Senk-Spreizfuß (Pes transversoplanus) – Differentialdiagnosen

Angeborene Fehlbildungen, Deformitäten und Chromosomenanomalien (Q00-Q99)

  • Pes planus congenitus (angeborener Plattfuß) – angeborener Plattfuß; insbesondere bei persistierender Fußgewölbeabflachung seit Kindheit von einem erworbenen Senk-Spreizfuß abzugrenzen
  • Talus verticalis (angeborener steifer Plattfuß) – angeborener rigider Plattfuß mit fixierter Fehlstellung; typischerweise bereits im Säuglings- bzw. Kindesalter manifest
  • Tarsale Koalition (angeborene Verbindung von Fußwurzelknochen) – angeborene Verbindung zwischen Fußwurzelknochen; wichtige Ursache eines rigiden, häufig schmerzhaften Plattfußes, typischerweise mit Manifestation im Kindes- oder Jugendalter

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Arthrose des Mittelfußes (Gelenkverschleiß im Mittelfuß) – belastungsabhängige Mittelfußschmerzen und gegebenenfalls sekundärer Kollaps des Fußgewölbes; insbesondere bei rigider Deformität relevant
  • Morbus Köhler II (Freiberg-Krankheit) (Knochenentwicklungsstörung am Mittelfußköpfchen) – Osteochondrose (Störung der Knochen- und Knorpelentwicklung) eines Mittelfußköpfchens mit lokalisierter belastungsabhängiger Metatarsalgie (Mittelfußschmerz), insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen
  • Neuropathische Arthropathie (Gelenkschädigung durch Nervenerkrankung) (Charcot-Fuß) – progredienter knöcherner und artikulärer Fußkollaps bei Neuropathie (Nervenschädigung); bei akutem Charcot-Fuß typischerweise zusätzlich Schwellung und Überwärmung
  • Plantarplatteninsuffizienz (Funktionsschwäche der Plantarplatte) bzw. Plantarplattenruptur (Riss der Plantarplatte) – plantar betonte Schmerzen am Metatarsophalangealgelenk (Zehengrundgelenk) mit Instabilität und gegebenenfalls Subluxation (Teilausrenkung) einer Kleinzehe
  • Progressive Collapsing Foot Deformity (PCFD; erworbener Knick-Plattfuß) – progredienter Kollaps des medialen Längsgewölbes mit Rückfußvalgus (Auswärtsstellung des Rückfußes) und Vorfußabduktion (Auswärtsabweichung des Vorfußes); häufig mit Tibialis-posterior-Sehneninsuffizienz (Funktionsschwäche der hinteren Schienbeinmuskelsehne) assoziiert
  • Rheumatoide Arthritis (chronisch-entzündlicher Gelenkrheumatismus) mit Vorfußdeformität – Synovitis (Entzündung der Gelenkinnenhaut) und Destruktion der Metatarsophalangealgelenke (Zehengrundgelenke) können zu Vorfußverbreiterung, Subluxationen und sekundärer Fußgewölbedeformität führen
  • Stressfraktur der Mittelfußknochen (Ermüdungsbruch der Mittelfußknochen) – belastungsabhängige, meist fokal lokalisierbare Vorfußschmerzen ohne primäre strukturelle Fußgewölbedeformität

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Morton-Neuralgie (Morton-Neurom) (Nervenschmerz zwischen den Mittelfußknochen) – brennende bzw. elektrisierende intermetatarsale Vorfußschmerzen, häufig mit Ausstrahlung in die Zehen; kann eine spreizfußassoziierte Metatarsalgie imitieren oder begleiten

Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)

  • Lisfranc-Verletzung (Verletzung der Mittelfuß-Fußwurzel-Verbindung) – ligamentäre oder knöcherne Verletzung des Tarsometatarsalgelenkkomplexes (Gelenkverbindungen zwischen Fußwurzel und Mittelfuß); kann bei übersehener oder chronischer Instabilität zu Mittelfußschmerz und sekundärem Fußgewölbekollaps führen