Depression – Medikamentöse Therapie

Therapieziele

  • Linderung der depressiven Symptomatik (depressiven Beschwerden) und des subjektiven Leidensdrucks [LL1]
  • Erreichen einer möglichst vollständigen Remission (weitgehende Beschwerdefreiheit) und Wiederherstellung der psychosozialen und beruflichen Funktionsfähigkeit [LL1]
  • Vermeidung von Suizidhandlungen (Selbsttötungshandlungen) und anderen krankheitsbedingten Gefährdungen [LL1]
  • Stabilisierung des Behandlungserfolgs durch eine ausreichend lange Erhaltungstherapie (Behandlung zur Stabilisierung des Behandlungserfolgs) [LL1]
  • Vermeidung von Rückfällen und erneuten depressiven Episoden (Krankheitsphasen mit Depression) durch eine risikoadaptierte Rezidivprophylaxe (Vorbeugung erneuter Krankheitsepisoden) [LL1]
  • Minimierung therapiebedingter Nebenwirkungen, Arzneimittelinteraktionen und Absetzsymptome (Beschwerden nach Verringerung oder Beendigung eines Medikaments) sowie Förderung der Therapieadhärenz (zuverlässige Einhaltung der Behandlung) [LL1]

Therapieempfehlungen

Grundsätze der antidepressiven Pharmakotherapie 

  • Die Therapie richtet sich nach Schweregrad, Symptomprofil, bisherigem Verlauf, Suizidalität (Selbsttötungsgefährdung), psychiatrischen und somatischen Komorbiditäten (seelischen und körperlichen Begleiterkrankungen), Begleitmedikation, früherem Therapieansprechen sowie den Präferenzen des Patienten [LL1].
  • Vor Einleitung einer antidepressiven Pharmakotherapie ist insbesondere eine bipolare affektive Störung (manisch-depressive Erkrankung) mit anamnestischen manischen bzw. hypomanischen Episoden (Phasen krankhaft gehobener bzw. gesteigerter Stimmung und Aktivität) auszuschließen; bei bipolarer Depression gelten andere Therapieprinzipien [LL1].
  • Zwischen den verfügbaren Antidepressiva bestehen im Mittel keine so ausgeprägten Wirksamkeitsunterschiede, dass daraus eine allgemeingültige starre Rangfolge der Wirkstoffklassen abgeleitet werden könnte. Für die individuelle Auswahl sind insbesondere Nebenwirkungsprofil, Kontraindikationen (Gegenanzeigen), Interaktionspotenzial (Risiko von Arzneimittelwechselwirkungen), Komorbiditäten, frühere Erfahrungen und Patientenpräferenz relevant [1, LL1].
  • Bei erhöhtem Risiko einer Medikamentenüberdosierung sollen insbesondere trizyklische Antidepressiva und irreversible Monoaminooxidase-Hemmer wegen ihrer höheren Toxizität (Giftigkeit) zurückhaltend eingesetzt werden [LL1].
  • Bei akuter Suizidalität, psychotischer Depression (Depression mit Wahnvorstellungen oder Halluzinationen), Katatonie (schwere Störung von Bewegung und Reaktionsfähigkeit), schwerer psychomotorischer Hemmung (starke Verlangsamung von Denken und Bewegung), Nahrungs- bzw. Flüssigkeitsverweigerung oder anderer erheblicher Selbstgefährdung ist eine unverzügliche psychiatrische Beurteilung erforderlich; ggf. besteht eine Indikation zur stationären Behandlung bzw. Elektrokrampftherapie (EKT) [LL1].

Leichtgradige akute depressive Episode

  • Bei leichtgradigen depressiven Episoden sollen im Regelfall zunächst niedrigintensive psychotherapeutische bzw. psychosoziale Interventionen, angeleitete Selbsthilfe oder geeignete internet- und mobilbasierte Interventionen angeboten werden [LL1].
  • Antidepressiva sollen bei einer leichtgradigen depressiven Episode nicht routinemäßig als initiale Behandlung angeboten werden [LL1].
  • Eine antidepressive Pharmakotherapie kann nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung dennoch erwogen werden, z. B. bei persistierender Symptomatik (anhaltenden Beschwerden), vorausgegangenen mittelgradigen bzw. schweren Episoden, früherem guten Ansprechen auf ein Antidepressivum oder ausdrücklicher informierter Patientenpräferenz [LL1].
  • Der durchschnittliche zusätzliche Effekt von Antidepressiva gegenüber Placebo ist bei weniger schwer ausgeprägter Symptomatik relativ klein; dies bedeutet keine generelle Unwirksamkeit, sondern erfordert eine besonders sorgfältige individuelle Indikationsstellung [1, LL1].

Mittelgradige akute depressive Episode

  • Psychotherapie und antidepressive Pharmakotherapie sind grundsätzlich geeignete Behandlungsoptionen. Die Entscheidung soll partizipativ unter Berücksichtigung von Patientenpräferenz, bisherigen Behandlungen, Nebenwirkungen und klinischer Situation getroffen werden [LL1].
  • Eine Kombination aus Psychotherapie und Pharmakotherapie kann insbesondere bei unzureichendem Ansprechen auf eine Monotherapie (Behandlung mit nur einem Therapieverfahren) oder entsprechendem Patientenwunsch angeboten werden [LL1].

Schwere akute depressive Episode

  • Bei schwerer depressiver Episode soll eine Kombination aus Psychotherapie und antidepressiver Pharmakotherapie angeboten werden [LL1].
  • Bei psychotischer Depression soll eine Kombination aus Antidepressivum und Antipsychotikum angeboten werden [7, 8, LL1].
  • Bei besonders schwerer, vital bedrohlicher oder therapieresistenter Depression (Depression mit unzureichendem Ansprechen auf geeignete Behandlungen) ist die EKT eine hochwirksame Behandlungsoption [LL1].

Auswahl des Antidepressivums

  • Bei der Auswahl sind insbesondere zu berücksichtigen [1, LL1]:
    • Wirksamkeit und Verträglichkeit einer früheren antidepressiven Therapie
    • Nebenwirkungsprofil
    • klinisches Symptomprofil, z. B. Insomnie (Schlaflosigkeit), Agitiertheit (starke innere Unruhe), Antriebsmangel, Gewichtsproblematik oder Schmerzsymptomatik
    • Suizidalität und Toxizität bei Überdosierung
    • Alter und somatische Komorbiditäten
    • Schwangerschaft bzw. Stillzeit
    • Arzneimittelinteraktionen
    • sexuelle Funktionsstörungen
    • Gewichtseffekte
    • Absetzrisiko
    • Monitoringbedarf
    • Patientenpräferenz
  • Eine routinemäßige pharmakogenetische Untersuchung zur primären Auswahl eines Antidepressivums oder bei Nichtansprechen wird aufgrund bislang unzureichender Evidenz für patientenrelevante Endpunkte nicht empfohlen [LL1].

