Kopflausbefall (Pediculosis capitis) – Körperliche Untersuchung

Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:

  • Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Blutdruck, Puls, Körpergewicht, Körpergröße; des Weiteren:
    • Inspektion (Betrachtung) der Haut, insbesondere der Kopfhaut und der behaarten Kopfregionen, bevorzugt okzipital (am Hinterkopf), retroaurikulär (hinter dem Ohr), temporal (an der Schläfe) und im Nackenbereich [lebende Läuse oder Nymphen (junge Läuse), hautnah haftende Nissen/Eier, erythematöse Papeln (gerötete Knötchen), Exkoriationen (Kratzspuren), ekzematöse Hautveränderungen (entzündliche Hautveränderungen), Krustenbildung, Zeichen einer bakteriellen Superinfektion (zusätzliche bakterielle Infektion), insbesondere Impetiginisierung (eitrige Hautinfektion)]
    • Systematische Untersuchung des Kopfhaares mit Scheiteln der Haare und guter Beleuchtung, ggf. mit Lupe [bewegliche adulte (erwachsene) Läuse oder Nymphen; Nissen/Eier bevorzugt nahe der Kopfhaut, insbesondere innerhalb von ca. 6 mm Abstand zur Kopfhaut]
    • Feinzinkiges Auskämmen des nassen oder trockenen Kopfhaares mit Läusekamm zur Detektion (Erkennung) lebender Läuse [Nachweis lebender Läuse oder Nymphen; Nissen allein ohne lebende Laus beweisen keinen aktiven Befall]
    • Palpation (Abtasten) der regionalen Lymphknoten, insbesondere okzipital, retroaurikulär und zervikal (am Hals) [reaktive Lymphadenopathie (Lymphknotenschwellung) bei ausgeprägter Entzündung oder sekundärer bakterieller Superinfektion]

Beachte: Zur Diagnosestellung ist der Nachweis einer lebenden Laus erforderlich. Nissen/Eier allein, insbesondere bei größerem Abstand zur Kopfhaut, sprechen eher für einen früheren oder nicht sicher aktiven Befall.

In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.