Einleitung
Chronische Schmerzen

Schmerzen (Synonyme: Schmerz; Chronische Gesichtsschmerzen; Chronischer Schmerzpatient; Chronische Schmerzen a.n.k.; Chronisches Schmerzsyndrom; Chronische unbeeinflussbare Schmerzen; Diffuse Schmerzen a.n.k.; Generalisierte Schmerzen; Intermittierende Schmerzen; Panalgesie; Schmerzen; Schmerzen bei Karzinom; Thalamisches Schmerzsyndrom; Therapieresistente Schmerzen; Tumorschmerzen; Unklarer Schmerzzustand; Unklare Schmerzen) stellen eine komplexe subjektive Sinneswahrnehmung dar, die als akutes Geschehen den Charakter eines Warn- und Leitsignals aufweist.

Chronische Schmerzen sind im Gegensatz zu akuten Schmerzen allerdings kein sinnvolles Alarmsignal mehr, das auf eine Schädigung des Körpers hinweist. Von chronischen Schmerzen spricht man, wenn diese länger als drei Monate anhalten und nicht tumorbedingt sind oder häufig rezidivieren (wiederkehren).

Schmerzen werden nach dem ICD-10 in folgende Formen unterteilt:

  • akuter Schmerz (R52.0) – der akute Schmerz hat eine Warnfunktion (Gewebeschäden)
  • chronischer unbeeinflussbarer Schmerz (R52.1) ‒ Schmerz, der länger als sechs Monate oder immer wieder auftritt
  • sonstiger chronischer Schmerz (R52.2)
  • Schmerz, nicht näher bezeichnet (R52.9)

Der Schmerz wird nach seiner Ätiologie (Ursache) in drei Formen eingeteilt:

  1. Nozizeptorenschmerz: Entstehung durch Erregung der Nozizeptoren (Schmerzrezeptoren) durch eine drohende oder eingetretene Verletzung (traumatisch, entzündlich oder tumorös)
  2. Neuropathische Schmerzen: Entstehung durch Schädigung oder Kompression des peripheren oder zentralen Nervensystems (Rückenmark, Gehirn)
  3. Schmerzen infolge funktioneller Störungen: z. B. Rückenschmerzen infolge von Fehlhaltung des Körpers

Die häufigste Ursache für chronische Schmerzen sind Erkrankungen des Bewegungsapparates (16 %) [1].

Chronische Schmerzen können Symptom vieler Erkrankungen sein (siehe unter "Differentialdiagnosen").

Häufigkeitsgipfel: Chronische Schmerzen treten vorwiegend im mittleren Lebensalter (ca. 45-64 Jahre) auf.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) liegt bei 10-20 % (in Deutschland) [1]. Ca. jeder fünfte Patient in hausärztlichen Praxen leidet unter chronischen Schmerzen. Man schätzt, dass in Deutschland 8-16 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen leiden [1].
Die 3-Monatsprävalenz für Schmerzen bei Kindern liegt bei 71 %.
Die Prävalenz für chronische, funktionelle Bauchschmerzen liegt bei bis zu 25 %. 

Verlauf und Prognose: Annähernd 50 % der Patienten mit chronischen Schmerzen warten über ein Jahr auf eine Diagnose. Je später sich ein Betroffener in Behandlung begibt, desto ungünstiger ist die Prognose. In vielen Fällen dauert es sehr lange, bis eine adäquate Therapie, die in der Regel interdisziplinär ist (fachübergreifend), gefunden wurde. Chronische Schmerzen sind sehr belastend und häufig leidet die Lebensqualität der Betroffenen.

Literatur

  1. InSites Consulting. Pain Proposal Patient Survey. August – September 2010. Power Point (Conducted in 2,019 people with chronic pain across 15 European counties. Funded by Pfizer Ltd.)

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Epidurale Rückenmarkstimulation zur Therapie chronischer Schmerzen. (AWMF-Registernummer: 008-023), Juli 2013 Kurzfassung Langfassung
  2. S1-Leitlinie: Chronischer Schmerz. (AWMF-Registernummer: 053-036), September 2013 Kurzfassung Langfassung

     
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