Behandlungsbeginn und Wirksamkeitskontrolle

  • Das Antidepressivum soll unter Berücksichtigung der Verträglichkeit möglichst zügig auf eine therapeutische Standarddosis eingestellt werden [LL1].
  • Bereits vor Therapiebeginn soll vereinbart werden, wann das Ansprechen beurteilt und über das weitere Vorgehen entschieden wird [LL1].
  • Aufgrund der Wirklatenz (verzögerten Wirkung) soll die strukturierte Wirksamkeitsprüfung im Regelfall 3-4 Wochen nach Erreichen der Standarddosis erfolgen [LL1].
  • Bei älteren Patienten kann wegen eines verzögerten Ansprechens eine längere Beobachtungszeit von etwa sechs Wochen angemessen sein [LL1].
  • Nebenwirkungen treten häufig früher als die antidepressive Hauptwirkung auf und sollen insbesondere in der Initialphase aktiv erfragt werden.
  • Insbesondere bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist zu Behandlungsbeginn bzw. nach relevanten Dosisänderungen auf neu auftretende oder zunehmende Suizidgedanken, selbstverletzendes Verhalten, Agitiertheit, Akathisie (quälende Bewegungsunruhe) und Verhaltensänderungen zu achten [18, LL2].

Therapeutisches Drug-Monitoring

  • Bei Antidepressiva mit gut etablierten therapeutischen Referenzbereichen sollte bei Nichtansprechen trotz berichteter regelmäßiger Einnahme und nach Ausschluss relevanter Komorbiditäten eine Serumspiegelkontrolle erfolgen [LL1].
  • Ein therapeutisches Drug-Monitoring ist darüber hinaus insbesondere sinnvoll bei ungewöhnlich ausgeprägten Nebenwirkungen, relevanten pharmakokinetischen Interaktionen, Multimedikation, höherem Lebensalter sowie Leber- bzw. Nierenfunktionsstörungen [LL1].
  • Für zahlreiche tri- und tetrazyklische Antidepressiva sowie Lithium ist das Therapeutische Drug-Monitoring besonders relevant [LL1].

Nichtansprechen und Therapieresistenz

  • Sprechen Patienten nach etwa vier Wochen nicht auf eine Antidepressiva-Monotherapie an, sollen zunächst mögliche Ursachen des Nichtansprechens evaluiert werden [LL1].
  • Hierzu gehören insbesondere Fehldiagnose, nicht ausreichende Adhärenz (zuverlässige Einnahme bzw. Durchführung der Behandlung), inadäquate Dosierung bzw. zu niedriger Serumspiegel, psychiatrische oder somatische Komorbiditäten, Substanzkonsum, relevante Arzneimittelinteraktionen sowie depressiogene Komedikation (zusätzliche Medikamente, die depressive Beschwerden fördern können) [LL1].
  • Eine Pseudotherapieresistenz (scheinbare Therapieresistenz aufgrund vermeidbarer Ursachen) ist vor jeder Therapieintensivierung auszuschließen [LL1].
  • Als therapieresistent gelten allgemein Patienten, die auf mindestens zwei unterschiedliche, adäquat dosierte Antidepressiva aus verschiedenen Wirkstoffklassen nicht angesprochen haben. Die NVL verwendet darüber hinaus ein breiteres Konzept, bei dem Therapieresistenz nach Nichtansprechen auf eine initiale Therapie und mindestens eine weitere Behandlungsstrategie vorliegt [LL1].

Strategien bei Nichtansprechen

  • Nach Ausschluss korrigierbarer Ursachen kommen – nach gemeinsamer Entscheidungsfindung und ohne starre Rangfolge – insbesondere folgende Strategien infrage [LL1]:
    • einmaliger Wechsel auf ein Antidepressivum mit anderem pharmakologischen Wirkmechanismus innerhalb derselben Episode
    • Kombination eines SSRI, SNRI oder TZA mit Mianserin, Mirtazapin oder Trazodon
    • Lithiumaugmentation
    • Augmentation (Verstärkung einer bestehenden Behandlung durch ein zusätzliches Medikament) mit Quetiapin; alternativ Aripiprazol, Olanzapin oder Risperidon, wobei bei Letzteren der Off-Label-Status zu beachten ist
    • Psychotherapie bzw. Kombination von Pharmakotherapie und Psychotherapie
  • Stimmungsstabilisierende Antiepileptika, Dopaminagonisten und Psychostimulanzien sollen bei unipolarer Depression nicht routinemäßig zur Augmentation einer nicht wirksamen Antidepressiva-Monotherapie eingesetzt werden [LL1].
  • Eine routinemäßige Hochdosistherapie von SSRI bei Non-Response ist nicht sinnvoll; dosisabhängig können Nebenwirkungen stärker zunehmen als die antidepressive Wirksamkeit [17, LL1].
  • Für TZA gelten aufgrund ihres Sicherheitsprofils die in der NVL angegebenen Standarddosierungen; höhere Dosen sollen nicht schematisch angestrebt werden [12, LL1].

Lithiumaugmentation

  • Bei Nichtansprechen auf eine Antidepressiva-Monotherapie sollte ein Augmentationsversuch mit Lithium angeboten werden [LL1].
  • Der Zielbereich des Lithium-Serumspiegels bei unipolarer Depression liegt in der Regel bei 0,6-0,8 mmol/l [LL1].
  • Wenn 2-4 Wochen nach Erreichen eines wirksamen Lithiumspiegels keine Wirkung festzustellen ist, sollte Lithium wieder abgesetzt werden [LL1].
  • Bei erfolgreicher Lithiumaugmentation sollte eine Erhaltungstherapie für mindestens sechs Monate durchgeführt werden [LL1].
  • Vor und während der Therapie sind insbesondere Lithiumspiegel, Nierenfunktion, Elektrolyte einschließlich Calcium und Schilddrüsenfunktion zu kontrollieren; bei entsprechender kardialer Risikokonstellation ist ein Elektrokardiogramm erforderlich [LL1].
  • Thiaziddiuretika, ACE-Hemmer, Angiotensin-Rezeptorblocker und nichtsteroidale Antirheumatika können den Lithiumspiegel erhöhen. Auch Dehydratation (Flüssigkeitsmangel) und Natriummangel erhöhen das Intoxikationsrisiko (Vergiftungsrisiko) [LL1].
  • Für Lithium bestehen Hinweise auf eine suizidpräventive Wirkung bei affektiven Störungen (Erkrankungen mit krankhaften Veränderungen der Stimmung); neuere Metaanalysen randomisierter Studien beurteilen die Evidenz wegen geringer Ereigniszahlen jedoch weniger eindeutig. Bei suizidgefährdeten Patienten kann Lithium nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung zur Rezidivprophylaxe erwogen werden [20, 21, LL1].

Erhaltungstherapie

  • Nach Remission soll das wirksame Antidepressivum 6-12 Monate über die Remission hinaus weitergeführt werden [LL1].
  • Während dieser Erhaltungsphase soll die gleiche Dosierung wie in der wirksamen Akuttherapie beibehalten werden [LL1].
  • Eine vorzeitige Beendigung der medikamentösen Behandlung erhöht das Risiko eines frühen Rückfalls [2, LL1].
  • Die verfügbare direkte Evidenz zum langfristigen Vergleich einzelner Antidepressiva ist deutlich begrenzter als die Evidenz für die Akuttherapie; die Substanzauswahl zur Erhaltungstherapie richtet sich daher primär nach dem individuellen Ansprechen und der Verträglichkeit der Akuttherapie [19, LL1].

