Tripper (Gonorrhoe) – Folgeerkrankungen

Im Folgenden die wichtigsten Folgeerkrankungen bzw. Komplikationen, die durch eine Gonorrhoe (Tripper) mitbedingt sein können:

Folgeerkrankungen bzw. Komplikationen der Frau

Atmungssystem (J00-J99)

  • Pharyngeale Gonokokken-Infektion (Gonokokken-Infektion im Rachen) – meist asymptomatisch (ohne Beschwerden) oder oligosymptomatisch (mit wenigen Beschwerden); klinisch bedeutsam als extragenitales Infektionsreservoir (Infektionsspeicher außerhalb der Geschlechtsorgane) und als möglicher Ausgangspunkt persistierender Infektion (anhaltender Infektion) beziehungsweise Reinfektion (erneuter Ansteckung) [LL 1, LL 2]
  • Rhinitis (Nasenschleimhautentzündung) des Neugeborenen – seltene perinatal (um die Geburt herum) erworbene Manifestation (Krankheitserscheinung) nach Exposition (Kontakt) gegenüber infiziertem Zervixsekret (Gebärmutterhalssekret) [LL 3]

Augen und Augenanhangsgebilde (H00-H59)

  • Gonokokken-Konjunktivitis des Erwachsenen (Bindehautentzündung durch Gonokokken) – hochakute eitrige Konjunktivitis (Bindehautentzündung) nach Autoinokulation (Selbstübertragung) oder direktem Kontakt mit infektiösem Sekret; Risiko einer rasch progredienten Keratitis (Hornhautentzündung), Hornhautulzeration (Hornhautgeschwür) und Hornhautperforation (Hornhautdurchbruch) [LL 1, LL 2]
  • Hornhautulzeration/Hornhautperforation bis Amaurose (Erblindung) – potenziell visusbedrohliche Komplikation bei verzögerter Diagnostik oder unzureichender Therapie der okulären Gonokokken-Infektion (Gonokokken-Infektion am Auge) [LL 1, LL 2]
  • Ophthalmoblennorrhoea neonatorum (eitrige Augenentzündung des Neugeborenen) – gonokokkenbedingte Konjunktivitis des Neugeborenen nach perinataler Exposition; unbehandelt Risiko einer Hornhautperforation und Erblindung [LL 3]

Bestimmte Zustände, die ihren Ursprung in der Perinatalperiode haben (P00-P96)

  • Gonokokken-Infektion des Neugeborenen – perinatal erworben, typischerweise durch Kontakt mit infiziertem Zervixsekret; Manifestationen umfassen Ophthalmia neonatorum (Augenentzündung des Neugeborenen), Rhinitis, Vulvovaginitis (Entzündung von Scheide und äußerem Genitale), Urethritis (Harnröhrenentzündung), Kopfhautinfektion nach fetaler Überwachung (Überwachung des ungeborenen Kindes), Arthritis (Gelenkentzündung), Meningitis (Hirnhautentzündung) und Sepsis (Blutvergiftung) [LL 3]
  • Neonatale Sepsis (Blutvergiftung des Neugeborenen) – seltene, aber schwere Manifestation einer perinatal erworbenen Gonokokken-Infektion [LL 3]

Haut und Unterhaut (L00-L99)

  • Dermatitis (Hautentzündung) bei disseminierter Gonokokken-Infektion (ausgebreiteter Gonokokken-Infektion) – häufig im Rahmen des Arthritis-Dermatitis-Syndroms (Gelenk-Haut-Syndroms) mit papulösen (knötchenförmigen), pustulösen (eiterbläschenartigen), petechialen (punktförmig eingebluteten) oder hämorrhagischen Läsionen (blutigen Hautveränderungen), bevorzugt akral (an Händen und Füßen) [LL 1, LL 2]

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Gonokokken-Endokarditis (Herzinnenhautentzündung durch Gonokokken) – sehr seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Komplikation einer disseminierten Gonokokken-Infektion [LL 1, LL 2]

