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Operative Therapie
Übergewicht - Adipositas

Über eine Million Menschen in Deutschland leiden an morbider Adipositas (BMI >40). Diesen Patienten können chirurgische Eingriffe mit Magenbypass oder Magenband (gastric banding) helfen.

Nach den Leitlinien der Deutschen Adipositas-Gesellschaft sind operative Eingriffe generell zu erwägen bei einem BMI über 40, des Weiteren bei einem BMI über 35 und zusätzlich schwerwiegenden Begleiterkrankungen. Junge Patienten mit hohem BMI profitieren am meisten von einer Operation.

Die beiden unten vorgestellten Verfahren sollen nur bei motivierten und vollständig aufgeklärten Personen zum Einsatz kommen, da wie bei jedem chirurgischen Eingriff Komplikationen auftreten können. Weiterhin ist zu beachten, dass die Operation allein keinen Erfolg bringen kann. Es muss zusätzlich eine lebenslange Ernährungsumstellung erfolgen.

Die operative Therapie der Adipositas kommt nur in Frage, wenn vorher mindestens sechs bis zwölf Monate eine qualifizierte herkömmliche Therapie wie Bewegung und Ernährungsumstellung keinen ausreichenden Erfolg gebracht hat.

Die Verfahren

Magenband

Das Magenband (gastric banding) wird laparoskopisch, das heißt per Bauchspiegelung um den oberen Teil des Magens gelegt. Es handelt sich bei diesem Band um eine in der Weite verstellbare Kunststoffmanschette. Ziel der Oeration ist, dass nur geringe Mengen breiiger Speisen weiter durchgelassen werden. Patienten mit Magenband müssen deshalb gut kauen. Sie sind durch die rasche Füllung des kleineren Magenvolumens schnell satt und können so bei guter Mitarbeit in einem Jahr mehr als 50 Prozent ihres Übergewichts abnehmen. Hoch kalorische Speisen sollten jedoch gemieden werden, da diese einer Abnahme entgegen wirken.

Magenbypass

Beim Magenbypass werden ein Großteil des Magens und das Duodenum (Zwölffingerdarm) stillgelegt. Der Magenrest wird mit dem Jejunum (Leerdarm) verbunden. Diese Operation erfolgt meist noch offen, das heißt mit einem Bauchschnitt, sie wird jedoch auch schon laparoskopisch durchgeführt. Das Ergebnis ist eine Verkürzung des Dünndarms. So können nicht mehr so viele Nährstoffe aufgenommen werden, der Patient nimmt ab.

Die Gewichtsreduktion der beiden Verfahren liegt nach 10 Jahren bei bis zu 28kg. Die dadurch erfolgte Gewichtsreduktion führt zu einer enormen Besserung der Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckererkrankung) und Hypertonie (Bluthochdruck).
Komplikationen beider Verfahren sind vor allem Wundheilungsstörungen und Thrombosen (Venenverschluss durch einen Blutpfropf).
Die Patienten müssen nach der Operation weiterhin langfristig betreut werden, um eventuell auftretenden Nährstoffmangelzuständen entgegenzuwirken.

Wichtiger Hinweise!
Beide Verfahren sollten nur in spezialisierten Zentren/Kliniken durchgeführt werden!
Bei beiden Verfahren ist im Anschluss an die Operation eine Ernährungstherapie erforderlich!



Literatur

  1. H Hauner, G Buchholz, A Hamann, B Husemann, B Koletzko, H Liebermeister, M Wabitsch, J Westenhöfer, A Wirth, G Wolfram
    Prävention und Therapie der Adipositas,
    Version 2007 Dt Adipositas Gesellschaft, Dt Diabetes Gesellschaft, Dt Gesellschaft für Ernährung, Dt Gesellschaft für Ernährungsmedizin


     
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