Rezidivprophylaxe

  • Patienten mit 2-3 oder mehr depressiven Episoden und bedeutsamen funktionellen Einschränkungen innerhalb der letzten fünf Jahre sollte empfohlen werden, das Antidepressivum mindestens zwei Jahre zur Langzeitprophylaxe einzunehmen [LL1].
  • Die in der Akuttherapie wirksame Dosierung soll grundsätzlich beibehalten werden [LL1].
  • Je schwerer vorausgegangene Episoden waren – insbesondere bei schwerer psychosozialer Beeinträchtigung, psychotischer Symptomatik oder Suizidalität – desto eher besteht eine Indikation für eine längerfristige Rezidivprophylaxe [LL1].
  • Die Indikation soll regelmäßig unter Berücksichtigung von Rezidivrisiko, Nebenwirkungen und Patientenpräferenz überprüft werden [LL1].

Absetzen von Antidepressiva nach längerer Einnahme

  • Sofern keine Indikation für eine längerfristige Rezidivprophylaxe besteht, soll das Antidepressivum nach Abschluss der Erhaltungstherapie schrittweise ausgeschlichen werden [2, LL1].
  • Ein abruptes Absetzen soll – sofern keine medizinische Notwendigkeit besteht – vermieden werden [LL1].
  • Geschwindigkeit und Größe der Dosisreduktionen sollen individuell an Behandlungsdauer, Wirkstoff, Halbwertszeit, Ausgangsdosis, frühere Absetzsymptome und individuelle Verträglichkeit angepasst werden [LL1].
  • Bei ausgeprägten Absetzsymptomen kann eine Rückkehr zur zuletzt gut vertragenen Dosis mit anschließend langsamerer Reduktion erforderlich sein [LL1].
  • Bei schwieriger Dosisreduktion können geeignete niedrig dosierte oder flüssige Darreichungsformen hilfreich sein [LL1].
  • Typische Absetzsymptome sind Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Angst, Reizbarkeit, grippeähnliche Beschwerden und sensorische Phänomene (ungewöhnliche Sinnesempfindungen) [3, 4].
  • Paroxetin und Venlafaxin sind vergleichsweise häufiger mit klinisch relevanten Absetzsymptomen verbunden; bei Fluoxetin ist das Risiko aufgrund der langen Halbwertszeit geringer [LL1].
  • In einer systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse berichteten etwa 31 % der Patienten nach Absetzen eines Antidepressivums mindestens ein Absetzsymptom gegenüber etwa 17 % nach Absetzen von Placebo; damit ist ein relevanter Anteil der beobachteten Symptomatik nicht substanzspezifisch [3].
  • Eine weitere Metaanalyse von 2025 bestätigt das Auftreten von Absetzsymptomen, wobei Häufigkeit und Schwere je nach Wirkstoff und Studiendesign variieren [4].
  • Der Cochrane-Review erlaubt aufgrund der begrenzten und methodisch heterogenen Daten keine Festlegung auf eine einzige optimale Ausschleichstrategie; viele ältere Studien verwendeten zudem relativ kurze Ausschleichphasen [2].

Definition der Symptomveränderungen

Ansprechen („Response“) In der Regel Reduktion der depressiven Symptomatik in einer validierten Skala um mindestens 50 % gegenüber dem Ausgangswert.
Partielles Ansprechen Klinisch relevante Verbesserung ohne Erreichen der Kriterien eines vollständigen Ansprechens; die verwendeten Schwellenwerte variieren je nach Messinstrument.
Remission Weitgehende Symptomfreiheit bzw. Unterschreiten des validierten Remissionsgrenzwertes des verwendeten Instruments mit weitgehender Wiederherstellung des Funktionsniveaus.
Rückfall („Relapse“) Wiederauftreten bzw. erneute erhebliche Zunahme der depressiven Symptomatik vor vollständiger Genesung.
Vollständige Genesung („Recovery“) Über einen längeren Zeitraum anhaltende Remission; häufig wird hierfür ein Zeitraum von etwa sechs Monaten zugrunde gelegt.
Rezidiv (erneute Krankheitsepisode) Auftreten einer neuen depressiven Episode nach vollständiger Genesung.

Eine vollständige Remission ist nicht als mathematische Symptomreduktion um 100 % definiert, sondern anhand klinischer Symptomfreiheit bzw. validierter Remissionsgrenzwerte zu beurteilen [LL1].

Wirkstoffe (Hauptindikation)

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)

Wirkstoff Besonderheiten
Citalopram Dosisabhängige QT-Zeit-Verlängerung (Verlängerung einer elektrischen Erholungsphase des Herzens) beachten [LL1]
Escitalopram Bei Patienten > 65 Jahre gemäß NVL Standard-Tagesdosis 10 mg/d; QT-Zeit beachten [LL1]
Fluoxetin Lange Halbwertszeit; relevantes CYP2D6-Interaktionspotenzial [LL1]
Fluvoxamin Ausgeprägtes pharmakokinetisches Interaktionspotenzial [LL1]
Paroxetin Relevante CYP2D6-Hemmung; vergleichsweise häufig Absetzsymptome [LL1]
Sertralin Standarddosierung nach NVL [LL1]
  • Wirkweise: Hemmung des Serotonintransporters mit Verminderung der präsynaptischen Serotonin-Wiederaufnahme.
  • Häufige Nebenwirkungen: Übelkeit, Diarrhoe, Schlafstörungen bzw. Müdigkeit, initiale Unruhe, Kopfschmerzen, Tremor, vermehrtes Schwitzen und sexuelle Funktionsstörungen [LL1].
  • Weitere relevante Risiken: Hyponatriämie (zu niedriger Natriumgehalt im Blut) bzw. Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (Störung mit übermäßiger Wassereinlagerung im Körper), insbesondere bei älteren Patienten; erhöhte Blutungsneigung insbesondere in Kombination mit nichtsteroidalen Antirheumatika bzw. Antikoagulanzien; substanzabhängige QT-Zeit-Verlängerung [LL1].
  • Cave: Bei Kombination mehrerer stark serotonerg wirkender Substanzen besteht das Risiko eines Serotonin-Syndroms (potenziell gefährliche Überaktivität des Serotoninsystems). Besonders gefährlich bzw. kontraindiziert sind Kombinationen mit Monoaminooxidase-Hemmern; vorgeschriebene Auswaschzeiten sind einzuhalten [LL1].
  • Eine routinemäßige Hochdosisbehandlung von SSRI bei fehlendem Ansprechen wird nicht empfohlen [17, LL1].

Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI)

Wirkstoff Besonderheiten
Duloxetin Zusätzliche Indikationen bei bestimmten Schmerzsyndromen; Leber- und Nierenfunktion beachten [LL1, FI7]
Milnacipran Nierenfunktion beachten [LL1]
Venlafaxin Dosisabhängiger Blutdruckanstieg möglich; relevantes Absetzsyndrom bei zu rascher Dosisreduktion [LL1]
  • Wirkweise: Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin.
  • Häufige Nebenwirkungen: Übelkeit, Schlafstörungen, Schwitzen, sexuelle Funktionsstörungen, Unruhe und Kopfschmerzen [LL1].
  • Unter Venlafaxin sollen Blutdruck und klinische Verträglichkeit insbesondere bei höheren Dosierungen berücksichtigt werden [LL1].

