Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes mellitus) – Körperliche Untersuchung
Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:
- Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Blutdruck, Puls, Körpertemperatur, Atemfrequenz, Körpergewicht und Körpergröße; des Weiteren:
- Beurteilung der Gewichtsentwicklung unter Berücksichtigung des präkonzeptionellen (vor der Empfängnis bestehenden) Body-Mass-Index (BMI) und des Gestationsalters (Schwangerschaftsalters) [Adipositas (Fettleibigkeit), übermäßige Gewichtszunahme]
- Inspektion (Betrachtung)
- Haut und Hautfalten [Acanthosis nigricans (dunkle samtartige Hautveränderung) als klinischer Hinweis auf Insulinresistenz (verminderte Wirkung von Insulin)]
- Gesicht und Extremitäten (Gliedmaßen) [Ödeme (Wassereinlagerungen)]
- Auskultation (Abhören) des Herzens
- Auskultation der Lunge
- Gynäkologische und geburtshilfliche Untersuchung – Beurteilung der zeitgerechten Entwicklung der Schwangerschaft; des Weiteren:
- Bestimmung des Fundusstandes (Höhenstandes der Gebärmutter) in Relation zum Gestationsalter [Fundusstand größer als dem Gestationsalter entsprechend als möglicher Hinweis auf fetale Makrosomie (übermäßiges Wachstum des ungeborenen Kindes) bzw. Polyhydramnion (zu viel Fruchtwasser)]
- Abdominale Palpation (Abtasten des Bauches) mit Leopold-Handgriffen zur Beurteilung von Lage, Stellung und Größe des Fetus (ungeborenes Kind) [klinischer Verdacht auf fetale Makrosomie]
- Auskultation der fetalen Herztöne
- Gynäkologische Untersuchung bei zusätzlicher geburtshilflicher Indikation (medizinischer Notwendigkeit)
- Erfassung von Hinweisen auf hypertensive (mit Bluthochdruck einhergehende) Schwangerschaftserkrankungen – insbesondere Blutdruckkontrolle sowie Beurteilung auf Ödeme [arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), ausgeprägte bzw. rasch zunehmende Ödeme]
In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.