Syphilis – Folgeerkrankungen

Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch Syphilis (Geschlechtskrankheit) mitbedingt sein können:

Angeborene Fehlbildungen, Deformitäten und Chromosomenanomalien (Q00-Q99)

  • Hutchinson-Zähne (Zahnfehlbildungen) – klassische Spätmanifestation (Spätfolge) der kongenitalen Syphilis (angeborenen Syphilis) mit tonnenförmiger Deformierung (Verformung) der oberen mittleren Schneidezähne; Teil der Hutchinson-Trias (Dreiergruppe typischer Krankheitszeichen) [LL 2, LL 4]
  • Sattelnase (eingesunkene Nasenform) – knöcherne beziehungsweise knorpelige Nasendeformität (Nasenverformung) als mögliche Spätfolge der kongenitalen Syphilis [LL 2, LL 4]
  • Säbelscheidentibia (säbelförmige Schienbeinverformung) – tibiale Deformität (Schienbeinverformung) als mögliche Spätmanifestation der kongenitalen Syphilis [LL 2, LL 4]

Atmungssystem (J00-J99)

  • Pneumonia alba (weiße Lungenentzündung) – seltene, schwere pulmonale Manifestation (Lungenbeteiligung) der kongenitalen Syphilis mit diffuser interstitieller Pneumonie (Lungenentzündung des Zwischengewebes), vor allem bei schwerer intrauteriner Infektion (Infektion im Mutterleib) [LL 2, LL 4]

Bestimmte Zustände, die ihren Ursprung in der Perinatalperiode haben (P00-P96)

  • Frühgeburtlichkeit (vorzeitige Geburt) – bei unbehandelter oder unzureichend behandelter maternaler Syphilis (Syphilis der Mutter) erhöhtes Risiko für Frühgeburt und neonatale Morbidität (Krankheitshäufigkeit beim Neugeborenen) [LL 2, LL 4]
  • Hydrops fetalis (Wassersucht des ungeborenen Kindes) – schwere intrauterine Manifestation der kongenitalen Syphilis mit generalisiertem Ödem (allgemeiner Wassereinlagerung), häufig assoziiert mit Hepatosplenomegalie (Vergrößerung von Leber und Milz) und Anämie (Blutarmut) [LL 2, LL 4]
  • Intrauteriner Fruchttod/Totgeburt (Tod des Kindes im Mutterleib/Totgeburt) – zentrale schwere Folge unbehandelter maternaler Syphilis; Risiko besonders hoch bei früher maternaler Syphilis und fehlender adäquater Therapie (angemessener Behandlung) [LL 2, LL 4]
  • Neonatale Syphilis/kongenitale Syphilis (Syphilis des Neugeborenen/angeborene Syphilis) – diaplazentare Infektion (Infektion über den Mutterkuchen) durch Treponema pallidum (Syphilisbakterium) mit möglicher Multiorganbeteiligung (Beteiligung mehrerer Organe); klinisch unter anderem Rhinitis (Schnupfen), Exanthem (Hautausschlag), Hepatosplenomegalie, Knochenbeteiligung, Anämie und Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen) [LL 2, LL 4]

Augen und Augenanhangsgebilde (H00-H59)

  • Chorioretinitis (Netzhaut-Aderhaut-Entzündung) – mögliche Manifestation der okulären Syphilis (Augensyphilis) beziehungsweise kongenitalen Syphilis; kann mit Visusminderung (Sehverschlechterung) einhergehen [1, 2, LL 1-4]
  • Interstitielle Keratitis (Hornhautentzündung im Zwischengewebe) – klassische Spätmanifestation der kongenitalen Syphilis; Bestandteil der Hutchinson-Trias [LL 2, LL 4]
  • Iritis (Regenbogenhautentzündung) – Form der anterioren Uveitis (vorderen Entzündung der mittleren Augenhaut) bei okulärer Syphilis [1, 2, LL 1-4]
  • Neuritis nervi optici/Optikusneuritis (Sehnervenentzündung) – Manifestation der okulären Syphilis mit möglicher Visusminderung; bei okulären Symptomen ist eine ophthalmologische Untersuchung (augenärztliche Untersuchung) erforderlich [1, 2, LL 1-4]
  • Neuroretinitis/Papillitis (Entzündung von Netzhaut und Sehnervenkopf/Sehnervenkopfentzündung) – mögliche Manifestationen der okulären Syphilis mit Beteiligung von Netzhaut beziehungsweise Papille (Sehnervenkopf) [1, 2, LL 1-4]
  • Retinale Vaskulitis (Gefäßentzündung der Netzhaut) – mögliche Manifestation der okulären Syphilis; kann isoliert oder im Rahmen einer posterioren Uveitis (hinteren Entzündung der mittleren Augenhaut) beziehungsweise Panuveitis (Entzündung aller Abschnitte der mittleren Augenhaut) auftreten [1, 2, LL 1-4]
  • Uveitis, anterior, intermediär, posterior oder Panuveitis – häufigste okuläre Manifestation der Syphilis; häufig mit Vitritis (Glaskörperentzündung) beziehungsweise diffuser Glaskörperinfiltration (ausgedehnter Einlagerung von Entzündungszellen im Glaskörper), posteriorer Beteiligung oder Panuveitis [1, 2, LL 1-4]

