Weitere Therapie
Chronische Schmerzen

 

Die Therapie der chronischen Schmerzen erfolgt in Abhängigkeit von der Ursache.

Allgemeine Maßnahmen

  • Ausreichender Schlaf (7-9 Stunden jede Nacht) verbessert die Schmerztoleranz, d. h. führt zu weniger Schmerzempfindung!
  • Tagsüber regelmäßig bewegen, aber intensiven Sport ab 18.00 Uhr meiden.
    Körperliche Aktivität und Übungen bei chronischem Schmerz beim Erwachsenen verbessert signifikant die körperliche Funktion [2].
  • Nikotinrestriktion (Verzicht auf Tabakkonsum) – Rauchen kann auf lange Sicht zu Schmerzen beitragen; es verlangsamt Heilungsprozesse, verschlechtert die Durchblutung und erhöht das Risiko für beispielsweise degenerative Bandscheibenprozesse und ist damit häufig ein Grund für Lumbalgien (Rückenschmerzen)
  • Alkoholrestriktion (Verzicht auf Alkoholkonsum) – Alkohol führt zu einem nicht tiefen Schlaf (reduziert die wichtigen REM-Phasen und führt zu Durchschlafstörungen). Das Ergebnis ist ein nicht ausreichend erholsamer Schlaf. 
  • Nach dem Mittagessen keine koffeinhaltigen Getränke mehr trinken.
  • Normalgewicht anstreben! 
    Bestimmung des BMI (Body Mass Index, Körpermassen-Index) bzw. der Körperzusammensetzung mittels der elektrischen Impedanzanalyse und ggf. Teilnahme an einem ärztlich betreuten Abnehmprogramm
  • Eine Pufferzone zwischen Arbeitsalltag und dem Zubettgehen schaffen.
  • Schlafhygiene:
    • Vermeiden körperlicher Überanstrengung nach 18:00 Uhr
    • Drei Stunden vor dem Zubettgehen keine größeren Mengen an Essen oder Trinken zu sich nehmen
    • Jeden Tag zur gleichen Zeit schlafen gehen und immer zur gleichen Zeit aufstehen.
    • Eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen versuchen zu entspannen, zum Beispiel mit einem warmen Bad (34-36 °C). Es können auch entspannungsfördernde Zusätze ins Badewasser geben werden wie Melisse, Baldrian und Hopfen.
    • Ein bequemes Schlaflager wie auch ein ruhiger Raum sind wichtige Voraussetzungen für einen guten Schlaf.
    • Schlafzimmer nach Möglichkeit komplett abdunkeln. Lichtquellen von außen lassen sich leicht durch lichtundurchlässige Vorhänge oder Rollos beseitigen.
    • Lärmbelästigung kann man mit Hilfe von Ohrstöpseln oder Schallschutzmaßnahmen reduzieren.
    • Im Schlafzimmer sollte eine frische und kühle Luft vorherrschen: Extreme Temperaturen vermeiden – es sollte kühl, aber nicht zu kalt sein. Eine Umgebungstemperatur von 16 bis 18 °C ist optimal.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

  • Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen

Ernährungsmedizin

  • Ernährungsberatung auf der Grundlage einer Ernährungsanalyse
  • Ernährungsempfehlungen gemäß einem Mischköstler unter Berücksichtigung der vorliegenden Erkrankung. Das bedeutet u. a.:
    • täglich insgesamt 5 Portionen frisches Gemüse und Obst (≥ 400 g; 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst)
    • ein- bis zweimal pro Woche frischen Seefisch, d. h. fette Meeresfische (Omega-3-Fettsäuren) wie Lachs, Hering, Makrele
    • ballaststoffreiche Ernährung (Vollkornprodukte, Gemüse)
  • Weitere spezielle Ernährungsempfehlungen in Abhängigkeit von der Ursache der chronischen Schmerzen.
  • Auswahl geeigneter Lebensmittel auf Grundlage der Ernährungsanalyse
  • Siehe auch unter "Therapie mit Mikronährstoffen (Vitalstoffe)" – ggf. Einnahme eines geeigneten Nahrungsergänzungsmittels
  • Detaillierte Informationen zur Ernährungsmedizin erhalten Sie von uns.

Sportmedizin

  • Ausdauertraining (Cardiotraining) und Krafttraining
  • Erstellung eines Fitness- bzw. Trainingsplans mit geeigneten Sportdisziplinen auf der Grundlage eines medizinischen Checks (Gesundheitscheck bzw. Sportlercheck)
  • Körperliche Aktivität und Übungen bei chronischem Schmerz beim Erwachsenen verbessert signifikant die körperliche Funktion [2].
  • Detaillierte Informationen zur Sportmedizin erhalten Sie von uns.

Psychotherapie

  • Schmerzen können mit verschiedenen Ängsten, aber auch mit Depression oder Aggression vergesellschaftet sein.
    Aus diesem Grunde kann eine kognitive Verhaltenstherapie (KVT) mit Bewältigungsstrategien des Schmerzes indiziert sein.
    Des Weiteren können Entspannungstechniken wie progressive Entspannung, autogenes Training oder Tai Chi Chuan eingesetzt werden.
  • Verhaltenstherapie lindert auch Schmerzen bei Opioid-abhängigen Patienten [1].
  • Detaillierte Informationen zur Psychosomatik (inkl. Stressmanagement) erhalten Sie von uns.

Komplementäre Behandlungsmethoden

  • Bei der komplementären Schmerztherapie werden die Methoden der klassischen Medizin (Operation etc.) um natürliche Verfahren ergänzt, wie:
    • Akupunktur
    • Biofeedback
    • Elektrotherapie
    • Frequenztherapie
    • Hochtontherapie
    • Low-Level-Lasertherapie
    • Neuraltherapie
    • Softlaserbehandlung
    • Proliferationstherapie – reparatives und regeneratives Injektionsverfahren zur Schmerzbehandlung an Gelenken und am Bewegungsapparat
  • Spiegeltherapie – zur Reduktion chronischer Schmerzen bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen durch Veränderungen in Bezug auf die Körperwahrnehmung und -repräsentation

Falls Sie sich zu weiteren möglichen Therapiemaßnahmen informieren möchten, geben Sie in die Suche des DocMedicus Gesundheitsportals die jeweilige Krankheit ein und klicken auf "Enter". Das Ergebnis der Suche ist u. a. eine Trefferliste zur Kategorie "Therapie".

Literatur

  1. Ilgen MA et al.: A randomized trial of a pain management intervention for adults receiving substance use disorder treatment. Addiction published Volume111, Issue 8 August 2016 Pages 1385-139316 February 2016 doi: 10.1111/add.13349
  2. Geneen LJ, Moore RA, Clarke C et al.: Physical activity and exercise for chronic pain in adults: an overview of Cochrane Reviews. Cochrane Database Syst Rev. 2017 Jan 14;1:CD011279. doi: 10.1002/14651858.CD011279.pub2.
     
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