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Disseminierte Gonokokken-Infektion – hämatogene Streuung (Ausbreitung über das Blut) ausgehend von urogenitaler (Harn- und Geschlechtsorgane betreffender), rektaler (den Enddarm betreffender) oder pharyngealer (den Rachen betreffender) Schleimhautinfektion; klassisch mit Tenosynovitis (Sehnenscheidenentzündung), Polyarthralgie (Schmerzen in mehreren Gelenken), Dermatitis oder purulenter Arthritis (eitriger Gelenkentzündung) [LL 1, LL 2]
  • Rezidiv (Wiederauftreten) beziehungsweise Reinfektion einer Gonokokken-Infektion – insbesondere bei unzureichender Partnerdiagnostik und Partnertherapie, persistierender extragenitaler Infektion oder erneuter Exposition [LL 1, LL 2, LL 4]
  • Sepsis – seltene schwere Komplikation einer disseminierten Gonokokken-Infektion; in der Schwangerschaft auch im Zusammenhang mit septischem Abort (Fehlgeburt durch Blutvergiftung) beschrieben [LL 1, LL 2, LL 4]

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (Bauchspeicheldrüse) (K70-K77; K80-K87)

  • Perihepatitis (Leberkapselentzündung) – Fitz-Hugh-Curtis-Syndrom (Leberkapselentzündung bei Beckenentzündung) als Folge einer aszendierenden genitalen Infektion (aufsteigenden Infektion der Geschlechtsorgane) beziehungsweise einer Pelvic inflammatory disease (entzündlichen Erkrankung des kleinen Beckens); typischerweise rechtsseitige Oberbauchschmerzen durch perihepatische Entzündung (Entzündung im Bereich der Leberkapsel) [LL 1, LL 2]

Mund, Ösophagus (Speiseröhre), Magen und Darm (K00-K67; K90-K93)

  • Peritonitis (Bauchfellentzündung) – seltene schwere Komplikation einer aszendierenden genitalen Infektion beziehungsweise Pelvic inflammatory disease, insbesondere bei Tuboovarialabszess (Abszess von Eileiter und Eierstock) oder Ausbreitung in die Bauchhöhle [LL 1, LL 2]
  • Proktitis (Enddarmentzündung) – rektale Gonokokken-Infektion nach analer Exposition oder sekundärer Kontamination (nachträglicher Verunreinigung); kann asymptomatisch verlaufen und dadurch als Infektionsreservoir relevant bleiben [LL 1, LL 2]

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Gonokokken-Arthritis (Gelenkentzündung durch Gonokokken) – purulente Monoarthritis (eitrige Entzündung eines einzelnen Gelenks) oder Oligoarthritis (Entzündung weniger Gelenke) im Rahmen einer disseminierten Gonokokken-Infektion; typischerweise Knie, Sprunggelenk, Handgelenk oder Ellenbogen betroffen [LL 1, LL 2]
  • Polyarthralgie – Bestandteil des Arthritis-Dermatitis-Syndroms bei disseminierter Gonokokken-Infektion [LL 1, LL 2]
  • Tenosynovitis – charakteristische Manifestation der disseminierten Gonokokken-Infektion, häufig an Händen, Handgelenken, Füßen oder Sprunggelenken [LL 1, LL 2]

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Gonokokken-Meningitis (Hirnhautentzündung durch Gonokokken) – sehr seltene, aber schwere Komplikation einer disseminierten Gonokokken-Infektion [LL 1, LL 2]

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99)

  • Chorioamnionitis (Entzündung von Eihaut und Fruchtwasserraum) – mögliche aszendierende Komplikation einer genitalen Gonokokken-Infektion in der Schwangerschaft [1, LL 3, LL 4]
  • Frühgeburt – in Metaanalysen (zusammenfassenden Studienauswertungen) mit maternaler Neisseria-gonorrhoeae-Infektion (mütterlicher Gonokokken-Infektion) assoziiert (in Zusammenhang stehend); adjustierte Analysen (angepasste Auswertungen) zeigen ein erhöhtes Risiko für Frühgeburt [1]
  • Intrauteriner Fruchttod (Tod des ungeborenen Kindes im Mutterleib)/perinatale Mortalität (Sterblichkeit um die Geburt herum) – in Beobachtungsstudien und Metaanalysen mit maternaler Gonokokken-Infektion assoziiert; Evidenz (wissenschaftliche Beleglage) heterogen [1]
  • Niedriges Geburtsgewicht – in Metaanalysen mit maternaler Neisseria-gonorrhoeae-Infektion assoziiert, nach Adjustierung (statistischer Anpassung) jedoch weniger konsistent [1]
  • Septischer Abort – seltene schwere Komplikation einer aszendierenden oder disseminierten Gonokokken-Infektion [1, LL 1, LL 2, LL 4]
  • Vorzeitiger Blasensprung – in Metaanalysen und Leitlinien als schwangerschaftsassoziierte Komplikation beziehungsweise Risiko bei maternaler Gonokokken-Infektion beschrieben [1, LL 4]

