Brustdrüsenschmerzen (Mastodynie) – Einleitung

Bei der Mastodynie (Synonyme: Brustdrüsenschmerzen; Brustschmerzen; chronische Mastodynie; Mammaschmerzen; Mastalgie; ICD-10-GM N64.4: Mastodynie) handelt es sich um ein zyklisch auftretendes Spannungsgefühl der Brust bzw. um zyklische Brustdrüsenschmerzen.

Man kann die Mastodynie wie folgt klassifizieren:

  • Zyklische Mastodynie, d. h. zyklusabhängiges Auftreten von Brustschmerzen, oft assoziiert mit Schwellung und Anspannung des Brustdrüsengewebes; meist beidseitig. Auftreten ist typischerweise bei prämenopausalen Frauen in der dritten oder vierten Lebensdekadef. Die zyklische Mastodynie betrifft ca. zwei Drittel aller Mastodynien.
  • Non-zyklische Mastodynie: d. h. Auftreten von Brustschmerzen unabhängig vom Zyklus und von hormonellen Veränderungen. 
    Die non-zyklische Mastodynie wird auch als Mastalgie bezeichnet. Diese beschreibt Spannungsgefühle der Brust bzw. Brustschmerzen. 

Eine Mastodynie kann Symptom vieler Erkrankungen sein (siehe unter "Differentialdiagnosen").

Verlauf und Prognose

Verlauf

Die Mastodynie, auch bekannt als Brustdrüsenschmerzen oder Mastalgie, kann sowohl zyklisch als auch non-zyklisch auftreten. Die zyklische Mastodynie ist die häufigste Form und tritt typischerweise in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus auf. Sie ist häufig mit prämenstruellen Symptomen verbunden und betrifft vorwiegend prämenopausale Frauen in der dritten oder vierten Lebensdekade. Diese Form der Mastodynie ist meistens beidseitig und geht mit Schwellungen und Anspannungen des Brustdrüsengewebes einher. Die Schmerzen werden durch hormonelle Veränderungen verursacht, die zu Wassereinlagerungen in den Brüsten führen.

Die non-zyklische Mastodynie tritt unabhängig vom Menstruationszyklus auf und ist nicht mit hormonellen Schwankungen verbunden. Diese Form der Mastodynie, auch als Mastalgie bezeichnet, kann einseitig oder beidseitig auftreten und hat vielfältige Ursachen. Im Gegensatz zur zyklischen Form können die Schmerzen hier chronisch sein und länger anhalten.

Prognose

Die Prognose der Mastodynie hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Bei zyklischer Mastodynie sind die Symptome oft auf hormonelle Schwankungen und Wassereinlagerungen zurückzuführen. Mehr als 50 % der betroffenen Frauen berichten über relevante Brustschmerzen, die in 30-40 % der Fälle den Alltag und das Sexualleben beeinträchtigen [1]. Bewegung und sportliche Aktivität können helfen, die Wassereinlagerungen schneller abzubauen und die Beschwerden zu lindern.

Falls ein prämenstruelles Syndrom (PMS) die Ursache der Mastodynie ist, treten die Beschwerden etwa 4 bis 14 Tage vor der nächsten Periode auf und gehen mit einem komplexen Bild unterschiedlicher Symptome einher. Die Symptome klingen normalerweise nach Beginn der Menstruation ab.

Die Prognose der non-zyklischen Mastodynie variiert je nach zugrunde liegender Ursache. Da diese Form der Mastodynie nicht durch hormonelle Schwankungen bedingt ist, können die Schmerzen chronischer Natur sein und länger anhalten. Häufig sind sie einseitig und können durch verschiedene Faktoren wie Zysten, Fibroadenome, Brustverletzungen oder entzündliche Prozesse verursacht werden. Die Behandlung richtet sich nach der spezifischen Ursache der Schmerzen. In vielen Fällen können konservative Maßnahmen wie die Anpassung von BHs, Schmerzmedikation oder physikalische Therapie die Symptome lindern. Bei anhaltenden oder schwerwiegenden Beschwerden können weitere diagnostische Maßnahmen erforderlich sein, um eine genaue Ursache zu ermitteln und gezielt zu behandeln.

Eine wichtige Information für Frauen mit isolierten Brustschmerzen ist, dass laut einer Studie keine erhöhte Brustkrebsinzidenz besteht. Dies bedeutet, dass eine umfassende Abklärung bei diesen Frauen ohne Brustkrebsrisiko überflüssig ist [2].

Die meisten Fälle der Mastodynie können durch konservative Maßnahmen wie Veränderungen des Lebensstils und gegebenenfalls medikamentöse Therapien gut behandelt werden. In schwereren Fällen kann eine hormonelle Therapie in Erwägung gezogen werden, um die Symptome zu lindern.

Literatur

  1. Scurr J, Hedger W, Morris P, Brown N: The prevalence, severity, and impact of breast pain in the general population. Breast J 2014; 20: 508-13
  2. Mohallem Fonseca M et al.: Breast pain and cancer: should we continue to work-up isolated breast pain? Breast Cancer Res Treat (2019). https://doi.org/10.1007/s10549-019-05354-1