Malaria – Differentialdiagnosen

Atmungssystem (J00-J99)

  • Influenza (Grippe) – akutes Fieber mit ausgeprägten Kopf- und Gliederschmerzen; bei entsprechender Saisonalität bzw. Reiseepidemiologie wichtige Differentialdiagnose
  • Pneumonie (Lungenentzündung) – insbesondere bei Fieber mit Husten, Dyspnoe (Atemnot) oder fokalem pulmonalem Befund; respiratorische Symptome können auch bei Malaria auftreten

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Akute HIV-Infektion (Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus) – akutes febriles Krankheitsbild mit Exanthem (Hautausschlag), Pharyngitis (Rachenentzündung) oder Lymphadenopathie (Lymphknotenschwellung) nach entsprechender Exposition
  • Akute Schistosomiasis (Katayama-Syndrom; akute Bilharziose) – Fieber nach Süßwasserkontakt in Endemiegebieten; Eosinophilie ist differentialdiagnostisch wegweisend
  • Babesiose (durch Babesien verursachte Infektionskrankheit) – besonders wichtige morphologische Differentialdiagnose bei intraerythrozytären Parasiten; typischerweise Fieber, Hämolyse und Thrombozytopenie
  • Bakterielle Sepsis (Blutvergiftung) – bei schwerem febrilem Krankheitsbild mit Kreislauf- oder Organfunktionsstörungen wesentliche Differentialdiagnose einer komplizierten Malaria
  • Brucellose (bakterielle Infektionskrankheit durch Brucellen) – insbesondere bei prolongiertem oder undulierendem Fieber nach Tierkontakt bzw. Verzehr nicht pasteurisierter Milchprodukte
  • Chikungunya-Fieber (durch Stechmücken übertragene Virusinfektion mit Fieber und Gelenkschmerzen) – akutes Fieber nach Aufenthalt im Endemiegebiet; ausgeprägte Arthralgien (Gelenkschmerzen) sprechen differentialdiagnostisch für Chikungunya
  • Dengue-Fieber (durch Stechmücken übertragene Virusinfektion) – eine der wichtigsten Differentialdiagnosen bei akutem Fieber nach Aufenthalt in tropischen oder subtropischen Regionen; häufig mit Myalgien (Muskelschmerzen), Thrombozytopenie und Leukopenie
  • Gelbfieber (durch Stechmücken übertragene Virusinfektion) – bei entsprechender Reiseanamnese und fehlendem Impfschutz zu berücksichtigen, insbesondere bei Fieber, Ikterus (Gelbsucht) oder hämorrhagischer Symptomatik (Blutungszeichen)
  • Leptospirose (bakterielle Infektionskrankheit durch Leptospiren) – insbesondere nach Kontakt mit kontaminiertem Süßwasser; Fieber, Thrombozytopenie, Nierenfunktionsstörung und Ikterus können eine schwere Malaria imitieren
  • Rickettsiosen (durch Rickettsien verursachte Infektionskrankheiten) – insbesondere nach Zeckenexposition; Exanthem oder Eschar (schorfbedeckte Hautläsion) erleichtern die Abgrenzung
  • Rückfallfieber – rezidivierende Fieberepisoden nach Läuse- oder Zeckenexposition; bei hoher Erregerdichte können Spirochäten im Blutausstrich nachweisbar sein
  • Typhus abdominalis (Bauchtyphus) und Paratyphus (typhusähnliche bakterielle Infektionskrankheit) – zentrale Differentialdiagnosen des undifferenzierten Fiebers nach Tropen- bzw. Subtropenaufenthalt
  • Virale hämorrhagische Fieber (virusbedingte Fiebererkrankungen mit Blutungsneigung), z. B. Ebola-, Lassa-, Marburg- oder Krim-Kongo-Hämorrhagisches Fieber – selten, aber bei passender geographischer und epidemiologischer Exposition sowie Fieber innerhalb der jeweiligen Inkubationszeit zwingend zu berücksichtigen
  • Virushepatitis A bzw. E (virusbedingte Leberentzündung Typ A bzw. E) – insbesondere bei Fieber mit Ikterus und ausgeprägter Transaminasenerhöhung
  • Viszerale Leishmaniose (Kala-Azar; Leishmaniose der inneren Organe) – vor allem bei prolongiertem Fieber, Splenomegalie (Milzvergrößerung) und Zytopenien nach entsprechender Exposition