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Bartholinitis (Entzündung der Bartholin-Drüse)/Bartholin-Abszess (Eiteransammlung der Bartholin-Drüse) – lokale Komplikation einer Gonokokken-Infektion im Bereich der Bartholin-Drüse [LL 1, LL 2]
  • Chronische Beckenschmerzen (lang anhaltende Schmerzen im Becken) – mögliche Langzeitfolge einer Pelvic inflammatory disease nach aszendierender Gonokokken-Infektion [2, LL 1, LL 2]
  • Endometritis (Gebärmutterschleimhautentzündung) – Manifestation einer aszendierenden Gonokokken-Infektion und Bestandteil der Pelvic inflammatory disease [LL 1, LL 2]
  • Pelvic inflammatory disease – aszendierende Infektion des oberen weiblichen Genitaltraktes (inneren weiblichen Geschlechtsorgane) mit Endometritis, Salpingitis (Eileiterentzündung), Oophoritis (Eierstockentzündung), Peritonitis oder Tuboovarialabszess; bei Gonorrhoe häufig klinisch akuter und fieberhafter als bei manchen nichtgonorrhoischen Ursachen [LL 1, LL 2]
  • Salpingitis/Adnexitis (Eileiter- und Eierstockentzündung) – tubare beziehungsweise adnexale Entzündung (Entzündung der Eileiter und Eierstöcke) als zentrale Manifestation der Pelvic inflammatory disease [LL 1, LL 2]
  • Sterilität/tubare Infertilität (Unfruchtbarkeit durch Eileiterschädigung) – mögliche Spätfolge tubarer Schädigung (Schädigung der Eileiter) nach Gonokokken-assoziierter Pelvic inflammatory disease; Kohortendaten (Daten aus Verlaufsstudien) zeigen ein erhöhtes Risiko nach Gonorrhoe, bei teils begrenzter Präzision der Risikoschätzung [2]
  • Tubargravidität (Eileiterschwangerschaft) – mögliche Spätfolge tubarer Narbenbildung (Narbenbildung im Eileiter) nach Pelvic inflammatory disease; Kohortendaten zeigen ein erhöhtes Risiko nach Gonorrhoe, bei teils begrenzter Präzision der Risikoschätzung [2]
  • Tuboovarialabszess – schwere Komplikation einer Pelvic inflammatory disease mit Abszessbildung (Eiteransammlung) im Bereich von Tube (Eileiter) und Ovar (Eierstock) [LL 1, LL 2]

Folgeerkrankungen bzw. Komplikationen des Mannes

Atmungssystem (J00-J99)

  • Pharyngeale Gonokokken-Infektion – meist asymptomatisch oder oligosymptomatisch; klinisch bedeutsam als extragenitales Infektionsreservoir und als möglicher Ausgangspunkt persistierender Infektion beziehungsweise Reinfektion [LL 1, LL 2]

Augen und Augenanhangsgebilde (H00-H59)

  • Gonokokken-Konjunktivitis des Erwachsenen – hochakute eitrige Konjunktivitis nach Autoinokulation oder direktem Kontakt mit infektiösem Sekret; Risiko einer rasch progredienten Keratitis, Hornhautulzeration und Hornhautperforation [LL 1, LL 2]
  • Hornhautulzeration/Hornhautperforation bis Amaurose – potenziell visusbedrohliche Komplikation bei verzögerter Diagnostik oder unzureichender Therapie der okulären Gonokokken-Infektion [LL 1, LL 2]

Haut und Unterhaut (L00-L99)

  • Dermatitis bei disseminierter Gonokokken-Infektion – häufig im Rahmen des Arthritis-Dermatitis-Syndroms mit papulösen, pustulösen, petechialen oder hämorrhagischen Läsionen, bevorzugt akral [LL 1, LL 2]

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Gonokokken-Endokarditis – sehr seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Komplikation einer disseminierten Gonokokken-Infektion [LL 1, LL 2]

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Disseminierte Gonokokken-Infektion – hämatogene Streuung ausgehend von urogenitaler, rektaler oder pharyngealer Schleimhautinfektion; klassisch mit Tenosynovitis, Polyarthralgie, Dermatitis oder purulenter Arthritis [LL 1, LL 2]
  • Rezidiv beziehungsweise Reinfektion einer Gonokokken-Infektion – insbesondere bei unzureichender Partnerdiagnostik und Partnertherapie, persistierender extragenitaler Infektion oder erneuter Exposition [LL 1, LL 2, LL 5]
  • Sepsis – seltene schwere Komplikation einer disseminierten Gonokokken-Infektion [LL 1, LL 2]