Noradrenerge und spezifisch serotonerge Antidepressiva bzw. Alpha-2-Rezeptor-Antagonisten

Wirkstoff Besonderheiten
Mianserin Sedierend; Blutbildveränderungen möglich [LL1]
Mirtazapin Abendliche Gabe; häufig Sedierung, gesteigerter Appetit und Gewichtszunahme [LL1, FI9]
  • Wirkweise Mirtazapin: Antagonismus an zentralen präsynaptischen Alpha-2-Adrenozeptoren sowie an 5-HT2-, 5-HT3- und Histamin-H1-Rezeptoren [FI9].
  • Nebenwirkungen Mirtazapin: Sedierung, gesteigerter Appetit, Gewichtszunahme, Mundtrockenheit, Schwindel und Fatigue [FI9].
  • Mirtazapin gehört zu den wirksamen antidepressiven Optionen; aus Metaanalysen lässt sich jedoch keine generelle klinische Überlegenheit gegenüber allen SSRI oder SNRI ableiten [1].

Selektiver Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmer

Wirkstoff Besonderheiten
Bupropion Antriebssteigernd; geringeres Risiko sexueller Funktionsstörungen; dosisabhängige Senkung der Krampfschwelle [LL1, FI5]
  • Wirkweise: Hemmung der neuronalen Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin [FI5].
  • Nebenwirkungen: Insomnie, Unruhe, Tremor, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, gastrointestinale Beschwerden und Blutdruckanstieg [FI5].
  • Cave: Bupropion ist insbesondere bei Krampfleiden sowie bei aktueller oder anamnestischer Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht) bzw. Anorexia nervosa (Magersucht) kontraindiziert [FI5].
  • Bupropion hemmt CYP2D6. Bei gleichzeitiger Tamoxifen-Therapie sollte Bupropion nach Möglichkeit vermieden werden, sofern geeignete Alternativen zur Verfügung stehen [FI5].
  • Weitere Indikation: Unterstützung der Raucherentwöhnung in dafür zugelassenen Bupropion-Präparaten [FI6].

Serotonin-Antagonist und -Wiederaufnahme-Hemmer (SARI)

Wirkstoff Besonderheiten
Trazodon Sedierend; orthostatische Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen); selten Priapismus (anhaltende schmerzhafte Erektion); QT-Verlängerung beachten [LL1, FI10]
  • Wirkweise: Antagonismus insbesondere an 5-HT2-Rezeptoren sowie Hemmung des Serotonintransporters [FI10].
  • Trazodon gehört pharmakologisch nicht zu den SSRI.

Multimodales serotonerges Antidepressivum

Wirkstoff Besonderheiten
Vortioxetin Bei Patienten ≥ 65 Jahre Anfangsdosis 5 mg/d; Interaktionen insbesondere mit starken CYP2D6-Inhibitoren beachten [FI4]
  • Wirkweise: multimodale serotonerge Wirkung durch Hemmung des Serotonintransporters sowie Modulation verschiedener Serotoninrezeptoren [FI4].
  • Häufige Nebenwirkung: insbesondere Übelkeit; weitere Nebenwirkungen gemäß Fachinformation [FI4].

Melatonin-Rezeptor-Agonist und 5-HT2C-Rezeptor-Antagonist

Wirkstoff Besonderheiten
Agomelatin Einnahme beim Zubettgehen; verpflichtendes Lebermonitoring [LL1, FI3]
  • Wirkweise: Agonist an MT1- und MT2-Melatoninrezeptoren sowie Antagonist am 5-HT2C-Rezeptor [FI3].
  • Kontraindikation: Leberfunktionsstörung sowie gleichzeitige Anwendung starker CYP1A2-Inhibitoren wie Fluvoxamin oder Ciprofloxacin [FI3].
  • Lebertransaminasen sind vor Behandlungsbeginn und anschließend ungefähr nach 3, 6, 12 und 24 Wochen sowie zusätzlich nach Dosiserhöhung zu kontrollieren [FI3].
  • Bei Transaminasen > 3-fach oberhalb des oberen Normwertes bzw. klinischen Zeichen einer Leberschädigung ist entsprechend der Fachinformation vorzugehen [FI3].

Trizyklische Antidepressiva (TZA)

Wirkstoff Besonderheiten
Amitriptylin Stark sedierend und anticholinerg [LL1, FI8]
Amitriptylinoxid Anticholinerge und kardiovaskuläre Effekte beachten [LL1]
Clomipramin Stark serotonerg; Interaktionen und Serotonin-Syndrom beachten [LL1]
Desipramin Therapeutisches Drug-Monitoring empfohlen [LL1]
Doxepin Sedierend und anticholinerg [LL1]
Imipramin Anticholinerge und kardiovaskuläre Nebenwirkungen [LL1]
Nortriptylin Therapeutisches Drug-Monitoring gut etabliert [LL1]
Trimipramin Ausgeprägt sedierend [LL1]
  • Wirkweise: vorwiegend Hemmung der Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotonin; substanzabhängig zusätzliche anticholinerge, antihistaminerge und Alpha-1-antagonistische Wirkungen [LL1].
  • TZA sind wirksame Antidepressiva, besitzen jedoch im Vergleich zu vielen neueren Antidepressiva ein ungünstigeres Nebenwirkungsprofil und eine höhere Toxizität bei Überdosierung [1, 12, LL1].
  • Nebenwirkungen: Mundtrockenheit, Obstipation (Verstopfung), Akkommodationsstörungen (Störungen der Scharfstellung des Auges), Harnverhalt (Unfähigkeit, die Blase vollständig zu entleeren), orthostatische Hypotonie, Sedierung, Gewichtszunahme, sexuelle Funktionsstörungen, kardiale Reizleitungsstörungen (Störungen der elektrischen Erregungsleitung des Herzens) und Arrhythmien (Herzrhythmusstörungen) [LL1].
  • Cave: besondere Vorsicht bei kardialer Vorerkrankung, Engwinkelglaukom (bestimmte Form des Grünen Stars), Harnabflussstörung, Epilepsie (Anfallsleiden) und älteren Patienten wegen anticholinerger Effekte sowie erhöhtem Delir- (akuter Verwirrtheitszustand) und Sturzrisiko [LL1].
  • Für zahlreiche TZA soll bzw. sollte ein Therapeutisches Drug-Monitoring erfolgen [LL1].

