Sehnerventzündung (Neuritis nervi optici) – Medikamentöse Therapie

Gemäß S2e-Leitlinie sollte bei typischer Optikusneuritis eine Glucocorticosteroid-Therapie erfolgen:

  • Bei Erwachsenen: 500-1.000 mg i. v. als Infusion oder oral Methylprednisolon pro Tag über 3-5 Tage
  • Die Indikation zur Gabe von Einzeldosen über 0,5 g sollte wegen evtl. Hepatotoxizität (leberschädigende Wirkung) zumindest bei Patienten über 50 Jahre kritisch gestellt werden werden.
  • Als Begleitmedikation sollte zumindest bei anamnestisch bekannten Magenbeschwerden ein Magensäureschutz, z. B. mit Protonenpumpeninhibitoren (Protonenpumpenhemmer, Säureblocker), gegeben werden.
  • Wirkung der Glucocorticosteroid-Therapie: Sie beschleunigt bei typischer Optikusneuritis im Regelfall die Besserung, führt aber nicht zu einem besseren funktionellen Endergebnis.
  • Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOS):
    • "Rituximab soll bei NMOSD-Patienten mit schwerem Schub (deutliche Beeinträchtigung oder inkomplette Remission trotz Schubtherapie) und bei jungen Patientinnen mit Kinderwunsch als Therapie der ersten Wahl eingesetzt werden" [S2k-Leitlinie]
    • "Eculizumab sollte bei Patienten mit AQP4-IgG-AK positiver schubförmiger NMOSD nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung unter Einbeziehung von Krankheitsaktivität und möglicher Therapiealternativen eingesetzt werden". [S2k-Leitlinie]
    • Inebilizumab als intravenöse Monotherapie zur Behandlung der anti-Aquaporin-4-Immunglobulin G (AQP4-IgG)-seropositiven Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung (NMOSD) 
    • Details zu diesen Wirkstoffen siehe unter multipler Sklerose

Leitlinien

  1. S2e-Leitlinie: Optikusneuritis. (AWMF-Registernummer: 045-010), März 2018 Langfassung
  2. S2k-Leitlinie: Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Neuromyelitis Optica Spektrum und MOG-IgG-assoziierte Erkrankungen. (AWMF-Registernummer: 030-050), Februar 2021 Langfassung