Depression – Differentialdiagnosen

Atmungssystem (J00-J99)

  • Influenza (Grippe)
  • Pneumonie (Lungenentzündung)

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)

  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Apoplex (Schlaganfall)

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (Bauchspeicheldrüse)  (K70-K77; K80-K87)

  • Hepatitis (Leberentzündung), nicht näher bezeichnet

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis wie chronische Polyarthritis

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Alkoholabhängigkeit
  • Angststörungen bzw. generalisierte Angststörung (GAS)
  • Bipolare Störung (manisch-depressive Erkrankung)
    • Bei Patienten mit depressiven Symptomen sollte eine bipolare Störung aktiv als Differentialdiagnose in Erwägung gezogen werden, da ein signifikanter Anteil dieser Patienten ursprünglich mit unipolarer Depression diagnostiziert wird, obwohl später Hypomanien/Manien auftreten oder eine bipolare Genese besteht.
      Beachte: Bis zu 40 % der bipolar Erkrankten werden initial als unipolare Depression diagnostiziert; viele verbringen Jahre ohne korrekte Diagnose [2].
    • Analyse der Herzfrequenzvariabilität in einem 15-minütigen EKG kann die Differentialdiagnose zwischen einer depressiven Phase einer bipolaren Störung und einer Major-Depression erleichtern; bipolare Störung geht dabei mit einer verminderten Herzfre­quenzvariabilität einher, was sich darin begründet, dass die bipolare Störung mit einer Dysregulation des autonomen Nervensystems einhergeht, die auch in der depressiven Phase anhält. Ebenso war bei den Patienten, die eine bipolare Störung hatten, die respiratorische Sinusarrhythmie abgeschwächt und die beiden Entzündungsparameter Inter­leukin-10 und MCP-1 (Monocyte Chemoattractant Protein-1) im Blut waren erhöht [1].
  • Depressive Anpassungsstörung (z. B. als Trauerreaktion nach Verlust des Partners oder nach Diagnose einer körperlichen Erkrankung)
  • Essstörungen
  • Drogenabhängigkeit
  • Demenz, nicht näher bezeichnet; insb. bei Altersdepression
  • Hirnorganische Veränderungen, nicht näher bezeichnet
  • Panikstörungen
  • Parkinson-Syndrome (wg. Antriebsmangel, Bewegungsarmut) bei Altersdepression
  • Schizophrenie – schwere psychiatrische Erkrankung; gehört zu den endogenen Psychosen und ist durch Störungen des Denkens, der Wahrnehmung und der Affektivität gekennzeichnet.
  • Somatoforme Störungen (psychische Erkrankung, die zu körperlichen Symptomen führt, ohne dass körperliche Befunde zu erheben wären)
  • Soziale Phobie
  • Zwangsstörungen

Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)

  • Schädel-Hirn-Trauma (SHT)

Medikamente

  • Siehe unter "Ursachen" unter Medikamente

Weiteres

  • Medikamentenmissbrauch oder -abhängigkeit
  • Drogenmissbrauch oder -abhängigkeit

Literatur

  1. Hage B et al.: Low cardiac vagal tone index by heart rate variability differentiates bipolar from major depression. World J Biol Psychiatry. 2017 Oct 5:1-9. doi: 10.1080/15622975.2017.1376113
  2. Singh T, Rajput M. Misdiagnosis of bipolar disorder. Psychiatry (Edgmont). 2006 Oct;3(10):57-63. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2945875/