Weitere tri- bzw. tetrazyklische Antidepressiva

Wirkstoff Besonderheiten
Maprotilin Sedierend; anticholinerge Effekte; Krampfschwelle beachten [LL1]

Weitere Antidepressiva

Wirkstoff Besonderheiten
Tianeptin Alternative antidepressive Option; Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial beachten [LL1]

Opipramol ist zur Behandlung der generalisierten Angststörung (anhaltende übermäßige Angst und Sorge) und somatoformer Störungen (körperliche Beschwerden ohne ausreichend erklärenden organischen Befund) zugelassen und wird deshalb nicht als reguläres Antidepressivum zur Behandlung einer Major Depression aufgeführt [FI11]. Viloxazin gehört nicht zum aktuellen Standardrepertoire der antidepressiven Pharmakotherapie in Deutschland.

Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer)

Wirkstoff Besonderheiten
Moclobemid Reversibler MAO-A-Hemmer [LL1]
Tranylcypromin Irreversibler nichtselektiver MAO-Hemmer; tyraminarme Ernährung sowie strikte Beachtung von Arzneimittelinteraktionen und Auswaschzeiten erforderlich [LL1]
  • MAO-Hemmer werden insbesondere bei schwer behandelbaren bzw. therapieresistenten depressiven Störungen eingesetzt [LL1].
  • Cave: Kombination mit serotonergen Antidepressiva kann ein lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom verursachen; vorgeschriebene Auswaschzeiten sind zwingend einzuhalten [LL1].
  • Unter Tranylcypromin besteht bei relevanter Tyraminzufuhr das Risiko einer hypertensiven Krise (gefährlichen starken Blutdruckerhöhung) [LL1].

Esketamin und Ketamin

Esketamin, intranasal – therapieresistente Major Depression

  • Esketamin ist in Kombination mit einem SSRI oder SNRI bei Erwachsenen mit therapieresistenter Major Depression (schwer behandelbarer ausgeprägter Depression) zugelassen, die in der aktuellen mittelgradigen bis schweren Episode auf mindestens zwei unterschiedliche antidepressive Behandlungen nicht angesprochen haben [FI1].
  • Bei Patienten < 65 Jahre beträgt die Initialdosis am ersten Behandlungstag 56 mg; anschließend werden in der Induktionsphase 56 oder 84 mg zweimal wöchentlich über vier Wochen angewendet. In der Erhaltungsphase erfolgt eine individuell angepasste Behandlung in größeren Intervallen [FI1].
  • Bei Patienten ≥ 65 Jahre beträgt die Anfangsdosis 28 mg; weitere Dosisanpassungen erfolgen in 28-mg-Schritten entsprechend der Fachinformation [FI1].
  • Nach Besserung der depressiven Symptome wird eine Fortführung für mindestens sechs Monate empfohlen [FI1].
  • Die Anwendung erfolgt unter direkter medizinischer Aufsicht; Blutdruck und klinischer Zustand sind vor und nach der Gabe zu beurteilen [FI1].
  • Nebenwirkungen: insbesondere Dissoziation (Gefühl der Losgelöstheit von sich selbst oder der Umgebung), Schwindel, Übelkeit, Sedierung bzw. Somnolenz (Benommenheit bzw. Schläfrigkeit), Kopfschmerzen, Geschmacksstörungen und vorübergehender Blutdruckanstieg [FI1].
  • Die Fortführung von Esketamin plus oralem Antidepressivum reduzierte bei Patienten mit stabilem Ansprechen bzw. stabiler Remission in einer randomisierten Studie das Rückfallrisiko gegenüber oralem Antidepressivum plus Placebo-Nasenspray [5].

Esketamin, intranasal – psychiatrische Notfallsituation

  • Esketamin ist darüber hinaus zusammen mit einer oralen antidepressiven Therapie bei Erwachsenen mit mittelgradiger bis schwerer Major Depression als akute Kurzzeitbehandlung zur raschen Reduktion depressiver Symptome zugelassen, wenn diese nach klinischer Beurteilung eine psychiatrische Notfallsituation darstellen [FI1].
  • Bei Erwachsenen < 65 Jahre beträgt die zugelassene Dosierung 84 mg zweimal wöchentlich über vier Wochen; bei Verträglichkeitsproblemen kann auf 56 mg reduziert werden [FI1].
  • Die NVL formuliert hierzu insbesondere bei akuter Suizidalität eine offene Empfehlung für intranasales Esketamin im (teil-)stationären Setting zusätzlich zu einem Antidepressivum [LL1].
  • Die Studien zeigten jedoch keinen konsistenten spezifischen Effekt auf Suizidgedanken; ein Nutzen hinsichtlich Suizidversuchen oder Suiziden ist nicht belegt [LL1].

Ketamin, intravenös

  • Intravenöses racemisches Ketamin ist zur Behandlung depressiver Störungen nicht zugelassen und wird Off-Label eingesetzt [LL1].
  • Ketamin i.v. soll nicht außerhalb eines stationären psychiatrischen Settings zur Depressionsbehandlung angewendet werden [LL1].
  • Im stationären psychiatrischen Setting kann im Einzelfall bei schwerster therapieresistenter Depression, insbesondere bei akuter Suizidalität, eine Anwendung erwogen werden [13, LL1].
  • Der antidepressive Effekt kann bereits innerhalb von Stunden nach der Infusion einsetzen [23].
  • Randomisierte Evidenz zeigt einen raschen Effekt auf schwere Suizidgedanken; hieraus lässt sich jedoch keine gesicherte Reduktion von Suizidversuchen oder Suiziden ableiten [13].
  • In der ELEKT-D-Studie war Ketamin bei ausgewählten Patienten mit nichtpsychotischer therapieresistenter Major Depression hinsichtlich des primären Ansprechens der EKT nicht unterlegen; eine generelle Überlegenheit von Ketamin gegenüber EKT wurde nicht gezeigt [6].
  • Die Ergebnisse der ELEKT-D-Studie sind nicht auf psychotische Depressionen übertragbar [6].
  • Nebenwirkungen: dissoziative Symptome, Wahrnehmungsveränderungen, Schwindel, Übelkeit, Sedierung sowie vorübergehende Blutdruck- und Herzfrequenzsteigerung [13, LL1].

Elektrokrampftherapie

  • Die EKT soll bei therapieresistenter Depression als wirksame Therapieoption angeboten werden [LL1].
  • Eine besonders hohe Wirksamkeit besteht insbesondere bei psychotischer Depression, schwerer psychomotorischer Hemmung bzw. Katatonie und bei schweren depressiven Episoden im höheren Lebensalter [LL1].
  • Bei vital bedrohlicher Symptomatik, ausgeprägter Suizidalität oder Nahrungs- bzw. Flüssigkeitsverweigerung kann die EKT früh im Behandlungsverlauf indiziert sein [LL1].

Phytotherapeutika

Wirkstoff Besonderheiten
Johanniskraut Nur standardisierte Extrakte mit belegter antidepressiver Wirksamkeit; ausgeprägtes Interaktionspotenzial [LL1]
  • Standardisierte Johanniskraut-Extrakte können bei leichtgradigen bis mittelgradigen depressiven Episoden bei entsprechender Patientenpräferenz erwogen werden; die Wirksamkeit ist extraktspezifisch und nicht auf beliebige Johanniskrautpräparate übertragbar [16, LL1].
  • Nebenwirkungen: gastrointestinale Beschwerden, Unruhe, Müdigkeit, allergische Reaktionen und Photosensibilisierung (erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut) [LL1].
  • Interaktionen: Johanniskraut induziert insbesondere CYP3A4 und P-Glykoprotein und kann dadurch die Wirksamkeit zahlreicher Arzneimittel vermindern, unter anderem hormoneller Kontrazeptiva, Immunsuppressiva, bestimmter Antikoagulanzien, antiretroviraler Arzneimittel und verschiedener Onkologika [LL1].
  • Die Kombination mit anderen serotonergen Arzneimitteln kann das Risiko eines Serotonin-Syndroms erhöhen [LL1].