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Anämie – mögliche Manifestation der kongenitalen Syphilis, häufig im Rahmen systemischer neonataler Beteiligung (den ganzen Körper betreffender Beteiligung des Neugeborenen) [LL 2, LL 4]
  • Thrombozytopenie – mögliche Manifestation der kongenitalen Syphilis mit Purpura (kleinfleckigen Hautblutungen) oder Blutungsneigung [LL 2, LL 4]

Haut und Unterhaut (L00-L99)

  • Condylomata lata (breite Feigwarzen-ähnliche Hautveränderungen) – hochinfektiöse, feuchte, breite Papeln/Plaques (Knötchen/flächige Hautveränderungen) der Sekundärsyphilis (zweiten Krankheitsphase der Syphilis), bevorzugt intertriginös (in Hautfalten), perianal (um den After) oder genital (im Genitalbereich) [LL 1-4]
  • Gummata der Haut (knotenartige Hautveränderungen) – granulomatös-destruktive Läsionen (knotig-entzündliche, gewebezerstörende Veränderungen) der tertiären Syphilis (dritten Krankheitsphase der Syphilis) mit möglicher Ulzeration (Geschwürbildung) [LL 1-4]
  • Palmar-plantares Exanthem (Hautausschlag an Handflächen und Fußsohlen) – typisches Exanthem der Sekundärsyphilis mit Beteiligung von Handflächen und Fußsohlen [LL 1-4]
  • Syphilitische Hautulzerationen (syphilitische Hautgeschwüre) – möglich bei ulzerierenden Gummata oder ulzerierenden sekundärsyphilitischen Läsionen; isolierte Fußsohlenulzera (Fußsohlengeschwüre) sind nicht als typische alleinige Standardkomplikation zu werten [LL 1-4]

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Aortenaneurysma (Aussackung der Hauptschlagader), vor allem Aneurysma der Aorta ascendens (Aussackung der aufsteigenden Hauptschlagader) – klassische Manifestation der kardiovaskulären Syphilis (Herz-Gefäß-Syphilis) durch syphilitische Aortitis (syphilitische Entzündung der Hauptschlagader); heute selten, aber leitlinienrelevant [LL 1-4]
  • Aorteninsuffizienz (Undichtigkeit der Aortenklappe) – mögliche Folge einer syphilitischen Aortitis mit Dilatation der Aortenwurzel (Erweiterung der Hauptschlagaderwurzel) [LL 1-4]
  • Aortitis syphilitica – Manifestation der tertiären Syphilis; kann zu Aortenwurzelbeteiligung (Beteiligung der Hauptschlagaderwurzel), Aneurysma und Aortenklappeninsuffizienz (Undichtigkeit der Hauptschlagaderklappe) führen [LL 1-4]
  • Koronarostienstenose (Verengung der Abgänge der Herzkranzgefäße) – mögliche Komplikation der syphilitischen Aortitis mit Beteiligung der Koronarostien (Abgänge der Herzkranzgefäße); kann Angina pectoris (Brustenge) oder Myokardinfarkt (Herzinfarkt) imitieren beziehungsweise verursachen [LL 1-4]
  • Schlaganfall bei meningovaskulärer Neurosyphilis (Neurosyphilis mit Hirnhaut- und Gefäßbeteiligung) – ischämischer Schlaganfall (Schlaganfall durch Durchblutungsstörung) durch syphilitische Vaskulitis (syphilitische Gefäßentzündung) der zerebralen Gefäße (Hirngefäße) [LL 1-5]

