend. CHMP-Empfehlung [Z1]
- U.S. Food and Drug Administration: FDA approves daraxonrasib for metastatic pancreatic adenocarcinoma. 26. August 2026. US-Zulassungsmitteilung [Z2]
- Europäische Arzneimittel-Agentur: EMA recommendations on DPD testing prior to treatment with fluorouracil, capecitabine, tegafur and flucytosine. Sicherheitsinformation zur DPD-Testung [Z3]