Psychotische unipolare Depression

  • Bei psychotischer unipolarer Depression soll eine Kombination aus einem Antidepressivum und einem Antipsychotikum angeboten werden [LL1].
  • Eine EKT ist insbesondere bei schwerem Verlauf, hoher Suizidalität, ausgeprägter psychomotorischer Hemmung, Katatonie oder unzureichendem medikamentösem Ansprechen eine hochwirksame Alternative [LL1].
  • In der STOP-PD-II-Studie war nach Remission unter Sertralin und Olanzapin die Fortführung von Olanzapin zusätzlich zu Sertralin über 36 Wochen mit einer deutlich niedrigeren Rückfallrate verbunden als Sertralin plus Placebo, allerdings bei vermehrten metabolischen Nebenwirkungen [7].
  • Die Evidenz zur optimalen Erhaltungstherapie der psychotischen Depression ist insgesamt begrenzt [8, LL1].
  • Nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung kann bei erfolgreicher Akutbehandlung eine Fortführung der Kombination aus Antidepressivum und Antipsychotikum für etwa 6-12 Monate gerechtfertigt sein [LL1].

Antidepressive Psychopharmakotherapie in Schwangerschaft und Stillzeit

  • Grundsatz
    • Die Risiken einer Arzneimittelexposition sind gegen die Risiken einer unbehandelten bzw. rezidivierenden Depression (wiederkehrenden Depression) abzuwägen [LL3, LL4].
    • Eine wirksame psychiatrische Medikation soll nicht allein wegen Eintritt einer Schwangerschaft automatisch abgesetzt werden [LL3, LL4].
    • Bei stabil eingestellten Patientinnen kann die Fortführung eines wirksamen Präparates günstiger sein als ein ausschließlich aus Schwangerschaftsgründen vorgenommener Wechsel [LL3, LL4].
    • Bei Neueinstellung sollen möglichst ein Präparat mit günstigem reproduktionstoxikologischem Erfahrungsprofil und die niedrigste wirksame Dosierung verwendet werden; eine wirkungslose Unterdosierung ist zu vermeiden [LL3, LL4].
  • Schwangerschaft
    • Bei moderater bis schwerer Depression können je nach klinischer Situation Psychotherapie, Pharmakotherapie oder deren Kombination eingesetzt werden [LL3, LL4].
    • SSRI gehören aufgrund der breiten Datenbasis zu den am häufigsten eingesetzten Antidepressiva in der Schwangerschaft; die Auswahl richtet sich insbesondere nach bisherigem Therapieansprechen und individuellem Risikoprofil [LL3, LL4].
    • Eine routinemäßige Umstellung einer stabilen wirksamen antidepressiven Therapie allein aufgrund einer Schwangerschaft soll vermieden werden, wenn dadurch ein relevantes Rezidivrisiko entsteht [LL3, LL4].
    • Unter SSRI, SNRI und TZA in der Spätschwangerschaft können beim Neugeborenen vorübergehende Anpassungsstörungen auftreten [LL4].
  • Stillzeit
    • Die Entscheidung zur antidepressiven Behandlung in der Stillzeit erfolgt nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung unter Berücksichtigung des wirksamen Präparates, der kindlichen Exposition und des Gesundheitszustands des Kindes [LL3, LL4].
    • Das Risiko eines Wechsels oder Absetzens einer zuvor wirksamen Medikation ist in die Entscheidung einzubeziehen [LL4].
    • Bei Frühgeborenen, niedrigem Geburtsgewicht oder eingeschränkter kindlicher metabolischer Kapazität ist besondere Vorsicht erforderlich [LL4].
    • Der Säugling soll auf klinische Nebenwirkungen beobachtet werden [LL4].

Postpartale Depression (Depression nach der Geburt)

  • Die Therapie richtet sich nach Schweregrad und klinischer Situation. Psychotherapie sowie konventionelle Antidepressiva bleiben wichtige Therapieoptionen [LL3].
  • Zuranolon: Zuranolon ist ein positiver allosterischer Modulator des GABAA-Rezeptors und seit September 2025 in der Europäischen Union zur Behandlung der postpartalen Depression bei Erwachsenen nach der Entbindung zugelassen [10, FI2].
  • Die empfohlene Dosierung beträgt 50 mg oral einmal täglich abends über 14 Tage als einmaligen Behandlungszyklus. Bei Unverträglichkeit kann die Dosis auf 40 mg einmal täglich reduziert werden [FI2].
  • Zuranolon kann als Monotherapie oder zusätzlich zu einer stabilen oralen antidepressiven Hintergrundtherapie eingesetzt werden [FI2].
  • Bei Beendigung nach dem 14-tägigen Therapiezyklus ist kein Ausschleichen erforderlich [FI2].
  • Eine klinische Verbesserung kann bereits innerhalb weniger Tage eintreten [10, FI2].
  • Nebenwirkungen: insbesondere Somnolenz, Schwindel und Sedierung; die Fahrtüchtigkeit kann erheblich beeinträchtigt sein [FI2].
  • Zuranolon ist in der Schwangerschaft kontraindiziert. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Therapie und für sieben Tage nach Therapieende wirksam verhüten [FI2].
  • Zuranolon geht in geringer Menge in die Muttermilch über. Während der Behandlung soll das Stillen grundsätzlich unterbrochen werden, sofern der behandelnde Arzt nicht nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung einen überwiegenden Nutzen des Stillens feststellt [FI2].
  • Brexanolon: Intravenöses Brexanolon zeigte in randomisierten Phase-III-Studien einen raschen antidepressiven Effekt bei postpartaler Depression [9]. Brexanolon besitzt jedoch keine reguläre EU-Zulassung zur Behandlung der postpartalen Depression.

Depressive Störungen bei Kindern und Jugendlichen

  • Psychotherapeutische Maßnahmen besitzen einen besonders hohen Stellenwert und sollen alters- und schwergradadaptiert eingesetzt werden [LL2].
  • Bei leichtgradiger depressiver Störung soll auf eine Pharmakotherapie verzichtet werden [LL2].
  • Bei mittelgradiger bzw. schwerer depressiver Störung können insbesondere Fluoxetin, Sertralin oder Escitalopram als medikamentöse Therapieoptionen angeboten werden; Zulassungsstatus bzw. Off-Label-Anwendung sind alters- und präparatespezifisch zu beachten [11, LL2].
  • Die Evidenz für Fluoxetin, Sertralin und Escitalopram ist bei Jugendlichen stärker als bei jüngeren Kindern; bei Kindern zwischen sieben und zwölf Jahren wird die Evidenzbasis als schwach beurteilt [LL2].
  • Unter SSRI besteht eine gering erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Verstärkung von Suizidalität bzw. unerwünschter Ereignisse, weshalb ein engmaschiges klinisches Monitoring erforderlich ist [18, LL2].