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Kongenitale Syphilis – Folge diaplazentarer Transmission (Übertragung über den Mutterkuchen) von Treponema pallidum; klinisches Spektrum von asymptomatischer Infektion (Infektion ohne Beschwerden) bis zu schwerer Multiorganerkrankung (Erkrankung mehrerer Organe), Totgeburt oder neonatalem Tod (Tod des Neugeborenen) [LL 2, LL 4]
  • Neurosyphilis (Syphilis des Nervensystems) – neurologische Manifestation (Beteiligung des Nervensystems) der Syphilis in frühen oder späten Stadien; kann asymptomatisch sein oder als Meningitis (Hirnhautentzündung), meningovaskuläre Syphilis (Syphilis mit Hirnhaut- und Gefäßbeteiligung), Hirnnervenbeteiligung, Tabes dorsalis (Rückenmarksschwindsucht) oder progressive Paralyse (fortschreitende Lähmung) auftreten [LL 1-5]
  • Okuläre Syphilis – kann in jedem Stadium auftreten; klinisch insbesondere Uveitis, Retinitis (Netzhautentzündung), Optikusneuritis, Neuroretinitis oder retinale Vaskulitis [1, 2, LL 1-4]
  • Otosyphilis (Ohrsyphilis) – Innenohrbeteiligung (Beteiligung des Innenohrs) mit Hörminderung, Tinnitus (Ohrgeräusch) oder vestibulären Symptomen (Gleichgewichtsbeschwerden); Behandlung analog zur Neurosyphilis beziehungsweise okulären Syphilis empfohlen [LL 1-4]

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (K70-K77; K80-K87)

  • Syphilitische Hepatitis (syphilitische Leberentzündung) – seltene Manifestation, meist im Rahmen der frühen beziehungsweise sekundären Syphilis; häufig cholestatisches Muster (Gallenstau-Muster) mit deutlicher Erhöhung der alkalischen Phosphatase und Gamma-Glutamyl-Transferase (Gamma-GT, GGT) bei milderer Transaminasenerhöhung [3, 4]

Mund, Ösophagus, Magen und Darm (K00-K67; K90-K93)

  • Gastritis syphilitica (syphilitische Magenschleimhautentzündung) – seltene gastrointestinale Manifestation (Magen-Darm-Beteiligung); kann endoskopisch (bei einer Spiegelung) maligne (bösartige) oder entzündliche Erkrankungen imitieren [4]
  • Proktitis syphilitica (syphilitische Mastdarmentzündung) – sexuell übertragene Proktitis, insbesondere nach rezeptivem Analverkehr (aufnehmendem Analverkehr); klinisch mit anorektalen Schmerzen (Schmerzen im After-Mastdarm-Bereich), Tenesmen (schmerzhaftem Stuhldrang), Blut-/Schleimabgang oder rektaler Raumforderung (Tastbefund im Mastdarm) möglich [4, LL 1, LL 3]

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Arthritis/Synovitis (Gelenkentzündung/Entzündung der Gelenkinnenhaut) – seltene Manifestation der erworbenen oder kongenitalen Syphilis; differentialdiagnostisch vor allem bei passender Serologie (Blutuntersuchung auf Antikörper) und systemischen Zeichen (den ganzen Körper betreffenden Zeichen) zu berücksichtigen [LL 1-4]
  • Osteitis (Knochenentzündung) – seltene Knochenmanifestation (Knochenbeteiligung) der Sekundärsyphilis oder kongenitalen Syphilis; häufig schmerzhafte Knochenläsionen (Knochenveränderungen), unter anderem an Schädel, Tibia (Schienbein), Fibula (Wadenbein) oder langen Röhrenknochen [5]
  • Periostitis (Knochenhautentzündung) – mögliche Manifestation der sekundären oder kongenitalen Syphilis; typischerweise Knochenschmerzen, teils nachts betont [5, LL 2, LL 4]

Ohren – Warzenfortsatz (H60-H95)

  • Sensorineurale Schwerhörigkeit (Innenohrschwerhörigkeit) – klassische Manifestation der Otosyphilis beziehungsweise Spätmanifestation der kongenitalen Syphilis; kann akut, fluktuierend (wechselnd) oder progredient (fortschreitend) auftreten [LL 1-4]
  • Tinnitus und vestibuläre Symptome – mögliche Manifestationen der Otosyphilis mit Innenohrbeteiligung [LL 1-4]

