Hausstaubmilbenallergie (Hausstauballergie) – Körperliche Untersuchung

Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:

  • Allgemeine körperliche Untersuchung
    • Allgemeinzustand und Ernährungszustand
    • Inspektion (Betrachtung) von Gesicht und Atmung [periorbitale Hyperpigmentierung (dunkle Verfärbung der Haut um die Augen); Mundatmung bei ausgeprägter nasaler Obstruktion (Verengung der Nase)]
  • HNO-ärztliche Untersuchung
    • Inspektion der äußeren Nase [transversale Nasenfalte (quer verlaufende Falte auf dem Nasenrücken) infolge wiederholten Aufwärtsreibens der Nase]
    • Inspektion der Nasenhöhle bzw. anteriore Rhinoskopie (vordere Nasenspiegelung)
      • [ödematöse (durch Flüssigkeitseinlagerung geschwollene), geschwollene Nasenschleimhaut]
      • [blass bis bläulich imponierende oder bei persistierender allergischer Rhinitis (anhaltendem allergischen Schnupfen) auch erythematös-entzündlich (gerötet-entzündlich) veränderte Nasenschleimhaut]
      • [Schwellung bzw. Hypertrophie (Vergrößerung) der Nasenmuscheln]
      • [klare, wässrig-seröse (dünnflüssige) nasale Sekretion (Nasensekret)]
    • Inspektion von Mundhöhle und Pharynx (Rachen) [klare postnasale Sekretion (Sekretfluss in den Rachen); lymphatische Follikelhyperplasie (Vergrößerung lymphatischer Gewebeknötchen) der Rachenhinterwand mit pflastersteinartigem Relief („cobblestoning“) bei chronischer Rhinitis (lang anhaltendem Schnupfen)]
  • Augenärztliche orientierende Untersuchung
    • Inspektion von Konjunktiven (Bindehaut) und Lidern [beidseitige konjunktivale Injektion (Rötung der Bindehaut); Chemosis (Schwellung der Bindehaut); verstärkte Tränensekretion (Tränenfluss); Lidödem (Lidschwellung) bei allergischer Konjunktivitis (allergischer Bindehautentzündung)]
  • Untersuchung der Lunge
    • Inspektion des Thorax (Brustkorbs) und Beurteilung der Atemarbeit [erhöhte Atemarbeit bei begleitender bronchialer Obstruktion (Verengung der Bronchien)]
    • Auskultation (Abhören) der Lunge [exspiratorisches Giemen (pfeifendes Atemgeräusch beim Ausatmen) bzw. Pfeifen; verlängertes Exspirium (verlängerte Ausatmung) bei begleitendem allergischem Asthma (allergisch bedingter anfallsartiger Atemwegsverengung)]
  • Weitere körperliche Untersuchung
    • Inspektion der Haut [Ekzem (entzündliche Hautveränderung) mit Erythem (Hautrötung), Papeln (Knötchen), Exkoriationen (Kratzspuren) bzw. Lichenifikation (Verdickung und Vergröberung der Haut) bei begleitender atopischer Dermatitis (Neurodermitis)]

Beachte: Die körperlichen Befunde einer Hausstaubmilbenallergie entsprechen vor allem denen einer persistierenden allergischen Rhinitis bzw. Rhinokonjunktivitis (allergische Entzündung von Nase und Bindehaut) und sind nicht allergenspezifisch (nicht für einen bestimmten Allergieauslöser typisch). Außerhalb symptomatischer Phasen kann die körperliche Untersuchung unauffällig sein. Die Zuordnung zur Hausstaubmilbe als kausalem Allergen (ursächlichem Allergieauslöser) erfordert die Übereinstimmung von klinischer Symptomatik (Beschwerden und Krankheitszeichen) und nachgewiesener spezifischer Sensibilisierung (Überempfindlichkeit des Immunsystems gegen einen bestimmten Stoff).

In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.