Mund, Ösophagus (Speiseröhre), Magen und Darm (K00-K67; K90-K93)

  • Proktitis – rektale Gonokokken-Infektion nach analer Exposition; bei Männern, die Sex mit Männern haben, klinisch besonders relevant, kann jedoch asymptomatisch verlaufen und als Infektionsreservoir bestehen bleiben [LL 1, LL 2]

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Gonokokken-Arthritis – purulente Monoarthritis oder Oligoarthritis im Rahmen einer disseminierten Gonokokken-Infektion; typischerweise Knie, Sprunggelenk, Handgelenk oder Ellenbogen betroffen [LL 1, LL 2]
  • Polyarthralgie – Bestandteil des Arthritis-Dermatitis-Syndroms bei disseminierter Gonokokken-Infektion [LL 1, LL 2]
  • Tenosynovitis – charakteristische Manifestation der disseminierten Gonokokken-Infektion, häufig an Händen, Handgelenken, Füßen oder Sprunggelenken [LL 1, LL 2]

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Gonokokken-Meningitis – sehr seltene, aber schwere Komplikation einer disseminierten Gonokokken-Infektion [LL 1, LL 2]

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Balanitis (Eichelentzündung)/Balanoposthitis (Eichel- und Vorhautentzündung) – lokale entzündliche Komplikation bei ausgeprägter urethraler Sekretion (Sekret aus der Harnröhre) und lokaler Ausbreitung [LL 1, LL 2, LL 5]
  • Epididymitis (Nebenhodenentzündung)/Epididymo-Orchitis (Nebenhoden- und Hodenentzündung) – aszendierende Komplikation der gonorrhoischen Urethritis; Risiko von Schmerzen, Schwellung, reaktiver Hydrozele (Wasserbruch) und bei schwerem Verlauf Einschränkung der Fertilität (Fruchtbarkeit) [LL 1, LL 2, LL 5]
  • Harnröhrenstriktur (Harnröhrenverengung) – mögliche Spätfolge einer ausgeprägten, rezidivierenden oder unzureichend behandelten gonorrhoischen Urethritis; heute bei früher Diagnostik und adäquater Therapie deutlich seltener als historisch [LL 1, LL 2, LL 5]
  • Penisödem (Schwellung des Penis) – lokale Komplikation bei ausgeprägter urethraler/periurethraler Entzündung (Entzündung um die Harnröhre herum) oder begleitender Lymphangitis (Lymphgefäßentzündung) [LL 1, LL 2, LL 5]
  • Periurethraler Abszess (Eiteransammlung um die Harnröhre) – seltene lokale Komplikation einer ausgedehnten urethralen Gonokokken-Infektion [LL 1, LL 2, LL 5]
  • Periurethrale Fistelbildung (Gangbildung um die Harnröhre) – seltene Spätfolge nach periurethralem Abszess oder schwerer destruktiver periurethraler Entzündung (gewebezerstörender Entzündung um die Harnröhre herum) [LL 1, LL 2, LL 5]
  • Periurethritis (Entzündung um die Harnröhre herum) – lokale Ausbreitung der urethralen Entzündung (Harnröhrenentzündung) in periurethrales Gewebe (Gewebe um die Harnröhre) [LL 1, LL 2, LL 5]
  • Prostatitis (Prostataentzündung) – mögliche aszendierende Komplikation der gonorrhoischen Urethritis, insbesondere bei verzögerter Therapie [LL 1, LL 2, LL 5]
  • Vesikulitis (Samenblasenentzündung)/Spermatozystitis (Samenblasenentzündung) – seltene aszendierende Komplikation mit Beteiligung der Samenblasen [LL 1, LL 2, LL 5]