Chronische Schmerzen, Schlafstörungen und Depression

  • Depression, chronische Schmerzen und Schlafstörungen treten häufig gemeinsam auf und können sich wechselseitig verstärken.
  • Bei gleichzeitigem chronischem Schmerzsyndrom kann die Auswahl eines Antidepressivums mit zusätzlicher analgetischer Wirksamkeit sinnvoll sein; hierzu gehören indikationsabhängig insbesondere Duloxetin bei diabetischer peripherer Neuropathie (Nervenschädigung infolge Diabetes mellitus) sowie Amitriptylin bei neuropathischen Schmerzen (Schmerzen durch Nervenschädigung) [FI7, FI8].
  • Bei ausgeprägter Insomnie kann ein sedierendes Wirkprofil, z. B. von Mirtazapin oder Trazodon, therapeutisch berücksichtigt werden; Sedierung, Gewichtszunahme bzw. orthostatische Hypotonie sind substanzabhängig zu beachten [FI9, FI10].
  • Eine Schlafstörung soll parallel kausal diagnostiziert und behandelt werden; sedierende Antidepressiva sind kein genereller Ersatz für eine spezifische Insomnietherapie.

Zur medikamentösen Therapie bei Schmerzen siehe unter „Chronische Schmerzen/Pharmakotherapie“.
Zur medikamentösen Therapie bei Schlafstörungen siehe unter „Schlafstörung/Pharmakotherapie“.

Weitere Begleiterkrankungen

  • Bei somatischen Komorbiditäten richtet sich die Auswahl des Antidepressivums insbesondere nach Sicherheits-, Nebenwirkungs- und Interaktionsprofil [LL1].
  • Bei kardialer Erkrankung (Herzerkrankung) sollen QT-Zeit, orthostatische Effekte und kardiale Toxizität berücksichtigt werden; TZA sind bei relevanter kardialer Risikokonstellation besonders zurückhaltend einzusetzen [LL1].
  • Bei Diabetes mellitus, Adipositas (starkem Übergewicht) oder metabolischem Risiko sind Gewichtseffekte der Medikamente zu berücksichtigen; insbesondere Mirtazapin und einige trizyklische Antidepressiva können eine Gewichtszunahme begünstigen [LL1, FI9].
  • Bei Tumorpatienten sind Arzneimittelinteraktionen besonders zu beachten. Bei gleichzeitiger Tamoxifen-Therapie sollte insbesondere der CYP2D6-Inhibitor Bupropion nach Möglichkeit vermieden werden, sofern geeignete Alternativen zur Verfügung stehen [FI5].

Weitere Pharmakotherapie bzw. experimentelle Verfahren

  • Psilocybin zeigt in kontrollierten Studien und Metaanalysen ein antidepressives Wirksamkeitssignal [14].
  • Die Interpretation der Effektstärken wird jedoch durch funktionelle Entblindung, Erwartungseffekte und ungewöhnlich geringe Verbesserungen in Kontrollgruppen erschwert [15].
  • Psilocybin ist in Deutschland bzw. der Europäischen Union nicht als Antidepressivum zugelassen und soll außerhalb klinischer Studien nicht als Routinebehandlung einer Depression eingesetzt werden [LL1].

Supplemente

Geeignete Nahrungsergänzungsmittel für die Gesundheit von Nerven und Psyche sollten die folgenden Mikronährstoffe (Vitalstoffe) enthalten:

  • Vitamine (A, C, E, D3, B1, B2, Niacin (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin B5), B6, B12, Folsäure, Biotin)
  • Mineralstoffe (Magnesium)
  • Spurenelemente (Molybdän, Selen, Zink)
  • Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren: Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA))
  • Sekundäre Pflanzenstoffe (Beta-Carotin, Grüntee-Polyphenole, Epigallocatechingallate)
  • Weitere Vitalstoffe (Coenzym Q10 (CoQ10), Phosphatidylserin)

Weitere Mikronährstoffe siehe unter „Prävention und Therapie mit Mikronährstoffen“.

Bei Vorliegen einer Insomnie infolge einer Depression s. u. Insomnie/Pharmakotherapie/Supplemente.

Beachte: Die aufgeführten Mikronährstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen.

Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.

Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.

 Wirken rezeptfreie Präparate gegen Depressionen? [22]

  • Für 5 rezeptfreie Präparate – Johanniskraut, Safran, Vitamin D, Probiotika und Omega-3-Fettsäuren – gab es gute Evidenz aus jeweils mehr als 10 Studien, mit unterschiedlicher Wirksamkeit. 
  • Für unter anderem Lavendel, Folsäure, Zink, Tryptophan, Rhodiola (Rosenwurz) und Zitronenmelisse war die Evidenz zwar limitiert, aber vielversprechend.

