Toxoplasmose – Medikamentöse Therapie
Therapieziele
- Eliminierung der Erreger
- Vermeidung von Komplikationen
Therapieempfehlungen
- Für immunkompetente Personen:
- Akute Infektion:
- Keine Therapie, vorausgesetzt, es treten keine Komplikationen auf.
- Chorioretinitis (Entzündung der Choroidea (Aderhaut) mit einer Beteiligung der Retina (Netzhaut)) oder Meningitis (Hirnhautentzündung):
- Kombination aus Pyrimethamin (Antimalariamittel) + Sulfadiazin (Sulfonamide) + Folinsäure
- Infektion in der Schwangerschaft:
- Antiparasitäre Therapie mit dem Medikament Spiramycin (bis zur 16. SSW (Schwangerschaftswoche)) oder mit der Kombination aus Pyrimethamin + Sulfadiazin + Folinsäure (ab der 16. SSW) über mindestens vier Wochen [1]
- Beginnt die Therapie innerhalb der ersten vier Wochen, weisen nur circa 15 % der infizierten Kinder klinische Manifestationen auf. Ein Therapiebeginn nach der achten Woche führt in 70 % der Fälle zu klinischen Symptomen. Bei fehlender Therapie zeigen ca. 85 % der infizierten Kinder schwere klinische Symptome.
- Neugeborene – pränatale (vor der Geburt) Infektion:
- Kombination aus Pyrimethamin (Antimalariamittel) + Sulfadiazin (Sulfonamide) + Folinsäure
- Die Behandlungsdauer ist von der Schwere der Erkrankung abhängig. Bei einer Retinochorioiditis (posteriore Uveitis/hintere Aderhautanteile) stellt Clindamycin (Lincosamide) eine Alternative zur Kombinationstherapie dar.
Eine postnatal (nach der Geburt) erworbene Toxoplasmose bedarf keiner Therapie.
- Akute Infektion:
- Für immunsupprimierte Personen:
- zerebrale Toxoplasmose: Kombination aus Pyrimethamin (Antimalariamittel) + Sulfadiazin (Sulfonamide) + Folinsäure
- Primärprophylaxe: Cotrimoxazol (Antibiotikum)
- Siehe auch unter "Weitere Therapie".
Literatur
- Hotop A, Hlobil H, Groß U: Efficacy of Rapid Treatment Initiation Following Primary Toxoplasma gondii Infection During Pregnancy. Clinical Infectious Diseases, 2012 Jun;54(11):1545-52. Epub 2012 Mar 29.