Prognosefaktoren

  • Erhöhtes Komplikationsrisiko
    • Verzögerte Diagnostik oder verzögerter Therapiebeginn [LL 1, LL 2, LL 5]
    • Asymptomatische zervikale, rektale oder pharyngeale Infektion [LL 1, LL 2]
    • Persistierende extragenitale Infektion, insbesondere pharyngeal oder rektal [LL 1, LL 2]
    • Unzureichende Partnerdiagnostik und Partnertherapie [LL 1, LL 2, LL 4, LL 5]
    • Reinfektion nach erneuter Exposition [LL 1, LL 2, LL 4, LL 5]
    • Schwangerschaft [1, LL 3, LL 4]
    • Junges Alter und erhöhtes Expositionsrisiko [LL 1, LL 2]
    • Mehrere Sexualpartner beziehungsweise neue Sexualpartner [LL 1, LL 2]
    • Männer, die Sex mit Männern haben, insbesondere bei rektaler oder pharyngealer Exposition [LL 1, LL 2]
    • Immunsuppression (Abwehrschwäche), terminaler Komplementdefekt (schwerer Defekt eines Abwehrsystems) oder Komplementinhibition (Hemmung eines Abwehrsystems), insbesondere Therapie mit Eculizumab oder Ravulizumab [LL 1, LL 2]
    • Gleichzeitige sexuell übertragbare Infektionen (beim Geschlechtsverkehr übertragbare Infektionen), insbesondere Chlamydia-trachomatis-Infektion (Chlamydieninfektion) [LL 1, LL 2, LL 5]
    • Antimikrobielle Resistenz (Unempfindlichkeit gegen antimikrobielle Arzneimittel) oder nicht leitliniengerechte Therapie [LL 1, LL 2, LL 4, LL 5]
  • Günstige Prognosefaktoren
    • Frühe mikrobiologische Diagnostik (Erregerdiagnostik) mit Nukleinsäure-Amplifikationstest (Erbgut-Nachweisverfahren) und, bei Therapieversagen oder Resistenzverdacht (Verdacht auf Unempfindlichkeit), Kultur (Erregeranzucht) mit Resistenztestung (Empfindlichkeitsprüfung) [LL 1, LL 2, LL 5]
    • Leitliniengerechte antibiotische Therapie [LL 1, LL 2, LL 4, LL 5]
    • Test-of-cure (Kontrolltest nach Therapie) bei pharyngealer Infektion, komplizierter Infektion, alternativer Therapie, Resistenzverdacht oder persistierenden Symptomen (anhaltenden Beschwerden) [LL 1, LL 2, LL 5]
    • Konsequente Partnerbenachrichtigung, Partnerdiagnostik und Partnertherapie [LL 1, LL 2, LL 4, LL 5]
    • Screening (Suchtest) und Therapie in der Schwangerschaft bei Risikokonstellation [LL 3, LL 4]
    • Neugeborenenprophylaxe (Vorbeugung beim Neugeborenen) und frühzeitige Therapie bei Verdacht auf Ophthalmia neonatorum [LL 3]

Literatur

    1. Vallely LM, Egli-Gany D, Wand H, Pomat WS, Homer CSE, Guy R, Silver B, Rumbold AR, Kaldor JM, Vallely AJ, Low N. Adverse pregnancy and neonatal outcomes associated with Neisseria gonorrhoeae: systematic review and meta-analysis. Sex Transm Infect. 2021;97(2):104-111. https://doi.org/10.1136/sextrans-2020-054653 
    2. Reekie J, Donovan B, Guy R, Hocking JS, Kaldor JM, Mak D, Preen D, Ward J, Liu B; Chlamydia and Reproductive Health Outcome Investigators. Risk of Ectopic Pregnancy and Tubal Infertility Following Gonorrhea and Chlamydia Infections. Clin Infect Dis. 2019;69(9):1621-1623. https://doi.org/10.1093/cid/ciz145 

Leitlinien

    1. British Association for Sexual Health and HIV. BASHH National Guideline for the Management of Gonorrhoea. Version: Final. Date: 1 April 2025. https://www.bashh.org/resources/136/gonorrhoea_2025_updated_guideline/ 
    2. Unemo M, Ross JDC, Serwin AB, Gomberg M, Cusini M, Jensen JS. 2020 European guideline for the diagnosis and treatment of gonorrhoea in adults. Int J STD AIDS. 2020;31(13):1226-1235. https://doi.org/10.1177/0956462420949126 
    3. Centers for Disease Control and Prevention. Sexually Transmitted Infections Treatment Guidelines, 2021 – Gonococcal Infections Among Neonates. 2021. https://www.cdc.gov/std/treatment-guidelines/gonorrhea-neonates.htm 
    4. World Health Organization. Updated recommendations for the treatment of Neisseria gonorrhoeae, Chlamydia trachomatis, and Treponema pallidum (syphilis) and new recommendations on syphilis testing and partner services. 2024. https://www.who.int/publications/i/item/9789240090767 
    5. S3-Leitlinie Management der Urethritis bei männlichen Jugendlichen und Erwachsenen. (AWMF-Registernummer 013-099) Oktober 2024 Langfassung