Literatur

  1. Cipriani A, Furukawa TA, Salanti G et al.: Comparative efficacy and acceptability of 21 antidepressant drugs for the acute treatment of adults with major depressive disorder: a systematic review and network meta-analysis. Lancet. 2018;391(10128):1357-1366. doi: 10.1016/S0140-6736(17)32802-7.
  2. Van Leeuwen E, van Driel ML, Horowitz MA et al.: Approaches for discontinuation versus continuation of long-term antidepressant use for depressive and anxiety disorders in adults. Cochrane Database Syst Rev. 2021;4(4):CD013495. doi: 10.1002/14651858.CD013495.pub2.
  3. Henssler J, Schmidt Y, Schmidt U et al.: Incidence of antidepressant discontinuation symptoms: a systematic review and meta-analysis. Lancet Psychiatry. 2024;11(7):526-535. doi: 10.1016/S2215-0366(24)00133-0.
  4. Kalfas M, Tsapekos D, Butler M et al.: Incidence and Nature of Antidepressant Discontinuation Symptoms: A Systematic Review and Meta-Analysis. JAMA Psychiatry. 2025;82(9):896-904. doi: 10.1001/jamapsychiatry.2025.1362.
  5. Daly EJ, Trivedi MH, Janik A et al.: Efficacy of Esketamine Nasal Spray Plus Oral Antidepressant Treatment for Relapse Prevention in Patients With Treatment-Resistant Depression: A Randomized Clinical Trial. JAMA Psychiatry. 2019;76(9):893-903. doi: 10.1001/jamapsychiatry.2019.1189.
  6. Anand A, Mathew SJ, Sanacora G et al.: Ketamine versus ECT for Nonpsychotic Treatment-Resistant Major Depression. N Engl J Med. 2023;388(25):2315-2325. doi: 10.1056/NEJMoa2302399.
  7. Flint AJ, Meyers BS, Rothschild AJ et al.: Effect of Continuing Olanzapine vs Placebo on Relapse Among Patients With Psychotic Depression in Remission: The STOP-PD II Randomized Clinical Trial. JAMA. 2019;322(7):622-631. doi: 10.1001/jama.2019.10517.
  8. Al-Wandi A, Holmberg C, Landén M, Nordenskjöld A: A systematic review and meta-analysis of maintenance treatment for psychotic depression. Nord J Psychiatry. 2022;76(6):442-450. doi: 10.1080/08039488.2021.1990997.
  9. Meltzer-Brody S, Colquhoun H, Riesenberg R et al.: Brexanolone injection in post-partum depression: two multicentre, double-blind, randomised, placebo-controlled, phase 3 trials. Lancet. 2018;392(10152):1058-1070. doi: 10.1016/S0140-6736(18)31551-4.
  10. Deligiannidis KM, Meltzer-Brody S, Gunduz-Bruce H et al.: Effect of Zuranolone vs Placebo in Postpartum Depression: A Randomized Clinical Trial. JAMA Psychiatry. 2021;78(9):951-959. doi: 10.1001/jamapsychiatry.2021.1559.
  11. Zhou X, Teng T, Zhang Y et al.: Comparative efficacy and acceptability of antidepressants, psychotherapies, and their combination for acute treatment of children and adolescents with depressive disorder: a systematic review and network meta-analysis. Lancet Psychiatry. 2020;7(7):581-601. doi: 10.1016/S2215-0366(20)30137-1.
  12. Furukawa TA, McGuire H, Barbui C: Low dosage tricyclic antidepressants for depression. Cochrane Database Syst Rev. 2003;(3):CD003197. doi: 10.1002/14651858.CD003197.
  13. Abbar M, Demattei C, El-Hage W et al.: Ketamine for the acute treatment of severe suicidal ideation: double blind, randomised placebo controlled trial. BMJ. 2022;376:e067194. doi: 10.1136/bmj-2021-067194.
  14. Hsu TW, Tsai CK, Kao YC et al.: Comparative oral monotherapy of psilocybin, lysergic acid diethylamide, 3,4-methylenedioxymethamphetamine, ayahuasca, and escitalopram for depressive symptoms: systematic review and Bayesian network meta-analysis. BMJ. 2024;386:e078607. doi: 10.1136/bmj-2023-078607.
  15. Hieronymus F, López E, Werin Sjögren H, Lundberg J: Control Group Outcomes in Trials of Psilocybin, SSRIs, or Esketamine for Depression: A Meta-Analysis. JAMA Netw Open. 2025;8(7):e2524119. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2025.24119.
  16. Gastpar M, Singer A, Zeller K: Comparative efficacy and safety of a once-daily dosage of Hypericum extract STW3-VI and citalopram in patients with moderate depression: a double-blind, randomised, multicentre, placebo-controlled study. Pharmacopsychiatry. 2006;39(2):66-75. doi: 10.1055/s-2006-931544.
  17. Furukawa TA, Cipriani A, Cowen PJ et al.: Optimal dose of selective serotonin reuptake inhibitors, venlafaxine, and mirtazapine in major depression: a systematic review and dose-response meta-analysis. Lancet Psychiatry. 2019;6(7):601-609. doi: 10.1016/S2215-0366(19)30217-2.
  18. Miller M, Swanson SA, Azrael D et al.: Antidepressant dose, age, and the risk of deliberate self-harm. JAMA Intern Med. 2014;174(6):899-909. doi: 10.1001/jamainternmed.2014.1053.
  19. Buoli M, Cumerlato Melter C, Caldiroli A, Altamura AC: Are antidepressants equally effective in the long-term treatment of major depressive disorder? Hum Psychopharmacol. 2015;30(1):21-27. doi: 10.1002/hup.2447.
  20. Cipriani A, Hawton K, Stockton S, Geddes JR: Lithium in the prevention of suicide in mood disorders: updated systematic review and meta-analysis. BMJ. 2013;346:f3646. doi: 10.1136/bmj.f3646.
  21. Nabi Z, Stansfeld J, Plöderl M et al.: Effects of lithium on suicide and suicidal behaviour: a systematic review and meta-analysis of randomised trials. Epidemiol Psychiatr Sci. 2022;31:e65. doi: 10.1017/S204579602200049X.
  22. Frost R, Zamri A, Mathew S et al.: Understanding the research landscape of over-the-counter herbal products, dietary supplements, and medications evaluated for depressive symptoms in adults: a scoping review. Front Pharmacol. 2025;16:1609605. doi: 10.3389/fphar.2025.1609605.
  23. Zarate CA Jr, Singh JB, Carlson PJ et al.: A randomized trial of an N-methyl-D-aspartate antagonist in treatment-resistant major depression. Arch Gen Psychiatry. 2006;63(8):856-864. doi: 10.1001/archpsyc.63.8.856.

Leitlinien, Fachinformationen und Zulassungsinformationen

  1. S3-Leitlinie: Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Version 3.2. (AWMF-Registernummer nvl-005) Juli 2023. Langfassung [LL1]
  2. S3-Leitlinie: Behandlung von depressiven Störungen bei Kindern und Jugendlichen. (AWMF-Registernummer 028-043) Dezember 2025. Langfassung [LL2]
  3. American College of Obstetricians and Gynecologists: Treatment and Management of Mental Health Conditions During Pregnancy and Postpartum: ACOG Clinical Practice Guideline No. 5. Obstet Gynecol. 2023;141(6):1262-1288. doi: 10.1097/AOG.0000000000005202 [LL3]
  4. National Institute for Health and Care Excellence: Antenatal and postnatal mental health: clinical management and service guidance. Clinical guideline CG192. Last updated February 2020. Guideline [LL4]
  5. European Medicines Agency: Spravato (Esketamin) – Summary of Product Characteristics/EPAR. EMA [FI1]
  6. European Medicines Agency: Zurzuvae (Zuranolon) – Summary of Product Characteristics/EPAR. EU-Zulassung 17. September 2025. EMA [FI2]
  7. European Medicines Agency: Valdoxan (Agomelatin) – Summary of Product Characteristics/EPAR. EMA [FI3]
  8. European Medicines Agency: Brintellix (Vortioxetin) – Summary of Product Characteristics/EPAR. EMA [FI4]
  9. Fachinformation: Bupropion zur Behandlung depressiver Episoden – aktuelle deutsche Fachinformation; Kontraindikationen, CYP2D6-Hemmung, Interaktionen und Sicherheitsangaben [FI5]
  10. Fachinformation: Bupropion zur Unterstützung der Raucherentwöhnung – aktuelle deutsche Fachinformation [FI6]
  11. Fachinformation: Duloxetin – aktuelle deutsche Fachinformation; Major Depression und diabetische periphere Neuropathie [FI7]
  12. Fachinformation: Amitriptylin – aktuelle deutsche Fachinformation; depressive Erkrankungen und neuropathische Schmerzen [FI8]
  13. Fachinformation: Mirtazapin – aktuelle deutsche Fachinformation; Dosierung, Wirkmechanismus und Nebenwirkungen [FI9]
  14. Fachinformation: Trazodon – aktuelle deutsche Fachinformation; Dosierung, orthostatische Hypotonie, Sedierung, QT-Verlängerung und Priapismus [FI10]
  15. Fachinformation: Opipramol – aktuelle deutsche Fachinformation; generalisierte Angststörung und somatoforme Störungen [FI11]