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Akute syphilitische Meningitis (akute syphilitische Hirnhautentzündung) – frühe Neurosyphilis mit Kopfschmerzen, Meningismus (Nackensteifigkeit), Hirnnervenparesen (Lähmungen der Hirnnerven) oder Liquorpleozytose [LL 1-5]
  • Hirnnervenparesen, einschließlich Fazialisparese (Gesichtsnervenlähmung) – mögliche Manifestation der frühen Neurosyphilis; bei neurologischen Zeichen ist eine Liquordiagnostik (Untersuchung des Nervenwassers) leitliniengerecht zu prüfen [LL 1-5]
  • Meningovaskuläre Neurosyphilis – syphilitische Endarteriitis (Entzündung der Gefäßinnenhaut) mit Risiko zerebraler Ischämien (Durchblutungsstörungen des Gehirns) und Schlaganfall [LL 1-5]
  • Progressive Paralyse – späte Neurosyphilis mit kognitiver Verschlechterung (Verschlechterung der geistigen Leistungsfähigkeit), psychiatrischen Symptomen (seelischen Beschwerden), Wesensänderung, Demenzsyndrom (Krankheitsbild mit geistigem Abbau) und neurologischen Ausfällen (Ausfällen des Nervensystems) [LL 1-5]
  • Tabes dorsalis – späte Neurosyphilis mit Hinterstrangschädigung (Schädigung der hinteren Rückenmarksbahnen), sensibler Ataxie (Gefühlsstörung mit Koordinationsstörung), lancinierenden Schmerzen (einschießenden Schmerzen), Reflexverlust und Blasenstörungen [LL 1-5]

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99)

  • Abort (Fehlgeburt) – unbehandelte maternale Syphilis erhöht das Risiko für Schwangerschaftsverlust [LL 2, LL 4]
  • Fetale Wachstumsrestriktion (Wachstumshemmung des ungeborenen Kindes) – mögliche Folge einer intrauterinen Infektion bei maternaler Syphilis [LL 2, LL 4]
  • Frühgeburt – relevante geburtshilfliche Komplikation (Komplikation rund um Schwangerschaft und Geburt) unbehandelter oder inadäquat behandelter maternaler Syphilis [LL 2, LL 4]
  • Totgeburt – eine der schwersten Folgen unbehandelter maternaler Syphilis; Prävention (Vorbeugung) durch frühes Screening (Früherkennungsuntersuchung) und leitliniengerechte Penicillintherapie (Penicillinbehandlung) [LL 2, LL 4]

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Fieber – häufige systemische Manifestation der Sekundärsyphilis oder kongenitalen Syphilis [LL 1-4]
  • Hepatosplenomegalie – mögliche Manifestation der Sekundärsyphilis und der kongenitalen Syphilis [LL 1-4]
  • Lymphadenopathie (Lymphknotenschwellung) – typische Begleitmanifestation der Primär- und Sekundärsyphilis [LL 1-4]
  • Visusminderung – möglich bei okulärer Syphilis, insbesondere Uveitis, Retinitis, Optikusneuritis oder Neuroretinitis [1, 2, LL 1-4]

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Glomerulonephritis (Nierenkörperchenentzündung) – seltene renale Manifestation (Nierenbeteiligung), meist immunologisch vermittelt (durch das Immunsystem vermittelt) im Rahmen der Sekundärsyphilis [6]
  • Membranöse Nephropathie (membranöse Nierenerkrankung) – typische histologische Form (feingewebliche Form) der syphilisassoziierten Proteinurie beziehungsweise des syphilisassoziierten nephrotischen Syndroms [6]
  • Nephrotisches Syndrom (Nierenerkrankung mit Eiweißverlust) – seltene, aber beschriebene Komplikation der Syphilis, meist mit Proteinurie, Hypalbuminämie und Ödemen (Wassereinlagerungen); in der Regel Besserung nach adäquater antitreponemaler Therapie (Therapie gegen Treponema pallidum) [6]

Prognosefaktoren

  • Stadium der Syphilis
    • Frühe Syphilis ist mit hoher Infektiosität (Ansteckungsfähigkeit) und systemischen Manifestationen assoziiert; späte Syphilis ist relevant für Neurosyphilis, kardiovaskuläre Syphilis und gummatöse Manifestationen (knotenartige Krankheitszeichen) [LL 1-5]
  • Zeitpunkt und Adäquatheit der Therapie
    • Frühe, leitliniengerechte Penicillintherapie verhindert in der Regel Progression (Fortschreiten) und Spätfolgen; inadäquate Therapie, Therapieverzug oder Reinfektion (erneute Infektion) erhöhen das Risiko persistierender (anhaltender) beziehungsweise später Manifestationen [LL 1-5]
  • Schwangerschaft
    • Unbehandelte maternale Syphilis ist mit Abort, Frühgeburt, Totgeburt und kongenitaler Syphilis assoziiert; Prognose entscheidend abhängig von frühem Screening, korrektem Stadium und rechtzeitiger Penicillintherapie [LL 2, LL 4]
  • Neurologische, okuläre oder otologische Symptome
    • Hirnnervenparesen, Schlaganfall, akute oder chronische kognitive Veränderungen (geistige Veränderungen), Visusminderung, Uveitis, Hörminderung, Tinnitus oder vestibuläre Symptome erfordern rasche fachärztliche Abklärung (ärztliche Untersuchung durch einen Spezialisten) und stadiengerechte Therapie [LL 1-5]
  • HIV-Koinfektion und Reinfektionsrisiko
    • HIV-Koinfektion (gleichzeitige HIV-Infektion) und fortbestehendes sexuelles Expositionsrisiko (Ansteckungsrisiko) erhöhen die klinische Komplexität, das Risiko für Reinfektion und die Anforderungen an Verlaufskontrollen [LL 1-4]
  • Serologische Verlaufskontrolle
    • Fehlender adäquater Titerabfall, Serofast-Konstellation (anhaltend positive Bluttestkonstellation trotz Therapie) oder erneuter Titeranstieg sprechen für die Notwendigkeit einer erneuten klinischen Bewertung, Ausschluss von Reinfektion und Prüfung spezieller Manifestationen [LL 1-4]

Literatur

  1. Amaratunge BC, Camuglia JE, Hall AJ. Syphilitic uveitis: a review of clinical manifestations and treatment outcomes of syphilitic uveitis in human immunodeficiency virus-positive and negative patients. Clin Exp Ophthalmol. 2010;38(1):68-74. https://doi.org/10.1111/j.1442-9071.2010.02203.x 
  2. Zhang T, Zhu Y, Xu G. Clinical Features and Treatments of Syphilitic Uveitis: A Systematic Review and Meta-Analysis. J Ophthalmol. 2017;2017:6594849. https://doi.org/10.1155/2017/6594849 
  3. Huang J, Lin S, Wan B, Zhu Y. A Systematic Literature Review of Syphilitic Hepatitis in Adults. J Clin Transl Hepatol. 2018;6(3):306-309. https://doi.org/10.14218/JCTH.2018.00003 
  4. Adachi E, Koibuchi T, Okame M, Sato H, Kikuchi T, Koga M et al.: Case of Secondary Syphilis Presenting with Unusual Complications: Syphilitic Proctitis, Gastritis, and Hepatitis. J Clin Microbiol. 2011;49(12):4394-4396. https://doi.org/10.1128/JCM.01240-11 
  5. Park KH, Lee MS, Hong IK, Sung JY, Choi SH, Park SO et al.: Bone involvement in secondary syphilis: a case report and systematic review of the literature. Sex Transm Dis. 2014;41(9):532-537. https://doi.org/10.1097/OLQ.0000000000000164 
  6. Zhang L, Zhang M, Xie Q, Wang Y, Ni Z, Liu S et al.: Target Antigens of Membranous Nephropathy With Syphilis Infection. Kidney Int Rep. 2023;9(2):401-409. https://doi.org/10.1016/j.ekir.2023.11.021 

Leitlinien

  1. Janier M, Unemo M, Dupin N, Tiplica GS, Potočnik M, Patel R. 2020 European guideline on the management of syphilis. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2021;35(3):574-588. https://doi.org/10.1111/jdv.16946 
  2. Kingston M, Wilson J, Dermont S, Fifer H, Chan K, Lyall H et al.: British Association of Sexual Health and HIV (BASHH) UK guidelines for the management of syphilis in pregnancy and children 2024. Int J STD AIDS. 2024;35(14):1161-1173. https://doi.org/10.1177/09564624241280387 
  3. Kingston M, Apea V, Evans C, Fifer H, Foster K, Patrick P et al.: BASHH UK guidelines for the management of syphilis 2024. Int J STD AIDS. 2024;35(14):1142-1160. https://doi.org/10.1177/09564624241280406 
  4. Centers for Disease Control and Prevention. Syphilis. STI Treatment Guidelines. Zugriff: 07.06.2026. https://www.cdc.gov/std/treatment-guidelines/syphilis.htm 
  5. S1-Leitlinie Neurosyphilis. (AWMF-Registernummer 030-101) Mai 2026 Langfassung